Smütech

Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen

U37 BLAutor stellt sich vor

Die Gemeinschaft blinder und sehgeschädigter Autoren im Interview

09.01.2026 36 min

Zusammenfassung & Show Notes

Dein Spezialist für assistive Technologie, Schulung, Fernwartung und Fritz!Box-Optimierung
Hier sind wir: https://schulze-graben.de

Der blinde Autor Dieter Kleffner stellt uns die Gemeinschaft blinder und sehgeschädigter Autoren Blautor vor.
Mehr Infos gibt's unter: https://www.blautor.de
oder per Mail an: dieter.kleffner@gmx.de


Schön, dass du dabei bist.
Wenn du Heute was mitgenommen hast, dann gib doch etwas zurück.

Das ist ganz einfach. Besuche https://danke.schulze-graben.de und zeig mir, ob dir die Show gefallen hat.

Kleine Gesten machen den Unterschied.

Transkript

[Musik] Sag mal, sag mal, hast du Samstagabend schon was vor? Ich hab da was das geht, total ins Ohr. Der Jockel, der bringt uns wieder Technik und Tipps und das macht er ganz ohne Schlips. Kaum ist der Samstagabend da, schalten wir ein, fern oder auch nah. Schmüt' hech, schmüt' hech, Samstagabends-Show, das ist Infotainment und das macht uns alle froh. Schmüt' hech, schmüt' hech, Trends und Technik satt, präsentiert von Jockel, der stets coole Infos hat. Präsentiert von Jockel, der stets coole Infos hat. [Musik] Willst du mitreden, dann schreib ne Mail, die kommt ins Studio und dann geht es schnell. Der Jockel packt Zeit für eure Fragen mit ein und das macht er echt ziemlich fein. Kaum ist der Samstagabend da, schalten wir ein, fern oder auch nah. Schmüt' hech, schmüt' hech, Samstagabends-Show, das ist Infotainment und das macht uns alle froh. Schmüt' hech, schmüt' hech, Trends und Technik satt, präsentiert von Jockel, der stets coole Infos hat. Präsentiert von Jockel, der stets coole Infos hat. [Musik] Und dann kommt da neue Anleitung raus, sofort kommt da Podcastfolge dazu ins Haus. Der Jockel zeigt uns alles, was so geht, aber auch alles, das was nicht. Kaum ist der Samstagabend da, schalten wir ein, fern oder auch nah. Schmüt' hech, schmüt' hech, Samstagabends-Show, das ist Infotainment und das macht uns alle froh. Schmüt' hech, schmüt' hech, Trends und Technik satt, präsentiert von Jockel, der stets coole Infos hat. Präsentiert von Jockel, der stets coole Infos hat. [Musik] Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen. Dein Spezialist für Audioanleitungen, Schulung, Fernwartung und Fritzbox-Optimierung. Wir präsentieren die SMYTECH-Show und hier ist euer Gastgeber. Master of Business Administration. JAWS-certified IT-Trainer für Blinde und Sehbehinderte. Joachim Schulze. Einen wunderschönen Sonnabend wünsche ich zur ersten SMYTECH-Show im Jahr 2026. Und wie das manchmal so ist, bin ich heute nicht allein, sondern habe einen ziemlich prominenten Gast hier bei mir, nämlich einen richtigen Autor. Und das ist nicht nur irgendein Autor, sondern ein Blautor. Und die Rede ist von Dieter Kleffner. Schön, dass du dir heute Zeit genommen hast. Ich grüße dich. Ja, ich danke herzlich für die Einladung und grüße auch die Hörer im Radio Schulze. Ja, uns interessiert heute ganz, ganz viel über das Tun der Gemeinschaft blinder und sehgeschädigter Autoren, die sich hinter Blautor präsentiert. Und ganz ehrlich, ich bin richtig gespannt, was du uns da alles mitgebracht hast. Ja, und wir werden jetzt erst mal einen Song von dir hören. Den Blautor-Song, ist das richtig? Richtig. Den Blautor-Song, den haben wir speziell oder den habe ich speziell für unsere Gemeinschaft geschrieben. Und er soll eigentlich als Einladung dienen für andere, die auch sehbehindert und blind sind und gerne bei uns mitmachen möchten. Dann lassen wir uns jetzt einladen. Wer schlecht sieht, der sieht oft mehr. Das ist nicht nur ein Spruch. Wer schlecht sieht, der schreibt oft gern. Mancher füllt ein Buch. Wer schlecht sieht und gerne schreibt, der bleibt auch nicht allein. Der Zirkel, der sich Blautor nennt, der lädt zum Schreiben ein. Der Zirkel, der sich Blautor nennt, der lädt zum Schreiben ein. Wer Blautor ist und sehr viel schreibt, der spitzt bewusst sein Ohr. Wenn andere gute Texte lesen und trägt auch selbst was vor. Fast jedes Genre, jeder Stil, der ist bei uns dabei. Bei uns lebt noch der alte Geist, Gedanken, die sind frei. Bei uns lebt noch der alte Geist, Gedanken, die sind frei. Jeder noch so kleine Text, der wird bei uns geschätzt. Auch hört man uns im Radio. Wir sind sehr gut vernetzt. Ob Weiblein, Männlein, Jung, ob Alt, gemeint ist jedermann. Wer kreative Freunde sucht, der schließt sich uns an. Wer kreative Freunde sucht, der schließt sich uns an. Der Blautor-Song, ja, den haben wir gehört und muss ich wirklich sagen, er hat mir gut gefallen. Ja, und es gibt sicher den ein oder anderen, der heute, wenn du uns vorgestellt hast, was es mit den Blautoren so auf sich hat, was ihr alles Tolles macht, sagt, Mensch, das wäre was für mich. Und dann gehen wir doch gleich mal in die Vollen. Was hat es mit der Gemeinschaft Blautor auf sich? Wer seid ihr? Was tut ihr? Ja, ich fange einfach mal so mit der Gründung vom Blautor an. Und zwar Blautor gibt es schon seit 1991. Wir sind also jetzt im 35. Jahr. Damals kamen einige auf die Idee, es gab damals ja auch schon Schreibzirkel, wo Sehbehinderte und Blinde sich zusammengetan haben. Und die haben dann in einer Blindenzeitung annonciert, dass sie sich zu einer Gemeinschaft zusammenschließen wollen. Und daraufhin haben sich erstaunlich viele gemeldet. Man traf sich dann zum ersten Mal in Wernigerode und man hat kurze Zeit danach dann schon einen Blautor vereingegründet. Erstmal musste ja ein Name gegeben werden. Und man kam dann eben halt überein, dass man BL, was ja offiziell für blind steht, dann großgeschrieben B und L und dann nochmal AUTOR, natürlich Anfangsbuchstabe groß, deshalb Blautor, dass das der künftige Name sein soll. Beinhaltet also eine Gruppe mit Menschen, die eben halt sehr eingeschränkt sind und gerne schreiben. Man hat sich in Aura-Hotels damals getroffen, um gegenseitig einfach mal Texte vorzulesen, die man schon in der Schublade hatte oder neu entwickelt hat. Dann ist man auf die Idee gekommen, Schreibthemen vorzugeben. Dann hat man das Ganze auf Kassette aufgezeichnet. Und so entstand dann auch schon die erste Hörzeitung. Man hat das als Kassetten versendet. Wegen der Vereinstruktur, weil wenn man einen Verein hat, ist das viel mit Verwaltung verbunden, hat man das dann nach einiger Zeit wieder aufgelöst. Das wollte man nicht und so ist es ein lockerer Freundschaftskreis geblieben, der sich eben halt Arbeitskreis bzw. Schreibzirkel Blautor dann genannt hat. Theo Flosdorf war so der erste, der dann die Blautoren so ins 21. Jahrhundert geführt hat mit der ersten Website. Und ab 2001 gab es dann auch die erste digitalisierte Hörzeitung, die sogenannte Litterar, die seit dieser Zeit sechsmal im Jahr erscheint. Das ist das Forum der Blautoren. Dafür gibt es also auch eine Redaktion und es werden dann regelmäßig Themen abgesprochen, wie zum Beispiel hier Schnee von gestern hatten wir vor kurzem oder hinter der Maske, irgendetwas und dazu schreiben dann alle die, die möchten. Denn Blautor, bei Blautor zu schreiben, ist kein Muss, sondern ein Ich möchte. Es soll Freude machen. Und man hat sich dann weiterhin in Aura-Hotels getroffen. Das waren aber oft nur sehr kleine Gruppen, weil für Siebehinderter und Blinde die Anfahrt ja auch sehr kompliziert ist. Und das Ganze wurde durch Corona dann letztendlich ganz ausgebremst. Das brachte uns aber gleichzeitig dazu, uns technisch fortzubewegen. Und so ist es dann gewesen, dass wir anfangs über Quality-Telefon-Konferenzen abgehalten haben, wo also die wichtigsten Dinge besprochen wurden, wo gesprochen wurde, was wir künftig schreiben, wie unsere Projekte aussehen sollen und dann sind wir dazu übergegangen, aber auch ein Chatroom zu haben. Wir waren dann bei Team Talk zu Anfang auf dem Maulwurfshügel hier von Cord König und sind immer noch bei Blinzeln, sind aber heute in einem Chatroom von Big Blue Button. Das benutzen wir heute als Blautor Lesebühne. Dort werden Lesungen gemacht, wo wir also auch Leute einladen, die nicht zu Blautor gehören und haben gleichzeitig die Möglichkeit, diese Lesungen auch im Radio Blinzeln 1 zu senden, was mittlerweile fast wöchentlich geschieht. Der Vorteil bei dieser ganzen Geschichte ist, dass nicht nur einfach Texte auf der Literar, in der Hörzeitung dargeboten werden, sondern dass diese Texte auch dann für andere Ohren, die außerhalb von Blautor sind, geschrieben werden, denn dazu braucht man dann einfach mehr Mut. Man ist auch im Grunde genommen aufgerufen, mehr an Text oder beziehungsweise an Qualität aus sich selbst herauszuholen, wenn man etwas veröffentlicht. Somit wurde unser Schaufenster immer größer. Texte werden also heute auf der Blautor Website www.blautor.de ausgestellt. Dann sind wir auch dazu übergegangen, dass wir letztendlich auch angefangen haben, Bücher zu veröffentlichen. Das bringt mich jetzt zu einem Punkt, wo ich gerade kurz einhaken möchte. Das heißt ja, ihr deckt zwei Personenkreise ab. Also ihr deckt einmal die Leute ab, die einfach gerne schreiben, die damit einen kleinen Personenkreis erreichen möchten, die vielleicht auch sehr kurze Texte schreiben, vielleicht auch jetzt nicht unbedingt die höchsten literarischen Ansprüche an sich selbst haben. Also diese Leute haben bei Blautor auch ihren Platz. Auf jeden Fall. Jeder, der einfach nur Freude daran hat, zum Beispiel ein kleines Gedicht zu schreiben, ein Schüttelreim, ein Haiku, also diese ganz kleinen Sachen, die viele Menschen gerne schreiben. Jeder hat bei uns in dieser Richtung Platz. Es gibt hier nicht irgendwo eine Aufnahmeprüfung. Ich betone das extra, weil da schon mal nachgefragt worden ist. Also es geht eigentlich nur um Menschen, die wirklich Freude am Schreiben haben. Und eben halt durch die Gemeinschaft, weil man sich ja vergleichen kann, wenn man ein Thema gibt, wo meistens relativ kurze Texte entstehen, dann hat man ja auch den Vergleich zu den anderen. Und es gibt selbstverständlich neben unseren sechsmaligen Telefonkonferenzen auch außerordentliche Konferenzen, wo über Literatur gesprochen wird, wo über Schreibschulen gesprochen wird, wo eben halt über das handwerkliche Schreiben gesprochen wird. Auch das alles ist kein Muss, sondern daran kann man teilnehmen. Genau. Und da kommen wir jetzt eigentlich zu der zweiten Gruppe, für die ihr, denke ich, ein ganz wichtiges Netzwerk seid, nämlich für professionelle und semiprofessionelle Blindeautoren. Denn du hast ja gerade angesprochen, ihr veröffentlicht auch Bücher. Und ich sage mal, das ist ja dann doch eher ein Punkt, wo es auch wirklich darum geht, ein Netzwerk zu haben für Leute, die im Endeffekt ihr Schreiben auch wirklich, ich sage jetzt mal, unters Volk bringen möchten. Ja, es ist also so, dass wir ja in erster Linie mal die Littere hatten als Hörzeitem, wo die Texte also von den einzelnen Autorinnen und Autoren entweder selbst vorgetragen werden oder wir haben auch sehende Vorleserinnen und Vorleser, die das dann bewerkstelligen. Und ansonsten werden ja eben halt auch solche Texte auf der Lesebühne und im Radio präsentiert, für die, die das gerne möchten. Die sagen, ja, meinen Text halte ich für gut, dass der dort eben halt auch vorgestellt wird. Und da ich selbst Autor bin und einige Bücher auf dem Buchmarkt habe, Erfahrung auf dem Buchmarkt habe, da habe ich dann 2022 auf die Idee und habe gesagt, ich schaue jetzt mal ins Archiv und frage die einzelnen Autoren, ob es denn nicht vielleicht sinnvoll ist, eine Anthologie zu erstellen, wo einfach schöne Texte vom Blautor zu einem Buch zusammengefasst werden. Es ist ein Nischenprodukt, wo man von vornherein weiß, das verkauft sich auf dem Markt gar nicht so gut. Viel mehr oder wichtiger war mir im Grunde genommen, dass wenn ein solches Buch entsteht, zum ersten Mal Blautor haptisch greifbar wird. Denn wir sind ja durch in ganz Deutschland verteilt bzw. Holland bis in Österreich, also eine Autorin wohnt tatsächlich in Mumbai, die hier in Deutschland studiert hat. Wir sind ja eigentlich im Grunde genommen nur auf der Website vorhanden oder eben halt auf unserer Mitgliederliste. Aber wenn man ein Buch in der Hand hält, wo viele unserer Mitglieder dann mitmachen konnten, dann ist so dieses Gefühl, das sind wir. Das ist mir dann im Nachhinein auch so bestätigt worden. Da bestimmen wir ja selbst, wie hochkarätig irgendwelche Texte sein müssen. Um auch noch mal dahin zu kommen, wir haben mittlerweile drei junge Leute drin von 12, 14 und 16 Jahren und suchen auch weiterhin nach weiteren Jugendlichen. Für die habe ich jetzt gerade erst mal mit ihren Texten sogar noch eine Radiosendung vor Weihnachten gemacht. Das war ein Debüt. Die sind ganz begeistert. Aber diese jungen Leute haben wir auch mit in diese Bücher hineingenommen. Die haben gesagt, die gehören zu Blautor. Auch das ist da. Wir gucken jetzt nicht darauf, wie hoch ist der Umsatz, sondern einfach, dass wir die Möglichkeit schaffen, dass unsere Leute auch auf dem Buchmarkt tatsächlich als Autorin, als Autor sichtbar werden. Und das ist so gut angekommen, dass das erste Buch dann nicht nur als Printmedium oder als E-Book produziert wurde, sondern auch von der WBH Münster als Hörbuch produziert wurde. Das war das Buch "Farben, frohe Dunkelheit". Dann haben wir danach ein Buch gemacht, das nannte sich "Abenteuerliche Anekdoten blind erlebt". Weil jeder Sehbehindertum-Blinde kennt es, dass irgendwelche Missgeschicke passieren. Aber das sollte eigentlich alles nur fröhlich sein, so wie bei Pleiten, Pechen und Pannen. Und da haben viele Spaß dran gehabt und haben da mitgemacht. Das sind auch fast 30 Leute gewesen. Und dann haben wir noch mal zum Thema "Blind" ein Buch gemacht, "Blind verliebt". Das ist ja ein doppelter Begriff. Auch Sehende können sich ja blind verlieben. Und da sind wunderschöne Geschichten entstanden. Und auch diese beiden Bücher wurden dann tatsächlich einmal noch mal von der WBH und das andere von der DZB Leipzig auch als Hörbuch produziert. Und das ist natürlich für unsere Autorinnen und Autoren dann wie so ein kleiner Ritterschlag gewesen. Und ist auch gleichzeitig ein Ansporn und auch eine Einladung natürlich für Menschen, die sich uns anschließen wollen, dass auch sie eine Chance haben, als Autorin und Autor, wenn sie es möchten, sichtbar zu werden. Genau, und da möchte ich ganz kurz einhaken, weil ich das Bemerkenswert finde, was du mit deinen Mitstreitern da in den letzten Jahren geschaffen hast. Denn das heißt ja, drei Bücher sind seit '22 entstanden. Und ich denke, das ist auch nur möglich, weil ihr aus so einem unglaublich breiten Erfahrungs- und auch Literaturschatz schöpfen konntet, der sich natürlich über die Jahre zusammengetragen hat. Ist es so? Das ist genau so. Wir bedienen natürlich ganz viele Genre. Wir haben Leute, die sich mit Lyrik befassen, dann wiederum andere, die Kurzgeschichten schreiben, die, weit wegen Short-Crimi, schreiben. Andere befassen sich mit Philosophie oder Historischen. Es gibt Fantasy-Geschichten. Es ist also alles sehr, sehr breit aufgestellt. Und selbst wenn wir ein Schreibtimer beschließen, wie zum Beispiel "Hinter der Maske", dann ist das Genre nicht festgelegt. Dazu kann man ein Gedicht schreiben, man kann auch ein Krimi schreiben oder man kann auch irgendwo eine Liebesgeschichte dazu schreiben, so wie der Einzelne es möchte. Da ist also völlige Freiheit und Kreativität und Fantasie gefragt. Man kann also zusammenfassend sagen, ihr seid eine Möglichkeit für Leute, die Spaß am Schreiben haben, das Schreiben in Gemeinschaft zu erleben. Und man kann sagen, ihr bietet eine Plattform, nicht zuletzt über die Lesebühne, aber auch über eure Anthologien, die für Leute, die das Ganze wirklich semiprofessionell oder professionell betreiben, sichtbarer zu werden. Seid aber, und ich glaube, das darf man sagen, seid aber natürlich durch eure Freiheit, dass einfach jeder ein Teil dieser Gemeinschaft und dieses Netzwerks sein kann, natürlich in dem Sinne nicht so marktorientiert. Was natürlich auch ein Vorteil sein kann, denn man kann dadurch natürlich viele Sachen auch ausprobieren, die sonst vielleicht eher nicht möglich wären. Das ist richtig und diese Freiheit genießen wir auch, weil wir haben auch einige Sponsoren, was bis jetzt zwar noch nicht nötig war, aber eben halt wir weiter auch Bücher produzieren möchten. Im Anfang habe ich es geschafft, dass wir die noch haben kostenlos produzieren lassen können über einen Edition-Parsas-Verlag, weil ich mit denen selbst 19 Buchverträge habe. Und das wird aber auf dem Buchmarkt immer schwieriger. Aber andererseits haben wir in unserer Blautor-Kasse mittlerweile für solche Projekte extra Gelder drin, dass wir weiter ganz klar in der Zukunft Bücher auch produzieren können, indem wir also auch Dienstleister in Anspruch nehmen. Denn man muss dazu sagen, dass Sehbehinderte und Blinde natürlich auch große Einschränkungen haben im Bereich von Self-Publishing. Wenn man jetzt keinen Verlag findet, kann man als Self-Publisher ja auf den Markt gehen. Aber das Problem beim Korrektorat, Lektorat, vor allem bei der Formatierung und wenn solche Sachen auf eine Plattform hochgeladen werden müssen, zum Beispiel beim BOD oder Tradition, Self-Publisher-Verlagen, dann braucht man da Hilfe und muss einen Dienstleister in Anspruch nehmen. Da muss man auch etwas Geld für in die Hand nehmen. Aber wir sind ja mittlerweile eine Gruppe. Wir haben zurzeit 77 Leute und ich möchte betonen, von 12 Jahren bis 100. Das finde ich so bemerkenswert. Unser 100-Jähriger hat jetzt gerade noch ein neues Buch rausgebracht und bei ihm gilt eigentlich im doppelten Sinne der Satz "Wer schreibt, der bleibt". Ich denke mal, dass er hält ihn wirklich am Leben und vom Kopf her ist der Mann topfit. Das ist ein pensionierter, erblindeter Architekt und er ist schon wieder an einem neuen Buch dran. Man sieht natürlich auch, dass hier ganz verschiedene Menschen zusammenkommen. Ich möchte jetzt noch einen kurzen Einwurf einschieben zum Thema Self-Publishing. Das ist ja der Weg, den ich im Mai für mein erstes Buch auch gewählt habe und möchte da eigentlich das, was du finde ich sehr gut zusammengefasst hast, noch mal kurz unterstreichen. Ich habe mich damals für den Dienstleister Neopub, äh, ePubli aus Berlin entschieden, weil die eigentlich, finde ich, sehr transparent und auch recht gut bedienbar sind. Aber wir sind genau an dem Punkt, den du völlig realistisch und ohne Schönreden angesprochen hast. Wir können als Blinde vieles, aber wir können eine Sache nicht und das ist Format. Und Format ist nun mal im Printmedienbereich, da geht es um Covergestaltung, da geht es aber nicht zuletzt auch um Schrift. Da geht es um, ja, auch letztlich das Bild und ganz, ganz vieles mehr. Und da können wir als Blinde ohne die richtige sehende Begleitung eigentlich nur verlieren, weil wir diese Möglichkeiten einfach kaum einschätzen können und uns da auch viel zu leicht irgendwas durchrutscht. Und ich denke, gerade das ist ja eigentlich so für blinde Autoren eigentlich die größte Herausforderung. Und da würde sich jetzt meine Frage anschließen, habt ihr dann auch Leute, die zum Beispiel da unterstützen? Also wenn jetzt zum Beispiel sich jemand den Blautoren anschließt und sagt, ich stehe in einem Veröffentlichungsprozess und brauche da im Prinzip Unterstützung, gerade im Bereich Korrektorat, Lektorat oder dann eben zum Beispiel auch Coverdesign oder eben Formatierung und so weiter. Habt ihr da Leute, die mit unterstützen? Es ist also so, ich habe zum Beispiel auch eine Liste für unsere Leute erstellt, wo eben halt viele wesentliche Adressen drauf sind, angefangen von Schreibschulen bis dahin zu diesen Dienstleistern, die du gerade genannt hast, was Korrektorat, Lektorat, Formatierung betrifft oder natürlich Coverdesign und so weiter. Und da ist es eigentlich bei uns so, wir haben ja nicht nur da unsere Telefonkonferenzen oder Onlinekonferenzen, sondern wir haben drei WhatsApp-Gruppen und dort können die Leute sich dann auch nochmal zusätzlich austauschen, natürlich auch noch in der Mailingliste und anfragen, welche Erfahrung habt ihr gemacht, könnt ihr mir was empfehlen? Und es sind natürlich bei uns doch ungefähr so um die 20 Leute, die also selbst Bücher herausgegeben haben außerhalb vom Blautor, die ihre Erfahrungen gemacht haben und natürlich zu diesen Dingen Angaben machen können. Das heißt also, ihre Erfahrungen sagen, ich habe mit dem und dem Dienstleister zusammengearbeitet, das war gut oder vielleicht auch nicht gut. Also ich denke mal, es kommt da die Antwort aus der Gemeinschaft. Es wird natürlich häufiger gefragt, könnt ihr uns da helfen, so ein Buch auszubringen und vermarkten? Also wie gesagt, wir können eigentlich nur diese Erfahrungswerte weitergeben und da helfen wir auf jeden Fall, da unterstützen wir auf jeden Fall. Und aus diesem Erfahrungsschatz, der da ist und der auch nicht unerheblich ist, wir haben einige Leute, die mehrere Bücher auf dem Buchmarkt haben, auch mit verschiedenen Verlagen schon zusammengearbeitet haben und auch negative Erfahrungen gemacht haben. Aus diesem Erfahrungsschatz können natürlich alle, die sich uns anschließen, schöpfen. Also das finde ich jetzt ganz toll erklärt, weil das war für mich zum Beispiel damals ein ganz großes Thema, warum ich mich auch letztlich für Self-Publishing entschieden habe, denn ich habe, möchte jetzt hier auch keine Namen nennen, aber ich habe mich so mit den Bedingungen des einen oder anderen Verlags, die eventuell in Frage gekommen wären, auseinandergesetzt. Und muss ganz ehrlich sagen, was ich dann da so alles gelesen habe, an, ja, ich möchte jetzt mal vorsichtig sagen, teilweise auch, "Knebel" ist ein hartes Wort, aber ja, wirklich an Einschränkungen, die man dann eben auch wirklich hat, was sein eigentliches geistiges Eigentum, sein eigentliches wirkliches Werk hat, hängt ja auch ein bisschen damit zusammen, das natürlich für ganz viele Autoren heute nicht nur für Blinde, ja auch, also für Sehende ist es ja heute fast schon der Standardweg, wenn man sich das so ein bisschen anguckt, natürlich das Self-Publishing auch interessanter wird. Und ich glaube, es ist selbsterklärend, dass eine ehrenamtliche Gemeinschaft wie die Blautoren hier natürlich nicht sagen können, wir begleiten euch wie einen Verlag, denn dafür gibt es Verlage, ja, und die verlangen da natürlich auch einiges dafür, müssen sie auch, weil ansonsten funktioniert das nicht, aber ich denke, das, was ihr hier anbietet, ein, ja ich sag mal, gelebter Erfahrungsschatz von Leuten, die dieses und jenes wirklich erlebt haben, wirklich durch haben, das ist ja eigentlich viel wertvoller. Das ist eigentlich Sinn dieser ganzen Gemeinschaft, dass also angefangen vom ersten Vers, den man schreibt, bis dahin zur Veröffentlichung eines Buches, viel Erfahrung da ist, auch über diese ganze Altersgruppen hinaus, ja, wir haben ja also wirklich, wie gesagt eben Menschen, das erstreckt sich mal über 100 Jahre, und alle, das sind viele bei, die eben halt ihre Erfahrungen da einbringen können, und ich denke mal, das ist eigentlich das Beste, was man haben kann. Ansonsten muss man natürlich schon selbst etwas tun, aber um das mal kurz noch eben einzuflechten, ich hatte damals auch im Internet recherchiert, wo zum Beispiel drinstand, Verlag sucht Manuskript oder Autor, und da gibt es eine Menge schwarze Schafe, die habe ich alle angeschrieben, wo man dann jubelnd aus diesem Lektorat kam, ja, also ihr Buch passt ganz klar in unsere Verlagsreihe, und letztendlich stand dann hinterher, nachdem die Euphorie so etwas abgeklungen war, unten drunter, aber der Autor muss natürlich eine Anschubfinanzierung leisten, letztendlich, um es kurz zu machen, muss man diese ganzen Dienstleistungen alle bezahlen, herauskam, also letztendlich, dass solche Sachen dann zwischen 5.000 bis 10.000 Euro kosten, und der Verlag garantiert nicht dafür, dass irgendwie ein Buch davon verkauft wird. Es hat Leute gegeben, die haben 2000 Bücher dann da bestellt, die wurde denen dann nach einigen Jahren als Palette wieder nach Hause gefahren, also solche schwarzen Schafe gibt es, und auch da kann man aus dem Erfahrungsschatz von Blautor natürlich schöpfen, und einfach sagen, Leute, lasst da die Finger von. Ja, und ich glaube, das ist eigentlich ja immer das Wichtigste, dass man ja Menschen an der Seite hat, die einem sagen können, pass auf, ich hab das durch, das dürfte so für deinen Plan funktionieren, oder eben, oh, ich glaube, da wirst du nicht das bekommen, was du suchst, das ist ja auch immer ein bisschen das, was wir in unseren sehr teilnehmerzentrierten Schulungsangeboten machen, wirklich zu gucken, nein, nicht dieses ist richtig, nicht dieses ist falsch, sondern was möchte der Einzelne erreichen, und wo möchte der Einzelne auch hin, und das klingt ja erstmal sehr, wie soll ich das ausdrücken, es klingt vor allem erstmal sehr offen und nach sehr vielen Möglichkeiten, und ich denke, das ist ja gerade im Bereich textschaffender Kunst eigentlich so das, was man wirklich braucht, denn ganz häufig hat man ja auch, wenn man sich mit einem Manuskript bei Verlagen bewirbt, dann die Aussage, naja, also wissen Sie, damit das für uns interessant wäre, müsste das schon mehr, und sollte es eher in diese, und sollte es eher in jene Richtung gehen, und wenn man dann eigentlich anfängt, sein Werk verbiegen zu müssen, dann ist es halt auch plötzlich nicht mehr das, was man eigentlich erschaffen wollte. Richtig, ja. Es ist also so, um einfach nochmal auf die Gemeinschaft zu sprechen, zu kommen, wir haben also zurzeit 77 Mitglieder, und das heißt ja nicht, dass diese 77 Mitglieder immer irgendwo zusammensitzen, sondern es bilden sich dann natürlich untereinander auch eben Bekanntschaften, Freundschaften, es ist bei uns ja die Möglichkeit, durch die verschiedenen Chatrooms bzw. WhatsApp-Gruppen, dass die sich auch mal untereinander treffen und sagen, Mensch, ich habe hier was geschrieben, hör dir das doch bitte mal an, was sagt ihr zu dem Text, dass man mal einfach vergleicht, sich eine andere Meinung holt, und dazu wird nicht immer die ganze Gruppe eingeladen, das sind auch so Sachen, die dann untereinander geschehen. Man muss jetzt auch nicht die Sorge haben, hu, jetzt komme ich in eine Gruppe rein, da sind 77 Leute drin, wie sich die mal alle kennengelernt habe. Also ich kenne auch nicht alle sehr intensiv, ich halte zu vielen Kontakt, aber Tatsache ist, wie in jedem, ich sage mal, Ruhigverein, dass ungefähr immer so ein Drittel sehr aktiv ist, so ist es bei uns auch, das zweite Drittel ist dann weniger aktiv, und das letzte Drittel, da sind dann eben halt einige bei, die melden sich hin und wieder mal. Und das ist normal und das ist auch gut so, weil es gibt auch Leute bei uns, die sagen, hach, Entschuldigung, ich habe mich schon ein halbes Jahr nicht mehr gemeldet, da habe ich gesagt, ja, braucht man sich doch nicht entschuldigen, wenn man gerade was anderes zu tun hat, dann ist es doch gut, bitte alles locker sehen. Also, schreiben soll Freude machen, also ohne Freude gibt es keine Kreativität. Das finde ich ein ganz tolles, zusammenfassendes Statement, ohne Freude gibt es keine Kreativität. Also ich habe es mir jetzt wieder so gedacht, ich hatte jetzt zwei Wochen Weihnachtsurlaub, wo wieder viele tolle neue Songs entstanden sind, wo ich auch tatsächlich, ja, textschaffend wieder etwas aktiv war, und da sprichst du, finde ich, den wichtigsten Punkt an. Kreativität entsteht einfach nur, wenn es Spaß macht und wenn ihr da einen Treffpunkt, ein Netzwerk geschaffen habt, wo genau das ermöglicht wird, dann ist das doch spitze. Dann erkläre uns doch noch kurz, wie wird man Mitglied bei Lauter Dieter? Ja, also entweder, also auf unserer Website gibt es erstmal Hinweise, Adressen, wenn es jetzt hier nicht behalten wird, ansonsten kann man sich direkt an mich wenden, an dieter.kleffner@gmx.de, wäre jetzt also die E-Mail-Adresse, aber wie gesagt, es steht auch bei uns im Impressum auf der Lauter Website www.lauter.de und es muss einfach nur die Freude am Schreiben mitgebracht werden, mehr ist es eigentlich nicht. Wie gesagt, auch altersmäßig, habe ich ja schon erklärt, wir freuen uns über ganz junge Leute und jeden, je die, die eben halt wirklich gerne mitmachen möchte. Das klingt nach einem tollen, offenen Angebot und ich hoffe, dass viele, die hier heute zuhören, sagen, Mensch, das wäre was für mich, vielleicht auch im Podcast, später wird das Ganze ja auch nochmal kommen. Und ja, ich wünsche euch auf jeden Fall, dass ihr da nochmal ein bisschen Zuwachs bekommt, denn da habt ihr sicher noch ganz, ganz viel zu bieten und ganz, ganz viel zu erschaffen. Ich bedanke mich ganz herzlich, Dieter, dass du dir heute die Zeit genommen hast für die SMYTHEC Show. Ich wünsche euch viel Kreativität, ganz, ganz tolle Texte, die entstehen zusammen mit euren Mitgliedern und vor allem wünsche ich euch noch viele gemeinsame Bücher. Ich bedanke mich ganz herzlich auch im Namen vom Blautor und soll von unserer Gruppe, den hatte ich mitgeteilt, dass dieses Interview kommt, auch ganz herzliche Grüße bestellen und auch für deine Projekte weiterhin viel Erfolg. Vielen Dank. Vielen, vielen Dank, das kann ich nur zurückgeben, war ein unglaublich tolles Gespräch und ich freue mich aufs nächste Mal, denn wir haben ja schon öfter mal auch von Blautoren hier im SMYTHEC oder im Schulzefunk gehört, vom einen oder vom anderen. Zum Beispiel die Doro Feuerstein mit ihren Liedern oder wir hatten ja die Frau Sonntag auch schon hier im Interview in der SMYTHEC Show. Also wer weiß, vielleicht hören wir noch mehr und bis dahin wünsche ich alles Gute, bleibt gesund und habt einen guten Start ins neue Jahr. Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen. Dein Spezialist für Audioanleitungen, Schulung, Fernwartung und Fritzbox-Optimierung. Mehr Infos findest du auf www.schulze-graben.de