L3 Geolangstockwanderung ins Zeidelweidetal
Wir durften mit Goldschmiedemeisterin Bianca Hallebach ein wunderschönes Stück Natur und Geschichte erleben
04.09.2026 17 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Episode zeigt dir Joachim Schulze "Jockl" live, wie eine Geo-Langstockwanderung im Zeidelweidetal zwischen Bad Elster und Adorf klingt, riecht und sich anfühlt. Am 29. August waren Abordnungen der Kreisorganisationen Vogtland und Zwickau des BSV Sachsen unterwegs auf dem Naturlehrpfad des Tals, das seinen Namen von den Zeidlern hat, den früheren Waldimkern. Führung hatte die Goldschmiedemeisterin und Geologieexpertin Bianca Hallebach aus Plauen. Ihre Werkstatt und ihre steinreichen Schmuckstücke findest du unter https://www.goldschmiede-hallebach.de/. An der B 92 erklärt sie phyllitischen Schiefer, Kambrium, Ordovizium und Mobilisat-Quarz so, dass man die Schichten begreifen kann. Dazu kommen Orchideen wie das Knabenkraut, Arnika, bewässerte Wiesen, ein stilles Waldbiotop und ein Silberring, den Bianca als Wachsabdruck vom Schiefer gegossen hat. Das Bodendenkmal der Ringanlage von Schloss Schönfeld bleibt für eine nächste Tour. Zum Abschluss kehrte die Gruppe im Gasthof Landhaus ein: https://www.landhaus-adorf.de/. Wer solche Unternehmungen und den unabhängigen Smütech mittragen und gleichzeitig bei Schulung oder Fernwartung sparen möchte, ist im Smütech-Klub richtig: Basic 29 € monatlich oder Plus 49 € monatlich, inkl. zwei bzw. vier Stunden pro Quartal. Alle Infos und Anmeldung: https://schulze-graben.de/smuetech-Klub.
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Transkript
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Am 29. August machte sich eine Abordnung der Kreisorganisation Vogtland
und der Kreisorganisation Zwickau des BSV Sachsen
wieder einmal auf eine Geo-Langstockwanderung.
Dieses Mal war das Ziel das Zeidelweidetal zwischen Bad Elster und Adorf.
Das Zeidelweidetal hat seinen Namen von den Zeidlern, den früheren Waldimkern,
die Honig ernteten, indem sie künstliche Höhlen in Bäume schlugen.
Das etwa zweieinhalb Kilometer lange Tal bietet nicht nur einen Naturlehrpfad,
sondern auch seltene Pflanzenarten wie Orchideen
und viel Wissenswertes über das lokale Gestein wie phyllitischen Schiefer.
Wir waren uns natürlich nicht selbst überlassen,
sondern hatten wieder kompetente Führung durch die Goldschmiedemeisterin
und Geologieexpertin Bianca Hallebach.
Als Erstes sahen wir uns das typische Gestein an der Querung der B 92 an,
die gleich am Eingang des Tals liegt,
wo die Weiße Elster in den Zeidelbach fließt.
Also ein kleiner geologischer Aufschluss,
der aber eben durch diesen Bau von der Natur haltbarer wird.
Leider müssen solche Wanderungen auch zeigen,
dass ich damit animiert werde, solche geologischen Schönheiten zu sehen
und dementsprechend auch für die Forstarbeiter, für die Bauarbeiter,
ihre Dinge so hinzustellen, dass die Geologie zur Geltung kommt.
Das ist mir leider aus irgendeinem Grund fehlgeschlagen.
Die hätten diese Wanderhöhe gleich mal ein bisschen weiter in die Richtung stellen können,
dass man diesen geologischen Aufschluss sieht.
Dann wäre es jetzt auch wichtig, dass man von Zeit zu Zeit mal jemanden hier hat,
dass der geologische Aufschluss wieder sichtbar wird.
Den Sehenden kann ich das zeigen.
Also vor einigen Jahren habe ich das mal gemalt, tatsächlich,
und da kann man sehr gut den Kontakt zwischen den ordovizischen Schichten
und den kambrischen Schichten im Profil sehen.
Und wie Sie sehen, beschreibe ich das jetzt.
In unserem Bereich ist hier viel Verwitterung. Wir fangen mal so an.
Also zu der Zeit im Kambrium hatten wir im Norden ein Festland, im Süden ein Festland,
vor Gondwana diesen Kontinent, diesen alten Kontinent,
und dazwischen drin, wo wir uns jetzt befinden, eigentlich ein Urmeer mit Schwellen und kleinen Inseln.
So, und in diesem Urmeer hat sich natürlich durch die Bewegung des Wassers Gestein abgetragen
und wurde wieder abgelagert, in Form von Tonen, in Sanden, Schicht für Schicht.
Und diese Schichten, durch diese Menge und durch diese Zeit
und auch wieder durch Erdbewegung, Druck von oben, Druck von unten,
ist dieser Schiefer, dieser phyllitische Schiefer, wie wir ihn hier sehen und kennen, entstanden.
Also muss man sich vorstellen, wo wir jetzt stehen, war früher ein Urmeer.
Das sage ich immer gerne den Kindern vor allen Dingen:
Nur kurz die Luft anhalten, wir würden eigentlich im Wasser stehen, vor 600 Millionen Jahren.
Und hier sieht man halt jetzt sehr schön, dass der untere Teil des Schiefers
richtig schön parallel ist, eine Schicht über der anderen sozusagen gelagert.
Es gab ein paar Verwerfungen, wo man sagen kann, senkrecht dazwischen drin
der Schiefer mal ein Stück rauf, ein Stück runter geschubst wurde.
Aber im Großen und Ganzen ist der untere Teil so,
dass man regelrecht Flächen zum Bauen, eben wie für die Brücke oder die anderen Brücken, herausnehmen kann.
Also das sind schon fast Werksteine.
Aber dann kam das nächste Erdzeitalter, das Ordovizium, ungefähr 400 bis 500 Millionen Jahre,
gut gerechnet, ganz genau ist das nicht.
Und das hat sich sozusagen oben drüber linsenförmig bewegt.
Also da wurde der Schiefer sozusagen dann nochmal aufgeworfen,
und man kann sehen, dazwischen drin ist eine Quarzlinse.
Man spricht vom sogenannten Mobilisat-Quarz.
Bei 300 bis 400 Grad, also was jetzt nicht so sehr warm ist in der Geologie,
wurden diese Gesteine nochmal überformt.
Wir haben ja auch heute noch die sogenannten Schwarmbeben im Vogtland.
Also das gab es damals auch.
Und damit hat sich der Schiefer wellenförmig aufgefaltet.
Und es ist eben hier wirklich ein Musterbeispiel,
dass wir den unteren Bereich haben, der sehr klar geschichtet ist,
und oben drüber sozusagen die Augen, die Linsen, die sich aneinanderfügen,
der Ordovizium-Schiefer.
Und diese Schicht hier wird eben tatsächlich in der Geologie als die Landhaus-Schicht bezeichnet,
weil wir ja vorne dieses kleine Gasthaus, das Landhaus, haben.
Bianca Hallebach konnte uns neben den geologischen Besonderheiten
aber auch noch viel zur Naturbeschaffenheit im Zeidelweidetal mit an die Hand geben.
Hier waren natürlich auch die Mitglieder der Naturfreunde,
die neben uns Blinden an dieser Wanderung teilnahmen, sehr interessiert.
Und das kleine Bächlein, was man hier sieht, und es ist, wie gesagt,
eines der ältesten Naturschutzgebiete auch.
Um den Boden darum hat sich früher ein Arzt, Dr. Walter, ein Zahnarzt aus Adorf, verdient gemacht.
Die Wiesen wurden auch zu DDR-Zeiten regelmäßig gemäht,
aber immer erst dann, wenn die Wiesen abgeblüht waren,
weil es hier nämlich Orchideen gibt, das Knabenkraut, sowie auch Arnika.
Also alles so ein bisschen solche geschützten Pflanzen.
Und deswegen ist es wichtig, dass die Wiesen gemäht werden,
sonst vergrast es, sonst wird es wieder Wald, und dann ist nichts mehr mit Wiese.
Und weiter oben zeige ich euch auch nochmal:
Auch von früher her hat man die Wiesen ganz gekonnt bewässert,
indem von natürlichen Quellen, die irgendwo im Tal sind,
ganz kleine Gräben quer, diagonal über die Wiesen geführt wurden,
dass also Wasser sozusagen durch diese Gräben auf die Wiesen kommt,
dass die immer schön blühen.
Und dann kommen wir später weiter, da erzähle ich weiter oben zu den Zeidlern,
dass eben Blumen da sind und die Zeidler ihr Handwerk hier machen können.
Und für Kinder ist vielleicht interessant:
Ich habe das leider zwar auch nicht mehr erlebt, auch wenn ich 1976 geboren bin,
aber meine Klassenkameraden haben erzählt, dass damals in Elsterau etwas aufgebaut war.
Die haben sich dann immer mit einem kleinen Mühlrad, mit so einer kleinen Transmission, bewegt.
Und das hatte der hier aufgebaut.
Leider ist der dann irgendwann gestorben, und dann ist es kaputtgegangen,
und irgendwann wurde es dann weggeräumt.
Ich kenne das von Wünschendorf, da gibt es ja den Märchenwald, falls ihr den kennt.
Nicht jedes Naturschutzgebiet im Vogtland ist ja gleich gut zu Fuß zu durchqueren,
gerade wenn man nicht sieht.
Hier muss man wirklich sagen: Solange man sich auf dem Lehrpfad hält,
sind die Wege mit festem Schuhwerk und einigermaßen sicherem Tritt gut zu bewältigen.
Aber einige von uns konnten sich dank Bianca Hallebachs Sach- und Fachkenntnissen
auch noch einen wunderschönen weiteren Abschnitt zu Gemüte führen.
So, also ich habe ja heute extra die Tour mal ins obere Vogtland gelegt,
wo wir richtig schön den Wald haben, mit ganz dickem Moos, aber natürlich auch Hügeln, da mal Berge.
Und wenn ihr das möchtet: Vorher hatten wir erst ein bisschen Laubwald, der ist nicht so schön,
und hier beginnt die Waldgrenze zum Fichtenwald, mit diesen schönen dicken Moospolstern.
Und hier geht eine kleine Schneise hoch, aber es ist kein Weg, muss ich dazu sagen.
Also ihr müsst sagen, ob ihr euch das zutraut. Es wäre ein bisschen abenteuermäßig.
Also hier geht eine Schneise den Wald hoch,
und dort kommt man dann auch zu einem ehemaligen Steinbruch,
wo auch dieser Schiefer gewonnen wurde, für diese Brücke drüben.
Und von diesem Schiefer, der ist so ganz parallel gefaltet,
den finde ich so schön, da habe ich mir extra einen Ring sogar gemacht,
den habe ich euch mitgebracht, dass ihr den mal spüren könnt.
Und zwar habe ich in Wachs einen Abdruck von dem Schiefer genommen
und daraus ein Wachsmodell gebaut.
Ich habe eine eigene Schleudergussanlage bei mir in der Werkstatt,
dann habe ich das, was Wachs ist, sozusagen in Silber gegossen.
Man kann merken, wie so diagonal Rillen über den Ring gehen.
Ich kann ihn euch mal zeigen, ob ihr den mal anfassen könnt.
Toll. Man kann die Oberfläche fühlen.
Und kann mich dann hier an dieses wunderschöne Tal erinnern,
wo es nach Erde und nach Moos und nach Wald riecht,
und kann ein bisschen was von dieser Ruhe und dieser Kraft des Waldes
in meinen Alltag transferieren mit diesem Ring.
Das ist für mich der Hintergrund, also durch das Anfassen einfach.
Im Regen glänzt besonders schön.
Ich sag mal, die Steine im Garten sind im Regen die Blumen des Gartens.
Also ich habe einen Garten, viele Steine liegen auch da,
also nicht nur unter Vitrinen, sondern auch im Garten. Und das ist dann auch schön.
Wie bist du überhaupt dazu gekommen?
Naja, wie gesagt, also meine Familie, das sind Gutsberg-Bauern.
Aber mein Opa ist ja zeitig gestorben, von der Seite her nicht.
Aber irgendwie habe ich sein Blut.
Und dann durch meine Berufsausbildung natürlich als Goldschmiedin hast du Edelsteinkunde,
und da musst du dich damit befassen.
Und dann habe ich eine Zeit lang meine Gesellenzeit in Freiberg verbracht
und da habe ich im Internat von der Bergakademie ganz zufälligerweise mitgewohnt
und bin dann durch die Studenten auch mit eingefahren
und war immer, wenn ich Zeit hatte, im Werner-Bau, also in der Lagerstättensammlung von der Uni.
Und ja, habe da so meine Kontakte geknüpft.
Und als ich zurück ins Vogtland gekommen bin,
habe ich ganz intensiv angefangen, mich hier mit der hiesigen Geologie zu befassen und Altbergbau
und zu sammeln, also nicht nur Steine pflücken, sondern eben auch Altbergbau.
Und irgendwann haben mich die Naturfreunde gefragt, ob ich dann nicht auch mal Führungen machen würde.
Und da hab ich das überlegt und dann dachte ich:
Naja, es ist eigentlich schön, sein Wissen gerade auch gegenüber den Kindern weiterzugeben,
weil es ist ein sehr sinnvolles Hobby, man ist draußen in der Natur.
Und nun hören wir die eindrucksvolle Bildbeschreibung eines kleinen Teichs,
der heute ein Biotop ist, die bei uns allen einen besonderen Eindruck hinterlassen hat.
Manchmal ist eine Ente drauf, heute nicht. Ist mit Entengrütze ganz grün.
Der wurde in den dreißiger Jahren vom Arbeitsdienst angelegt,
halt entweder hier bei dem Steinbruch die Arbeiter mit Wasser zu unterstützen
oder aber eben auch die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Leider kein schöner Hintergrund, war ja dann aber später nötig.
Und jetzt haben wir halt ein kleines Biotop hier im Wald, wunderschön.
Ja, und dadurch, dass das ja so abgelegen ist,
kommt eigentlich kaum ein Trampelpfad hierher,
und die Tiere und die Natur haben hier auch ihre Ruhe und ihren Frieden.
Ja, unbedingt, weil hier hoch tatsächlich verirren sich nicht sehr viele Leute.
Und ich habe das auch nur durch meine intensiven Recherchen auf alten Karten gefunden,
dass eben hier oben der alte Steinbruch ist. Sonst läuft ja keiner hoch.
Ein richtiges Stille-Paradies hast du uns gezeigt.
Wir gehen noch ein kleines bisschen weiter hoch, und oben ist dann direkt der Steinhof.
Bei dieser Wanderung gab es aber auch das ein oder andere zu begreifen.
Das ist ein Quarz, eigentlich ein Bergkristall.
Man kann aber auch sagen, es ist wirklich tatsächlich fast ein bisschen ein ganz heller Rauchquarz.
Da merkt man mal diese kleinen Flächen und Spitzen,
das sind sechsseitige Pyramiden nach oben.
Die sind natürlich gewachsen, da ist nichts geschliffen.
Das ist ein Klumpen.
Nicht, ob wir den am Kamm schleifen oder einen einzelnen Kristall an den Hals.
Mein Mann hat gesagt, ich habe hier ein Stück mitgebracht.
Also nicht am Ring tragen, aber an den Hals.
Das wird aber ein bisschen schwer. Aber ist schön im Garten. Das ist klasse.
Es ist durchsichtig, und man sieht innen drin, wie es schon so gewachsen ist,
kleine Wolken drin, und so kleine Einschlüsse.
Sind denn das jetzt in verschiedenen Farben?
Nein, ist so ganz leicht hellbraun, also so ganz cremefarben eigentlich,
also durchsichtig und so cremefarben und leicht hellbraune Einschlüsse.
Und dadurch wird es so leichter.
Wenn es schwer wäre, würde es weh tun.
Nein, der Quarz wird – es gibt einen Prasiolith, aber das ist ganz selten,
meistens ist der künstlich behandelt.
Leider schafften wir es bei dieser Wanderung nicht mehr zum Bodendenkmal
der Ringanlage des Schlosses Schönfeld,
die am oberen Ende des Zeidelweidetals steht.
Doch dieses Projekt ist definitiv für eine kommende Geo-Langstockwanderung geplant.
Allen Teilnehmern hat es bestens gefallen,
und bei einem abschließenden Einkehrschwung
im zuvor bereits erwähnten Restaurant Landhaus
kam dann auch kulinarisch jeder und jede zu Genüge.
Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen.
Dein Spezialist für Audioanleitungen, Schulung, Fernwartung und Fritzbox-Optimierung.
Mehr Infos findest du auf www.schulze-graben.de.