L4 Vortrag zur Woche des Sehens - KI für Blinde
Live-Vortrag zur Woche des Sehens in Plauen: Was KI-Brille, Apple-KI, ChatGPT, Gemini und Grok Blinden wirklich bringen und wo du nachprüfen musst.
09.10.2026 31 min
Zusammenfassung & Show Notes
L4 Vortrag Woche des Sehens zu künstlicher Intelligenz
KI für Blinde und Sehbehinderte live erklärt: KI-Brille, iPhone mit Apple-KI, ChatGPT, Gemini, Grok Audio-Modus im Praxistest, mit Zugauskunft Plauen–Hof und einem klaren Wort zu Verantwortung und Barrierefreiheit.
Diesmal hörst du keine normale Podcastfolge, sondern meinen Live-Vortrag zur Woche des Sehens im Quartier 30 in Plauen. Ich zeige dir aus Sicht eines Blinden, was künstliche Intelligenz heute im Alltag leistet und wo sie danebenliegt. Am Anfang steht die Debatte um KI-Brillen. Mit solchen Brillen werden Menschen fotografiert und gefilmt, ohne es zu wissen, und die Aufnahmen landen im Netz. In Norwegen plant man deshalb gesetzliche Schritte, um KI-Brillen aus Teilen des öffentlichen Raums zu verbannen. Ich halte das für die falsche Richtung. Schützen müssen wir den öffentlichen Raum vor Menschen, die damit Straftaten begehen, nicht vor der Brille. Wer die Technik bedient, trägt die Verantwortung.
Danach geht es in die Praxis. Meine Meta-Brille liest ein Banner vor, das ich selbst nicht lesen kann. Die Apple-KI auf meinem iPhone 17e soll Daten auf dem Gerät verarbeiten. Bei der Bildbeschreibung braucht sie live aber ewig für die Datenverbindung, und das zeigt, warum man beim Datenschutz genau hinschauen sollte. ChatGPT erzählt mir einiges über das Quartier 30 und schreibt selbst dazu: „Überprüfe die wichtigen Informationen auf Fehler.“ Das Publikum bestätigt die Angabe zum barrierefreien Zugang aus eigener Erfahrung, nachprüfen muss man so etwas aber trotzdem. Ich ordne außerdem ein, warum KI-Suche für uns Blinde viel verändert. Unzugängliche Webseiten und Online-Shops waren beim Googeln immer ein Hindernis. Wer seine Webseite heute barrierefrei baut, ist auch für die KI gut aufgestellt.
Höhepunkt ist Grok im Audio-Modus. Bei der Kamera muss er im Audio-Modus passen, bei der Zugauskunft von Plauen nach Hof liefert er dagegen Abfahrt, Gleis und Zugnummer. Den früheren Zug um 16:59 Uhr übersieht er allerdings zuerst. Meine Botschaft lautet deshalb: Wir Menschen behalten die Führung, und wir dürfen uns niemals blind auf eine KI verlassen. Die Aufzeichnung erscheint auf unserem YouTube-Kanal @Schulze-IT.
Was du in dieser Folge mitnimmst:
· Warum bei KI-Brillen der Mensch die Verantwortung trägt und warum ein Verbot wie in der Norwegen-Debatte am Problem vorbeigeht
· Wie dir eine KI-Brille oder das iPhone Schilder, Banner und Aushänge an geschlossenen Türen vorliest
· Warum „auf dem Gerät verarbeitet“ kein Freibrief ist und Kundendaten nur auf eigene Rechner gehören
· Wie du mit ChatGPT, Gemini und Grok Informationen findest, auch wenn Webseiten nicht barrierefrei sind
· Wie eine Zugauskunft per Sprache im Grok-Audio-Modus abläuft und wo du trotzdem nachfragen musst
· Warum Hinderniserkennung per App niemals Langstock und Mobilitätstraining ersetzt
Transkript
Einen wunderschönen guten Tag, alle zusammen. Freut mich wahnsinnig hier heute im Quartier 30 zu sein.
Ich hatte vorher noch nie davon gehört und das ist eigentlich in Anbetracht der Tatsache, dass wir jetzt doch schon eine ganze Weile hier in Plauen leben, unglaublich.
Aber ja, sowas kommt vor. Wer ist dieser Mensch, der heute hier als Pausenclown gebucht wurde?
Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen
Mein Name ist Joachim Schulze. Ich bin der Geschäftsführer von Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen.
Einem Unternehmen, das seit 2025 die Spitzenstadt unsicher macht.
Was treibe ich genau?
Ich bringe blinden und sehbehinderten Menschen digitale Kompetenz bei.
Jetzt haben wir schon ganz Wichtiges gehört von der Vorrednerin, nämlich die Wichtigkeit der Brailleschrift. Das ist einfach essentiell. Aber natürlich hat sich in den letzten 20 Jahren unglaublich viel entwickelt, gerade in der digitalen Technik.
Und ich war früher selber im Hilfsmittelvertrieb, habe ja alles Mögliche und Unmögliche an Hilfsmitteln miterleben dürfen.
Und da waren viele Sachen bei, die hat keiner gebraucht.
Und es waren ein paar Sachen dabei, die waren richtig toll.
Und seit circa zwei Jahren kann man sagen, fängt jetzt doch langsam die künstliche Intelligenz an.
Unser Leben, vor allen Dingen das der Blinden und Sehbehinderten zu verändern.
Ja, gleich vorweg, dieser Vortrag heute wird aufgezeichnet, sowohl im Bild als auch im Ton.
Ist später dann auch zu sehen auf unserem YouTube-Kanal @Schulze-IT.
Einfach mal suchen, so viele unbekannte Gesichter sind ja nicht hier.
Die sind, die Frau Oldersdorf hat auch Flyer von uns, also da kann man auch was mitnehmen,
wenn er eine oder andere sagt, Mensch, das wäre jetzt interessant für mich.
Ja, und es geht heute um einen Überblick.
Künstliche Intelligenz, das ist ja im Moment ein, ja, ich möchte fast schon sagen,
Begriff, mit dem man sowohl unglaubliche Möglichkeiten, aber auch große Ängste verbindet.
Und ja, ich möchte heute mal das Ganze ein wenig aus Sicht der Blinden erläutern.
Ich möchte mich nicht unbedingt der allgemeinen Debatte anheimfallen lassen, aber eine Sache, die konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Ich bin über meiner Vortragsvorbereitung gesessen und habe hin und her überlegt und ich hatte damit gerechnet, dass vielleicht auch ganz viele Plauener und Plauenerinnen und Vogtländer und Vogtländerinnen kommen heute.
Heute, die kommen noch, ja, gucken wir mal wann, aber der Regen hat halt einfach sein Übriges getan und drum ist es heute etwas weniger, aber das macht nichts.
Die Leute hören das nachher und sehen das nachher auf YouTube, das freut uns mindestens genauso.
Und das ist das Thema KI-Brillen.
Wer mich sieht, sieht, Jockl läuft eigentlich immer mit KI-Brille durch die Gegend.
Und im Moment ist dieses Thema quasi in aller Munde, denn es wird verdammt viel Schindluder damit getrieben.
Das muss man ganz klar sagen.
So sieht es aus, lieber Daniel, wie mit jeder Technologie.
Und wir haben das große Thema, dass tatsächlich mit KI-Brillen inzwischen Fotos von Menschen gemacht werden,
Videos von Menschen gedreht werden, die davon nichts wissen und diese Fotos dann veröffentlicht werden.
Und jetzt kommen wir zu einem ganz, ganz wichtigen Punkt, wo meiner Meinung nach die Debatte im Moment in die völlig falsche Richtung geht.
Es geht nämlich darum, wie können wir den öffentlichen Raum vor KI-Brillen sichern?
Und dann stellt sich für mich immer die Frage, wieso müssen wir den vor KI-Brillen sichern?
Wir müssen den öffentlichen Raum vor Menschen sichern, die Straftaten damit begehen.
Weil Menschen zu fotografieren, zu filmen und das ins Netz zu stellen, das ist eine Straftat.
Da gibt es Paragraphen, die das Ganze regeln und das kann man jetzt ja nicht auf die KI-Brillen abwälzen.
Das wäre jetzt so ein wenig, wenn ich sage als Blinder, ich setze mich in einen Mercedes-Benz und sage,
naja, jetzt probieren wir mal, ob der Assistenz schon weit genug ist.
Wenn ich einen Unfall baue, sage ich, na ist doch egal, der hat doch gesagt, er kann das selber.
Aber das ist Blödsinn. Ich als derjenige, der das Zeug bedient, bin letztlich auch verantwortlich für das, was ich mache mit diesen Sachen.
Und darum entsetzen mich dann eigentlich Meldungen wie unlängst aus Norwegen.
Ja, man plant jetzt gesetzliche Schritte, um tatsächlich KI-Brillen aus Teilen des öffentlichen Raums zu verbannen.
Ja, man hat schon den Nebensatz eingestreut, man will vulnerable Gruppen berücksichtigen, damit sind dann vermutlich mehr gemeint. Aber das geht für mich alles ein wenig in die falsche Richtung und ich habe das ganz bewusst zum Eingangsthema meines Vortrages gemacht, weil letztlich dreht sich bei der KI alles um die Verantwortung, die jeder Einzelne von uns hat
und übernehmen muss.
Und ja, wenn man so einen dramaturgischen Bruch,
so heißt das so schön, auf der Bühne hat,
dann ist es normalerweise wahnsinnig schwierig, das rüberzuziehen.
Und wenn man das gleich zu Anfang macht,
ist das eigentlich das Dümmste, was man tun kann.
Ich habe mir gedacht, wie gesagt, ich ging von mehr Leuten aus,
ich habe mir gedacht, schockierst du erst
und dann zeigst du, was Positives geht.
So, und das will ich jetzt auch machen.
Denn künstliche Intelligenz ist für viele Leute ein Schreckgespenst.
Ich hatte mal eine Situation mit meinem Sohn, da war ich in Hof gewesen,
ich weiß gar nicht mehr, wie der Indoor-Spielplatz hieß, irgendein Kletterparadies oder was auch immer, ist egal,
irgendein Indoor-Spielplatz gewesen und da sagt der Taxifahrer zu mir,
wissen Sie, ich habe so Angst vor der künstlichen Intelligenz, irgendwann rationalisiert mich die weg.
Da habe ich gesagt, das ist einerartig zu sehen, aber ohne künstliche Intelligenz hätten sie jetzt diese Fahrt nicht.
Wieso?
Sag ich, weil die künstliche Intelligenz heute Morgen mir das als Freizeittipp für Regentage empfohlen hat,
mit meinem Junior nach Hof zu fahren, auf den Indoor-Spielplatz?
Wie? Das kann die auch?
Sag ich: Genau, das kann die auch.
Und inzwischen kann künstliche Intelligenz für uns Blinde eine ganze Menge. Es gibt viele Vertreter dieser Gattung. Es gibt ChatGPT, das ist wahrscheinlich der bekannteste. Es gibt Gemini, das ist von Google.
Es gibt auch Grok, das kommt von SpaceXAI, heißen sie jetzt ganz neu.
Sie haben sich ja erst wieder umbenannt, das machen die immer so ab und an.
Das ist die Firma von Elon Musk, der Tesla herstellt.
Also es gibt auch welche, die sich mehr auf den geschäftlichen Kontext versteifen,
mehr auf den wissenschaftlichen Kontext versteifen.
Da hätten wir dann noch einen anderen bekannten Vertreter,
Ideen aus dem Publikum, Meta-geschäftlicher Kontext, das ist super, das ist ein ganz toller Ansatz, genau, Meta hat spät angefangen mit der KI, aber durchaus stark aufgeholt, die haben wirklich was gerissen, das muss man ganz klar sagen, sie stehen ja auch hinter den Smart Glasses und die waren tatsächlich die treibende Kraft, dass Meta seine KI so vorangebracht hat.
Nee, ich rede von Claude. Das ist die KI, die eigentlich wissenschaftlich sehr viel genutzt wird, die ja teilweise schon Bücher lektoriert.
Das ist kein Witz. Es gibt ja inzwischen auch ganze Bücher, die von KI geschrieben worden sind.
Aber das ist nicht das, wo sie für uns als Blinde einen riesen Mehrwert macht. Den macht sie bei anderen Sachen.
Wir stellen uns folgende Situation vor. Sau blöd, hier steht ein Banner oder was auch immer es sein mag. Ich habe keine Ahnung. Das geben meine Augen nicht mehr her. Also was kann ich tun? Ich könnte ja als Beispiel mal meine Brille fragen, um was es sich da handelt.
Und das könnte dann zum Beispiel so aussehen, hey Meta, schau und sage mir, was das für ein Aufsteller ist.
So, das hört ihr jetzt alle nicht, aber das macht gar nichts.
Das ist, ich muss mal schnell hier stoppen, so, das ist ein Banner des Blinden- und Sehbehindertenverband
Verband Sachsen, der auf die Kreisorganisation Plauen hinweist.
Das ist für mich jetzt erst einmal eine wahnsinnig verändernde Info.
Weil, wie hätte ich denn das, KO Vogtland, ja?
Du hast Plauen gesagt.
Kreisorganisation Plauen, Entschuldigung.
Ja, ja, bitte, bitte, bitte.
Kreisorganisation Vogtland steht da.
Genau, richtig. Steht auch drauf, hat er auch gesagt.
Steht aber Plauen, steht als Ding drunter.
Geschäftsstelle Plauen.
Genau, Geschäftsstelle Plauen.
Und das hatte ich jetzt, ich hatte jetzt die Vogtland übersehen.
Danke, Daniel. Das ist ganz wichtig.
Genau. Also das ist halt immer ganz wichtig, gerade mein Lieblingsbeispiel dafür ist,
wenn ich irgendwo an einer geschlossenen Ladenpraxis oder sonst was Tür stehe.
Dann kann das alles sein. Das kann sein, bin kurz weg.
Dann kann das aber auch sowas Tolles sein wie heute geschlossen, weil morgen keine Lust zum Arbeiten.
So, wenn ich das nicht lesen kann, dann habe ich erst einmal ein Problem,
Weil dann kann ich mal nämlich einen Passanten suchen. Könnten Sie mir mal bitte sagen, wieso da drüben zu ist? Wo? Super, toll. Das kann ich mit der Technik alles wesentlich einfacher machen. Und ich möchte euch das Ganze jetzt natürlich auch noch zeigen, sodass ihr das hören könnt.
Und zwar mit dem Handy, denn Apple spielt ja inzwischen auch bei den künstlichen Intelligenzen mit.
Zwar noch nicht so erfolgreich, aber auf einem anderen Weg.
Denn Apple will,ich hoffe, du musst mir nicht mit dem Stativ zu sehr hinterherlaufen.
Ich neige dazu, immer nicht so ganz ortsfest zu sein.
Das ist das Gute, dass du schon so lange mit mir verheiratet bist.
Hinter der Kamera heute meine Frau, Carina. Das findet sie immer ganz toll, wenn sie erwähnt wird.
Das darf ich mir dann zu Hause wieder anhören. Genau, genau, genau.
Leute haben immer gesagt, du hättest Entertainer werden sollen, wäre auch gescheiter gewesen.
Aber gut. Apple macht das hier ein wenig anders mit der künstlichen Intelligenz.
weil was machen die? Die sagen ganz klar, nee, wir wollen möglichst viel Daten auf dem Gerät verarbeiten.
Ja, das kann man ja mal wollen. Ob das dann in der Praxis auch so funktioniert, das ist ganz gut.
Das wissen wir nämlich nicht. Und warum sage ich das mit dem Augenzwinkern?
Ganz ehrlich, weil wir das nie genau wissen.
Weil in dem Moment, wo wir künstliche Intelligenz verwenden und sie nicht auf unserem eigenen PC zu Hause oder in der Firma stattfindet,
können wir kaum einen Einfluss drauf nehmen, wo wandern jetzt unsere Daten wirklich hin.
Und das werde ich auch gleich noch einmal kommentieren.
Jetzt gucken wir uns aber zuerst einmal an, was das für ein Aufsteller ist.
Ein anderes Programm verwendet gerade die Kamera.
Das finde ich super.
Das heißt, meine Brille war so freundlich und wollte sich koppeln, kann sie aber gar nicht, weil sie eigentlich aus ist.
Ein weißes Roll-Up-Banner, das auf einem dunklen Holzboden steht und im unteren Bereich ein violettes Farbfeld mit einem gepunkteten Übergang aufweist.
Das Banner ist teilweise abgeschnitten, zeigt aber deutlich lesbaren Text.
So, ich breche mal ab.
Was ist hier das große Problem?
Der Klassiker, ich war nicht gerade, ich war zu weit weg und, und, und.
Das machen wir jetzt noch einmal.
Einfach da.
Und wieder sehen wir nichts.
Nichts, genau. Und das ist aber genau das. Apple fängt einfach erst an mit der künstlichen Intelligenz.
Und darum wollte ich das jetzt einmal zeigen. Theoretisch soll das Ganze hier bei meinem iPhone 17e auf dem Gerät bleiben.
Ja, wer es glaubt, wird selig. Wer es nicht glaubt, kommt auch in den Himmel.
Das ist ein wenig die Problematik, die man sich heute einfach stellen muss und die man einfach ganz klar im Kopf haben muss.
Europa spielt in der Entwicklung der künstlichen Intelligenz eine relativ untergeordnete Rolle und drum machen die Regeln andere. Das ist einfach so. Und drum sollte man auch immer mit persönlichen Daten ein wenig vorsichtig sein.
Nein. Und das ist, glaube ich, auch so die große Botschaft, wenn Leute mich ansprechen und sagen,
Mensch, Jockl, ich traue mir das nicht zu. Ich will keine KI verwenden, weil die ist gefährlich.
Dann muss ich sagen, nee, der Zug ist abgefahren.
Weil das kann ich mir als Blinder eigentlich fast nicht mehr leisten, keine KI zu verwenden.
Denn sie eröffnet uns einfach zu viele Möglichkeiten.
Es gibt ja auch noch andere KIs. Ah, lebst du auch mal wieder.
So, das war jetzt der Beweis. Er hat jetzt ewig gebraucht. Ich habe jetzt nicht noch einmal drauf gedrückt.
Es wurde nicht auf dem Gerät verarbeitet, weil er hat ewig gebraucht, um die Datenverbindung herzustellen.
Herzlichen Glückwunsch Apple, danke. Es gibt ja auch andere KI-Apps, die wir nutzen können und das ist zum Beispiel ChatGPT oder dann natürlich auch spezielle Apps für uns Blinde, wie zum Beispiel Be My Eyes, die dann auch mehr auf die Bedürfnisse von uns Blinden abgestimmt sind.
Aber wir wollen uns... Ja, wir gönnen uns jetzt gar nichts. Aber ihr seht schon, das Handy ist heute unsere Kommunikationszentrale. Und natürlich muss man klar sagen, mit diesen Systemen können wir jetzt auch wahnsinnig tolle Sachen machen.
Ich hatte zum Beispiel keine Ahnung, ich war noch nie im Quartier 30, ich habe es vorher gesagt.
Ich weiß inzwischen, es ist ein Veranstaltungsort.
Jetzt lassen wir uns doch mal mehr darüber erzählen.
Frage ChatGPT, was ist das Quartier 30 in Plauen?
Das Quartier 30 ist eine soziale Einrichtung in der Bahnhofstraße 30 in Plauen,
betrieben vom Verein Wohn- und Lebensräume eingetragener Verein.
Es dient als generationenübergreifender Treffpunkt mit vielfältigen Angeboten wie Keramikwerkstätten, Ausstellungen, Vorträgen und monatlichem Kaffeetratsch.
Die Einrichtung ist barrierefrei zugänglich und bietet einen Raum für Begegnungen und kulturelle Veranstaltungen.
Das war von ChatGPT. Überprüfe die wichtigen Informationen auf Fehler.
So, das ganz Wichtige gleich vorneweg. Überprüfe die wichtigen Informationen auf Fehler.
Wir dürfen uns nie, nie, nie, nie, blind, und ich darf das sagen, auf die Informationen verlassen, die wir von einer KI bekommen haben.
Bitte, ich höre da Irrtum. Ich höre zu, ja.
Genau. Das ist eine sehr berechtigte Frage. Gibt es diesen barrierefreien Zugang irgendwo?
Ja, sicher. Den haben wir hier genommen.
Eben, also die vier Stufen waren da der zweite Zugang.
Genau. Also auch das ist ein ganz wichtiges Thema. Niemals einfach nur blind drauf verlassen. Aber die KI hat doch gesagt, nee, ich muss auch mein Gehirn noch benutzen. Das ist genau der wichtige Punkt, der jetzt gerade angesprochen wurde von dir.
Wenn wir Google verwenden, und da kommen wir jetzt zum wichtigsten Punkt.
Gemini ist eigentlich das Produkt einer Suchmaschine, die ursprünglich Google mal zur Weltspitze gebracht hat.
Aber Google hat halt immer bloß das Web durchsucht.
Und eine KI macht ja ein bisschen was anders.
Die sammelt ja Informationen aus dem Web.
Aber längst nicht mehr nur das, sondern kann durch das, dass sie schon wahnsinnig viele Informationen aufgesaugt hat, zusätzlich nach weiteren Infos im Web suchen.
Und das verändert natürlich für uns Blinde den Markt ganz gewaltig.
Denn für uns war Googlen immer eine relativ bescheidene Arbeit, weil wenn Seiten nicht gut zugänglich sind, dann ist das nicht einfach so, dass wir mal schnell sagen können, wie komme ich denn jetzt an die Info? Wie komme ich denn jetzt zum Beispiel, die Kontaktdaten, das geht meistens noch irgendwie, aber ein Produkt, das bloß online zu bestellen geht, wie mache ich das jetzt, wenn der Online-Shop nicht barrierefrei ist?
Ja, es gibt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz seit 2024, bin ich sehr dankbar für, aber es hat sich längst noch nicht überall durchgesetzt und wer deutsche Gesetze kennt, der weiß, manchmal dauert das ein wenig, bis die sich überall durchgebissen haben.
Das ist kein politischer Stammtisch, aber das ist Tatsache. Aber das ist einfach ein großes Thema, das viele Leute gar nicht auf dem Schirm haben. Wenn sie Apps machen, wenn sie Programme schreiben, wenn sie Webseiten bauen, können das eigentlich Blinde nutzen.
Und das Tolle ist, die KIs, die heute unterwegs sind, die sind ganz oft wie wir Blinde.
Die arbeiten nämlich genauso im Web wie wir.
Die können nämlich erst mal keine Bilder begreifen.
Es gibt zwar KIs, die dann multimodal sind, Fremdwort, aufgepasst, ist gar nicht schwer,
die verschiedene Eigenschaften beherrschen.
Das heißt, die können zum Beispiel auch Bilder erkennen und Bilder beschreiben.
Und das ist, wie wir vorher schon gesehen haben, einer der größten Vorteile für uns Blinde.
Aber im Standard können Sie das eben erst einmal nur, wenn Sie gezielt ausgelöst werden.
Und wenn Sie das Web durchsuchen, suchen Sie natürlich nach Text.
Und das bedeutet eigentlich, wer heute seine Webseite barrierefrei gestaltet,
der ist eigentlich verdammt gut aufgestellt für die Zukunft, weil das kann auch die KI.
Und wenn wir jetzt mal so überlegen, was gibt es denn alles, was für uns Blinde wichtig ist, dann gucken wir uns doch das jetzt einfach mal an und lassen uns doch da mal direkt von einer KI beraten.
Ich zeige das jetzt am Beispiel der KI Grok. Starte die App Grok. Gibt es eine Podcast-Episode bei uns? Gibt es eine Podcast-Episode bei uns? Die heißt, wann wurde aus dem Kräuterlikör eine KI? Für alle, die das interessiert, gerne mal nachhören im Smütech. Was meinst du, Andreas? Ich kenne dich schon, ich kenne dich schon.
So, ja, wann wurde aus dem Kräuterlikör eine KI?
Ja, ziemlich genau 2024, 2025 ist es, glaube ich, aufgekommen.
Ich habe ein wenig gebraucht, bis ich mich mit Grok angefreundet habe.
Aber es ist halt immer ein wenig das bei den Produkten von Elon Musk.
Manche Sachen, die muss man nicht verstehen, die er macht.
Und manche Sachen, die sind einfach spitze.
Und bei Grok ist es auch so ein wenig zweigeteilt.
Ich habe zum Beispiel mit Grok inzwischen ein Team aus verschiedenen virtuellen Mitarbeitern,
die bei uns in der Firma ganz viel PR-Arbeit machen.
Das ist unglaublich wertvoll für mich, weil das spart mir inzwischen mindestens zwei Arbeitskräfte.
Wie ich ganz ehrlich.
Und jetzt kommen wir zum wichtigsten Punkt.
Das Ganze muss datenschutzkonform bleiben.
Ich kann Grok nur mit ungefährlichen, das heißt niemals mit Kundendaten füttern. Denn alles, wo Kundendaten ins Spiel kommen, das ist ganz klar, das läuft nur auch mit künstlicher Intelligenz. Aber auf meinen Rechnern, die niemals das Haus verlassen.
Und das ist das, was gerade in Deutschland ganz langsam ins Bewusstsein einiger Firmen kommt.
Und die verdienen dann ganz viel Geld damit, indem sie anfangen, lokale KI-Modelle auf deutsche Server zu holen
und das dann im Firmenumfeld als den großen Wurf zu verkaufen.
Nee, sie machen es einfach DSGVO-konform.
So, und jetzt gucken wir uns das mal an mit Grok.
So, Bot an die Arbeit, nee, der brach jetzt ja nicht.
Wir gehen jetzt runter.
Hier haben wir nämlich den sogenannten Audio-Modus.
Ich muss bloß schnell Sprache ausschalten, sonst quäken.
Nee, sollst du nicht.
So, dann gucken wir jetzt nochmal, dass wir die Sprachausgabe hier auskriegen.
Hörst du mir zu?
Nee, natürlich nicht.
Wieso auch?
Ich brauche den so selten, den Audio-Modus.
Da reden wir jetzt.
Hallo Grok.
Ich bin heute bei einem Vortrag und ganz ehrlich gesagt,
Bin ich für den Anlass vernünftig gekleidet? Schalte doch bitte mal die Kamera ein und sag mir das.
Kamera kann ich nicht einschalten. Ich bin hier nur als Stimme. Kein Bild kommt bei mir an.
Aber wenn du mir beschreibst, was du anhast, sag ich dir ehrlich, ob es zum Vortrag passt.
Na, sowas. Tatsächlich kannst du keine Kamera verwenden. Das zeige ich dir gleich.
Sprachausgabe aktiviert.
Ich bin gespannt, was du da vorhast.
Kamera kann ich nicht einschalten. Ich bin hier nur als Stimme.
Kamera umschalten.
Kamera umschalten. Sprachausgabe deaktiviert.
Jetzt habe ich die Kamera aktiviert. Jetzt sollte das anders aussehen.
Ich sehe immer noch nichts. Die Kamera liefert bei mir keinen Bildstrom, egal wie oft du sie aktivierst.
Das ist keine Einstellung, die du umlegen kannst.
Wenn du mir sagst, was du anhast, Hemd, Jacke, Farbe, Schuhe, bewerte ich das gern.
So, ich muss hier erst stoppen.
Sprachausgabe aktiviert. Ton an. Mikrofon pillen. Sprach anhängen.
Frag nach. Stopp. Bibliothek. Stopp. Taste. Stopp.
So, ganz wichtig ist nämlich das Thema Audiomodus.
Hier kann ich also auch richtig mit der KI sprechen.
Und ihr habt es jetzt schon gehört, die antwortet dann auch richtig wie ein Mensch.
Und es gibt tatsächlich Sachen, die gehen mit der Kamera und es gibt Sachen, die gehen nicht mit der Kamera.
Bei GPT klappt das im Allgemeinen sehr gut mit der Kamera im Audiomodus.
Ich verwende das zu 99% nie, weil ich den Audio-Modus einfach nie brauche, weil der mir viel zu
viel Guthaben frisst. Ich mache, wenn ich von irgendwas Bilder brauche, dann schmeiße ich das
meistens einfach schnell als Foto rein und das geht natürlich auch wunderbar. Und das ist eben
auch das Tolle, dass wir solche KIs inzwischen auch wunderbar personalisieren können. Also,
Also wir haben jetzt gesehen, okay, das ist also ein Audio-Modus, den können wir dann aber auch richtig suchen lassen.
Und das hatte ich vorher schon angesprochen, das Thema Googlen.
Das ist für uns Blinde heute nur noch eine Absicherung.
Wir müssen es können, keine Frage, aber es ist bloß noch eine Absicherung.
Weil die klassische Sucharbeit, die macht tatsächlich heute ohne Probleme die KI für uns.
Und das möchte ich mal an einem Beispiel zeigen.
Das haben wir auch schon in einem Podcast vorgeführt.
So, jetzt machen wir hier wieder einen Audio-Modus an von Grok.
Kamera, Bildschirm, Frag, Leerzeichen, KI-Agent, New Message, Anhängen, Experte, Diktieren, Reden, Taste, Doppeltippen, um Sprachmodus zu starten, Sprachausgabe deaktiviert.
Kannst du bitte mal nachschauen, wann der nächste Zug von Plauen nach Hof fährt?
Der nächste Zug von Plauen nach Hof fährt heute um 17:59 Uhr ab Plauen (Vogtl) oberer Bahnhof, direkt ohne Umsteigen, Ankunft Hof Hbf um 18:31 Uhr, also in etwa einer Stunde und 43 Minuten.
Das ist ein RE3 der Mitteldeutschen Regiobahn, Fahrzeit 32 Minuten, Gleis 4.
Danach fährt stündlich einer 18:59 Uhr, 19:59 Uhr, 20:59 Uhr, letzter um 21:59 Uhr.
Für die Live-Abfahrt mit Verspätungen und Gleisangaben ist die DB-App oder bahnhof.de die verlässlichere Quelle.
Meine Daten stammen aus dem Regelfahrplan, nicht aus Echtzeit.
Es ist super, dass du mich darauf hinweist, dass ich mich nicht ausschließlich auf deine Infos verlassen sollte.
Denn es würde natürlich auch ein Zug um 16:59 Uhr fahren.
Da hast du recht. Der 16:59 Uhr ist im Regelfahrplan drin und ich hätte ihn nennen sollen.
Es ist jetzt 16:16 Uhr, also fährt er in 43 Minuten, Ankunft Hof 17:31 Uhr.
Der 17:59 Uhr bleibt als Rückfallebene, falls du den verpasst.
Dann möchte ich gerne wissen, wann der 16:59 Uhr Zug abfährt, von welchem Gleis.
Der 16:59 Uhr fährt von Gleis 4 ab. Das ist der feste Gleisstandort für alle RE3-Züge Richtung Hof am Plauener Oberen Bahnhof.
Bestätigt durch die offiziellen Regeltafeln der DB.
Zugnummer ist RE74027, Ankunft Hof Hbf, 17:31 Uhr.
Die Live-Abfahrtstafel von bahnhof.de liefert mir gerade keinen Inhalt, also keine Echtzeitverspätung.
Die DB-App oder die Ansage am Bahnhof sind dafür die verlässliche Quelle.
Falls du magst, kann ich dir die Gleisangaben für die weiteren Hof-Verbindungen am Abend raussuchen.
Die sitzen alle auf Gleis 4.
Sprachausgabe aktiviert.
So, machen wir hier Stopp.
So und ihr seht also schon, das ist eine wahnsinnige Hilfe. Wenn ich mal schnell unterwegs bin und brauche jetzt einfach mal schnell einen Zug. Klar, er hat den, der eigentlich offensichtlich wäre, übersehen. Hätte ich gesagt, such mir einen früheren Zug, hätte er es gesagt.
Also da sind wir wieder bei dem Thema, wir werden nicht automatisch vom Denken befreit, auch wenn sich das mancher wünschen würde. Aber es ist tatsächlich so, wenn wir mit der KI vernünftig zusammenarbeiten und da rede ich wirklich von Zusammenarbeiten im Sinne von wir, der Mensch, bleiben immer die Führung.
Wir dürfen uns niemals blind auf die KI verlassen. Es gab jetzt letztens, das hatten wir auch im Podcast gehabt, eine App, die sich anmaßte, ja, wir können zuverlässig als Hinderniserkennung immer auf herannahenden Verkehr hinweisen.
Ich glaube, wenn das ein Orientierungs- und Mobilitätstrainer hört, der bricht in panische Zuckungen aus, weil das einfach nur, ich weiß es nicht, mir fehlen da immer die Worte.
Das sind ja teilweise Betroffene, die solche Behauptungen aufstellen. Und dann denke ich mir immer, Leute, habt ihr alle kein Mobilitätstraining gehabt? Habt ihr keine Langstockausbildung gehabt? Oder was ist los?
Also das ist eigentlich nicht nachvollziehbar, denn das darf niemals passieren.
Wir dürfen uns niemals auf eine KI blind verlassen.
Aber sie kann uns natürlich wahnsinnig viel weiterhelfen.
Zum Beispiel eben, natürlich kann uns, wenn ich ein Foto von mir mache,
kann sie mir auch sagen, was ich für ein Hemd habe,
kann sie mir sagen, dass ich meine dunklen Hose habe.
Das kann sie alles, das ist kein Problem.
Und ich kann sie auch fragen, wie passt das zusammen?
Was hat das für eine Wirkung auf Menschen? Und, und, und.
All das ist mit KI heute möglich.
Es ist auch möglich, mit der KI Dinge wiederzufinden, die ich verlegt habe.
Also den Möglichkeiten für unseren Personenkreis sind eigentlich fast keine Grenzen gesetzt.
Und ich möchte jetzt einfach mal vorsichtig sagen,
Jeder, der heute sagt, ich nutze keine KI, weil ich Angst davor habe, der hat sich eigentlich selbst von der Zukunft ausgeschlossen. Vielen Dank.
Publikum
00:09:41
Joachim Schulze
00:09:42
Publikum
00:09:44
Joachim Schulze
00:09:49
Publikum
00:09:52
Joachim Schulze
00:09:56
VoiceOver
00:12:30
Joachim Schulze
00:12:33
iPhone
00:12:42
Joachim Schulze
00:13:07
ChatGPT
00:15:58
Joachim Schulze
00:16:29
Publikum
00:17:01
Joachim Schulze
00:17:05
Grok
00:23:42
Joachim Schulze
00:23:51
VoiceOver
00:23:59
Grok
00:24:00
VoiceOver
00:24:03
Joachim Schulze
00:24:08
Grok
00:24:12
Joachim Schulze
00:24:25
VoiceOver
00:24:27
Joachim Schulze
00:24:33
VoiceOver
00:26:06
Joachim Schulze
00:26:16
Grok
00:26:24
Joachim Schulze
00:27:08
Grok
00:27:20
Joachim Schulze
00:27:39
Grok
00:27:48
VoiceOver
00:28:25
Joachim Schulze
00:28:26