Smütech

Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen

U40 Was mir Heute wichtiger ist

Wie sich Prioritäten im laufe eines Lebens verändern dürfen

30.01.2026 30 min

Zusammenfassung & Show Notes

Dein Spezialist für assistive Technologie, Schulung, Fernwartung und Fritz!Box-Optimierung
Hier sind wir: https://schulze-graben.de

In dieser Ausgabe der SMYTECH-Show wird’s persönlich – und genau dadurch verdammt kraftvoll. Unter dem Januar-Motto Resilienz spricht Joachim „Jockl“ Schulze darüber, was ihm heute wichtiger ist als früher: Wie sich Prioritäten im Leben verschieben, warum alte Glaubenssätze plötzlich nicht mehr tragen und wieso es manchmal nicht nur okay, sondern notwendig ist, den eigenen Kurs zu ändern.
Diese Folge richtet sich besonders an Menschen, die später blind geworden sind, die gerade am Erblinden sind oder die generell erlebt haben, wie das Leben Pläne einfach ignoriert. Jockl erzählt offen von seiner Jugend, seinem schwankenden Sehrest, dem ständigen Gefühl, „nirgendwo richtig reinzupassen“, und dem Druck, sich beweisen zu müssen – mindestens so gut zu sein wie Sehende. Damals bedeutete das oft: Energie in Dinge stecken, die am Ende vor allem eines waren – Selbstverschleiß.
Darum geht’s in der Folge
  • Prioritäten im Wandel: Was früher wichtig schien, kann heute komplett bedeutungslos sein – und umgekehrt.
  • Resilienz statt Dauer-Beweis: Wie aus „Ich muss mithalten“ langsam „Ich muss gesund bleiben“ wird.
  • Später blind werden & Umbruch im Leben: Warum Betroffene oft komplett neue Lebensmittelpunkte definieren müssen – und wie schwer das ohne echtes Verständnis von außen sein kann.
  • Der Druck, „normal“ zu sein: Wie stark das Bedürfnis sein kann, nichts zu verpassen – und was es kostet, wenn man dauerhaft gegen die eigene Realität ankämpft.
  • Inklusion, Gleichstellung, Selbstbestimmung: Warum diese Werte nicht theoretisch sind, sondern aus Erfahrung kommen – und was es bedeutet, ernst genommen zu werden.
  • Leistung ist nicht Identität: Eine zentrale Erkenntnis: Ein Mensch definiert sich nicht nur über das, was er leistet – sondern über das, was ihn ausmacht, und über Menschen, die wirklich zu ihm passen.
  • Toxische Verbindungen loslassen: Nicht breit ausgewalzt, aber klar eingeordnet: Beziehungen, Erwartungen und Umfelder können krank machen – und man darf das beenden.
  • Der Befreiungsschlag: Online statt Außendienst: Warum die Umstellung auf reinen Online-Betrieb eine riesige Last von den Schultern genommen hat – mental und finanziell.
  • Glaubenssätze, die sich drehen: Pflichtgefühl, Selbstaufgabe, „Ich schulde das jemandem“ – und wie man lernt, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen.
  • Fehler müssen passieren dürfen: Manche Lektionen lernt man nicht durch Tipps, sondern erst, wenn man Dinge so falsch macht, dass man spürt: Das fühlt sich nicht richtig an.
  • Der Satz, der hängen bleibt: Oft bereut man das, was man nicht getan hat, mehr als das, was man getan hat – und was das für echte Lebensentscheidungen bedeutet.
Warum diese Episode hängen bleibt
Weil sie nicht predigt, sondern ehrlich erzählt: vom Suchen nach Zugehörigkeit, von Frust, von dem Moment, in dem man merkt, dass „durchhalten“ kein Lebensziel ist – und von der Ruhe, die entstehen kann, wenn man aufhört, sich permanent zu verbiegen.
Und am Ende schließt sich der Kreis zurück zu dem, was Jockl heute erfüllt: Menschen Schritt für Schritt zu mehr Selbstbestimmung zu begleiten – in kleinen, machbaren Portionen, die zugänglich bleiben.

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Kleine Gesten machen den Unterschied.

Transkript

[Musik] Sag mal, sag mal, hast du Samstagabend schon was vor? Ich hab da was das geht, total ins Ohr. Der Jockel, der bringt uns wieder Technik und Tipps und das macht er ganz ohne Schlips. Kaum ist der Samstagabend da, schalten wir ein, fern oder auch nah. Schmütig, schmütig, Samstagabendsshow, das ist Infotainment und das macht uns alle froh. Schmütig, schmütig, Trends und Technik satt, präsentiert von Jockel, der stets coole Infos hat. Präsentiert von Jockel, der stets coole Infos hat. [Musik] Willst du mitreden, dann schreib ne Mail, die kommt ins Studio und dann geht es schnell. Der Jockel packt Zeit für eure Fragen mit ein und das macht er echt ziemlich fein. Kaum ist der Samstagabend da, schalten wir ein, fern oder auch nah. Schmütig, schmütig, Samstagabendsshow, das ist Infotainment und das macht uns alle froh. Schmütig, schmütig, Trends und Technik satt, präsentiert von Jockel, der stets coole Infos hat. Präsentiert von Jockel, der stets coole Infos hat. [Musik] Und dann kommt da neue Anleitung raus, sofort kommt da Podcastfolge dazu ins Haus. Der Jockel zeigt uns alles, was so geht, aber auch alles, das war's nicht. Kaum ist der Samstagabend da, schalten wir ein, fern oder auch nah. Schmütig, schmütig, Samstagabendsshow, das ist Infotainment und das macht uns alle froh. Schmütig, schmütig, Trends und Technik satt, präsentiert von Jockel, der stets coole Infos hat. Präsentiert von Jockel, der stets coole Infos hat. [Musik] Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen, dein Spezialist für Audioanleitungen, Schulung, Fernwartung und Fritzbox-Optimierung. Wir präsentieren die SMYTECH-Show und hier ist euer Gastgeber, Master of Business Administration, JAWS-certified, IT-Trainer für Blinde und Sehbehinderte, Joachim Schulze. [Musik] Und ich darf wieder einen wunderschönen Sonnabend wünschen. Vielen Dank, dass ihr euch wieder alle die Zeit genommen habt, heute mit dabei zu sein in der SMYTECH-Show. Diesen Januar geht es um das Thema Resilienz und heute darum, was mir inzwischen oder heute wichtiger ist als früher. Wie sich Prioritäten im Laufe eines Lebens verändern. Warum habe ich dieses Thema ausgewählt? Ich glaube, ganz viele Leute, die später blindet sind und viele weitere, die im Laufe ihres Lebens durch Veränderungen gegangen sind, die wissen ganz genau, dass sich das Leben einfach manchmal nicht an Pläne und Regeln hält und dass man das auch manchmal selbst gar nicht tun kann oder möchte. Wie völlig in Ordnung das ist, wollen wir heute zusammen herausfinden. Wir steigen ein mit unserem ersten Song "Fixing other people". [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] Wenn ihr mich fragt, genau der richtige Einstieg in diese Sendung. Was mir heute wichtiger ist als früher. Ja, ich glaube, da müssen wir wieder ziemlich ausholen und kommen zurück in die Zeit, wo ich als Kind, früher Teenager, meinen Weg gesucht habe. Ich komme aus einem ganz klassischen Familienumfeld, wie man das so in den 90ern typischerweise vorgefunden hat. Vater war Unternehmer, Mutter ist irgendwann zur Assistenzkraft/Hausfrau geworden, hat viele Jahrzehnte davor mal Bürokauffrau gelernt. Ich wurde da als drittes Kind reingeboren. Tatsächlich war das ja bei mir ein ziemlich heikles Thema, denn offiziell immer als gesetzlich blind eingestuft, das habe ich letztes Mal schon erzählt. Aber tatsächlich gab es einen relativ schwankenden Sehrest bei mir. Der hat dafür gesorgt, dass ich eigentlich nie so richtig wusste, wo gehöre ich denn nun eigentlich hin. Das hat auch in meiner Jugend zu heute rückblickend ziemlich viel unnötiger Energieverschwendung geführt. Man könnte jetzt sagen, als Teenager war man einfach blöd oder da war man einfach gedankenlos. Nein, ich sage ganz klar heute, dass ich einfach Energie in Bereiche verschwendet habe, wo sie mir überhaupt nichts gebracht haben. Denn tatsächlich habe ich, und das hat lange gedauert, bis ich mit diesem Thema meinen Frieden gefunden habe, natürlich immer gegen die Tatsache angekämpft, dass ich mich meinen sehenden Freunden und Bekannten eigentlich immer unterlegen fühlte. Und das war vor allem als Teenager echt ein Riesenthema. Denn ich habe das letztes Mal schon erzählt, das große Thema war, wir hatten noch keine künstliche Intelligenz. Aber Fotos, Bilder, das konnte man sich alles noch nicht zugänglich machen. Man war immer überall und ständig auf sehende Hilfe angewiesen. Und da wir ja am Ende der Welt wohnten, galt das natürlich auch, wenn man irgendwo mal mit den Freunden wegging und so weiter und so fort. Es war immer das Thema, dass man sich kümmern musste, gucken musste, okay, wo kann man sich dranhängen? Und das war tatsächlich etwas, was Stück für Stück für mich wirklich ein riesengroßes Problem geworden ist. Nicht zuletzt, weil ich mich natürlich extrem drauf fixiert habe, genau wie die anderen zu sein. Mich genauso präsentieren zu können, möglichst nichts auszulassen. Denn das war ein großes Thema für mich. Ich fühlte mich natürlich auch sehr, heute kann ich das nüchtern sagen, unter Wert. Denn ich hatte immer den Eindruck, egal was ich mache, es ist einfach nicht genug. Denn meine sehbehinderten Freunde oder auch die sehenden Freunde noch viel mehr, die tun sich einfach leichter. Und warum die Sehbehinderten? Für die ist das doch noch viel schlimmer als ganz blind zu sein, muss man sich nüchtern die Frage stellen. Bei mir war damals das große Thema, dass ich natürlich gesehen habe, solche Dinge wie Lesen, auch mal schnell einen Zettel mit der Hand schreiben. Das ging bei mir alles als Teenager nicht mehr. Denn ich habe zwar noch mit der Hand schreiben gelernt als Kind, vorschul, frühes Schulkind, aber das ging einfach nicht mehr. Denn tatsächlich reichte das, was mit den Augen noch machbar war, einfach nirgends mehr hin. Und verstanden wurde man halt auch nicht vom Umfeld. Denn ich hatte einen Bruder, der geburtblind ist und der hatte diese Probleme ja nie. Und damit war das natürlich auch immer ein Gezerre nach beiden Seiten. Denn auf der einen Seite war ich natürlich der Sonderling, der einfach nirgends reinpasste. Und auf der anderen Seite merkte ich aber auch, irgendwie hat da die Umwelt recht. Ich passe auch irgendwie nirgends rein. Und wenn ich mir das heute so anschaue und wirklich mal auf mich wirken lasse, dann muss ich ganz klar sagen, das war brutal. Warum war das so brutal für mich? Nicht zuletzt, weil ich einfach festgestellt habe, egal was ich tue, egal wie ich es mache, es reicht nie. Und dieses Gefühl, das war für mich so schlimm, dass ich irgendwann, als ich dann volljährig war, wirklich gesagt habe, Leute, das kann es einfach nicht sein. Da muss noch mehr drin sein. Denn das ist einfach nicht das, was ich mir vom Leben erwarte, was ich mir vom Leben wünsche. Dann habe ich natürlich, das kennt ihr aus anderen Veranstaltungen, das große Problem gehabt, dass ich zunächst auch nicht den Job machen konnte, den ich eigentlich haben wollte, sprich ins Radio gehen. Das war natürlich auch noch eine Sache, wo ich dann, heute kann man wirklich sagen, richtig gefrustet war und mir natürlich auch immer mehr die Frage gestellt habe, okay, was hat mir dieses Leben eigentlich so zu bieten? Und heute, reflektiert viele Jahre später, muss ich ganz klar sagen, es ist schade, dass das damals niemand ernst genommen hat. Und vielleicht bin ich auch deswegen heute so ein Verfechter von Inklusion, Gleichstellung und aber auch dem Recht jedes Menschen, er oder sie selbst zu sein. Denn ich habe erlebt, wie unglaublich schrecklich sich das anfühlt, wenn einfach niemand versteht, warum man sich nicht mit bestimmten Dingen abfinden kann oder warum man einfach nicht in bestimmte Raster passt. Und da muss ich sagen, haben wir heute wirklich das große Glück, dass wir in einer Zeit leben, wo man doch sagen kann, es gibt eigentlich sehr viel Raum für sehr viel unterschiedliche Menschen. Und das ist das, was ich heute auch an meinem Job so liebe. Aber auch dahin war es ein weiter Weg. Denn ganz ehrlich gesagt, ich habe, als ich diesen Job angefangen habe, ja, in vielen Dingen nicht die Resilienz und nicht die Stärke gehabt wie heute, dass ich tatsächlich auch nur das gemacht habe, was für mich gut und letztlich auch gesund war. Denn in vielerlei Hinsicht, da muss man seine eigenen Grenzen kennenlernen, denn sonst kann man sie nicht respektieren. Und da war ich in meiner Jugend und in meinen Zwanzigern alles andere als gut darin, da haben wir letzte Woche schon drüber gesprochen. Und den passenden Song, den gibt's jetzt dazu. "What a Rush". [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] Eigentlich ein richtig cooler Song, macht so richtig Lust zum Tanzen, wenn man gerne tanzt. Denn das war eine Sache, die habe ich zwar gelernt, aber gut war ich da drin, weiß Gott nie. Und ich bin heilfroh, dass ich es heute nicht mehr muss. Ja, das war ich damals und das hätte sich wahrscheinlich auch nicht geändert, diese Rastlosigkeit, dieses mit aller Gewalt beweisen zu wollen, dass ich mindestens so gut bin wie die anderen. Und jetzt darf man sich natürlich die berechtigte Frage stellen, das hat doch sicher seinen Tribut gezollt. Ja, absolut. Da haben wir letztes Mal schon drüber gesprochen und sicher hat das eine ganze Weile gedauert. Und es war auch mit der Grund, warum ich mich entschieden habe, heute einmal über dieses unbequeme Thema zu sprechen. Denn es begegnet mir ganz, ganz oft in meinem Berufsalltag. Menschen, die gerade blind geworden sind, Menschen, die gerade am Erblinden sind, die im Endeffekt komplett neue Lebensmittelpunkte definieren müssen. Das ist unglaublich schwierig. Und ich glaube, wenn man und da geht es jetzt nicht darum, blind geworden zu sein oder nicht, da gibt es auch viele andere Schicksale, die durchaus in eine ähnliche Kategorie fallen. Aber wenn man so etwas nie erlebt hat, dann fällt es, glaube ich, fast unmöglich, Menschen da wirklich mit der nötigen Anteilnahme entgegenzutreten. Und das stelle ich immer wieder fest, wenn Leute zu mir sagen, Mensch, Herr Schulze, das hat mir jetzt richtig geholfen in dieser Schulung. Ich kann jetzt mein iPhone wieder meistern, ich habe mein Online-Banking wieder selbst im Griff, ich kann meine Mails wieder lesen, ich habe wieder Zugang zur Welt. Und das ist immer so ein Moment, wo ich unglaublich stolz bin, weil ich mir denke und genau deswegen liebe ich diesen Job. Und ich liebe ihn genauso, wie er heute ist. Ich habe viele Jahre mir auch in meinem Berufsleben noch was beweisen wollen, unbedingt beweisen wollen. Ja, ich bin mindestens so gut wie jeder Sehende. Und das hat bis zu meiner Frau Carina gedauert, bis ich Stück für Stück begriffen habe. Ein Mensch definiert sich nicht über seine Leistung, sondern vor allem über das, was ihn ausmacht. Und das ist nicht unbedingt das, was er zu leisten in der Lage ist, sondern das bedeutet nicht zuletzt auch, dass wir Menschen um uns haben, die tatsächlich auch zu uns passen. Über das Thema toxische Verbindungen haben wir letztes Mal schon kurz gesprochen und ich möchte jetzt deswegen auch nicht mehr aufwärmen. Was ich dazu nochmal sagen möchte, ist tatsächlich, als wir dann umgestellt hatten auf reinen Online-Betrieb, da ist von mir eine riesengroße Last gefallen. Vor allem auch finanziell. Das kann man sich jetzt vielleicht erstmal gar nicht vorstellen, aber so wie wir organisiert waren als Firma in den 2010er und frühen 2020er Jahren, das hat natürlich einfach auch unglaublich viel Kraft gekostet und das hat natürlich auch eine gewisse finanzielle Grundlast erzeugt. Denn wenn man sich mal überlegt, dass wir gerade in den Corona-Jahren im Schnitt 50.000 Kilometer gefahren sind, um Fernseher auszuliefern, um Schulungen vor Ort zu machen, dann kann man sich jetzt schon ungefähr ausrechnen, was da auch monatlich erstmal verdient werden musste, bevor wir überhaupt mal anfingen, in irgendeiner Form Gewinn zu machen. Und der Druck, dass der nicht mehr auf meinen Schultern liegt, das muss ich sagen, fühlt sich sehr gut an. Und so haben sich in meinem Leben ganz viele Glaubenssätze langsam gedreht. Ich habe früher immer geglaubt, ich bin es meiner Mutter schuldig nach dem Tod meines Vaters, dafür zu sorgen, dass sie in dem Haus bleiben kann, dass sie mit ihm erbaut hat. Dafür habe ich große Verpflichtungen übernommen, viel persönliche Freiheit geopfert und vor allem mich selbst eingeschränkt. Mit einem sehr suboptimalen Wohnort, mit noch suboptimaleren Wohnbedingungen. Und wenn mich heute jemand fragt, würdest du das nochmal tun, dann muss ich ganz klar sagen, damals hätte ich es wahrscheinlich immer wieder getan, weil ich es für meine Pflicht hielt. Und weil ich es einfach nicht im Bereich des Real Möglichen verortete, tatsächlich meine Bedürfnisse an erste Stelle zu setzen. Heute muss ich ganz klar sagen, ich bin froh, dass ich diesen Wahnsinn überstanden habe und vor allem bin ich froh, dass ich es hinter mir habe. Ich habe immer geglaubt, seit ich mich selbstständig gemacht habe 2009, der Außendienst ist das, was mich glücklich macht. Und viele Jahre war das so, denn ein Stück weit, soweit es mit meiner Behinderung möglich war, bin ich in die Fußstapfen meines Vaters getreten, beruflich. Und es gab viele Jahre, in denen mich das erfüllt hat. Wenn mich heute jemand fragt, ob ich das nochmal machen würde, dann muss ich sagen, ja, jederzeit. Wäre ich nochmal so alt wie damals und hätte ich nochmal den Drive wie damals, dann auf jeden Fall. Und ich glaubte auch immer, wenn ich bis 25 nicht eine Familie gegründet hätte, dann wäre mein Leben vorbei. Wenn man sich das heute mal so mit Ruhe und Vernunft durch den Kopf gehen lässt, dann möchte man eigentlich sagen, ja, traurige Gedanken eines Teenagers. Und das waren sie eigentlich auch, die lange gehalten haben. Ob das nun der Grund war, dass ich tatsächlich kurz bevor ich 25 wurde zum ersten Mal geheiratet habe, das darf nun jeder selbst beurteilen. Ich persönlich würde auf die Frage, ob ich es nochmal tun würde, wieder antworten. Damals war es für mich die einzig logische Konsequenz. In Anbetracht der Situation, wie sie zu dieser Zeit gerade war, war es der einzige Anker, den ich noch hatte. Und damit kommen wir eigentlich zu einem wichtigen Punkt oder einer wichtigen Erkenntnis, die der ein oder andere vielleicht schon gemacht hat während meiner Ausführungen. Fehler müssen passieren dürfen. Wieso müssen die passieren dürfen? Es gibt Dinge, die können wir nicht lernen und die können wir nicht begreifen, wenn wir sie nicht irgendwann so falsch machen, dass wir merken, dass sie sich falsch anfühlen. Und es gibt so einen schönen Satz. Man bereut das, was man nicht getan hat, immer mehr als das, was man getan hat. Und ich glaube, das ist einer der wahrsten und menschlichsten Sätze. Denn wenn man nicht irgendwann genau weiß, was für einen wirklich wichtig ist, was man wirklich braucht, wo man wirklich hingehört, dann lebt man eigentlich an sich vorbei. Und das halte ich für so ziemlich das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. Und deswegen liebe ich meinen Job so, wie er ist. Denn ich kann jeden Tag wieder neue, völlig unterschiedliche Menschen ein Stück auf ihrem Weg zu mehr Selbstbestimmung begleiten. Und dass ich das heute in kleinen Portionen machen kann, die sich auch jeder leisten kann, ganz ehrlich, das erfüllt mich mit unglaublich viel Zufriedenheit. Jeden Abend aufs Neue. Und damit bedanke ich mich, dass ihr mir heute wieder zugehört habt. Am Montag geht es wieder um Technik, nämlich um Ordnung auf dem Rechner. Wir wollen uns einmal anschauen, wie wir eigentlich am besten unsere Dateien strukturieren, wie Windows uns da eigentlich schon hilft und was es denn eigentlich so mit den typischen Standardspeicherordnern auf sich hat. Ich hoffe, ihr seid wieder dabei. Ab Montag, am Montag ab 19 Uhr. Bis dahin macht's gut. Einen schönen Sonntag. Morgen um 12. Die Sonntagsmusik im SMYTECH nicht vergessen. Euer Joachim Schulze. Wenn du heute was mitgenommen hast, dann gib doch etwas zurück. Das ist ganz einfach. Besuche die Seite danke.schulze-graben.de und zeige Joachim, ob dir seine Show gefallen hat. Kleine Gesten machen den Unterschied. SMYTECH, SMYTECH, er ist wieder da. Endlich gibt's was Neues, das ist wunderbar. SMYTECH, SMYTECH, Trends und Technik satt. Endlich neuer Podcast, der einfach alles hat. Endlich neuer Podcast, der einfach alles hat. Schulze IT Schulung und Dienstleistungen. Dein Spezialist für Audioanleitungen, Schulung, Fernwartung und Fritzbox Optimierung. Mehr Infos findest du auf www.schulze-graben.de [Musik]