Smütech

Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen

F6 Der Schöpfer des MyKey Pro stellt sich vor

Thomas Friehoff von der BBTF GmbH im Interview

14.08.2026 42 min

Zusammenfassung & Show Notes

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**MyKey Pro im Interview: Der Entwickler Thomas Frihoff (BBTF) über die neue 20-Zellen-Braillezeile für iPhone, Bluetooth 5, lokale Funktionen und die Zukunft der Blindentechnik**

In dieser besonderen Smütech-Feature-Folge spricht Jockl (Joachim Schulze) mit Thomas Frihoff, dem Geschäftsführer der BBTF GmbH und Entwickler des MyKey Pro. Erfahre aus erster Hand, wie aus dem erfolgreichen MyKey (der reinen Braille-Tastatur) die neue MyKey Pro geworden ist – eine kompakte 20-stellige Braillezeile mit Perkins-Tastatur, Joystick, Cursor-Routing und echten HID-Funktionen für VoiceOver und Windows.

Was dich in dieser Folge erwartet:
- Die lange Geschichte von Thomas Frihoff in der Blindentechnik: vom Apple II und dem Braille-Butler über die Baum-Ära und Virgo bis zur Library of Congress und dem Ireader
- Warum das MyKey Pro mehr ist als „nur“ eine Braillezeile: kombiniertes HID-Gerät (Braille + QWERTY + Consumer Control + Touch-Interface)
- Bluetooth 5 / BLE: deutlich bessere Reichweite, schnellere Reaktion und die Voraussetzungen (iOS 26 und moderner BLE-Adapter)
- Die optionale Umhängetasche: Braillezeile am Bauch bedienen, während das iPhone in der Tasche bleibt
- Software-Roadmap: Stufe 1 (VoiceOver + NVDA/JAWS) ist fertig – Stufe 2 mit Dateimanager, Textviewer und Editor kommt im August
- Google-Group-Support, in dem der Entwickler selbst mitliest und alle paar Wochen neue Firmware bringt
- Aktueller Stand der Medizinprodukt-Zertifizierung und der Weg in den Hilfsmittelkatalog
- Für wen das MyKey Pro wirklich einen Mehrwert bietet – und für wen eine klassische Braillezeile weiterhin reicht

Thomas Frihoff erklärt ehrlich die Stärken, die noch vorhandenen Kinderkrankheiten und die klare Vision: Das iPhone soll möglichst nicht mehr in die Hand genommen werden müssen.

Mehr Infos: https://www.bbtfgmbh.de/

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#Smütech #MyKeyPro #Braillezeile #iPhoneBraille #BBTF #ThomasFrihoff #Blindentechnik #VoiceOver 

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Transkript

Schulze IT Schulung und Dienstleistungen – dein Spezialist für Audioanleitungen, Schulung, Fernwartung und Fritzbox-Optimierung. Mehr Infos findest du auf www.schulze-graben.de. Und hier ist euer Gastgeber Joachim Schulze, Master of Business Administration, JAWS Certified, IT-Trainer für Blinde und Sehbehinderte. Hallo zusammen und schön, dass ihr mir heute wieder ein Ohr leiht. Heute haben wir mal wieder eine F-Folge, eine sogenannte Feature-Folge. Das bedeutet, wir stellen jemanden, etwas oder vielleicht sogar beides vor. Und was mich heute ganz besonders freut – nicht, dass wir jemanden oder etwas vorstellen, sondern dass wir einen richtig alten Hasen im Geschäft hier vor dem Mikrofon haben. Denn bei mir heute im Studio ist Thomas Friehoff, der Geschäftsführer der BBTF GmbH, und ich freue mich ganz besonders, dass Sie sich Zeit genommen haben, Herr Friehoff. Na klar, diese Möglichkeit, mich und auch das Produkt, was wir jetzt neu auf den Markt gebracht haben, vorzustellen, ist natürlich sehr willkommen. Das ist genau unser Thema. Sie haben ein neues Produkt auf den Markt gebracht und da kann man ja schon sagen, das haben viele, viele gar nicht mehr so erwartet. Aber fangen wir doch erst mal ganz am Anfang an, Herr Friehoff. Sie sind Geschäftsführer der BBTF GmbH. Was ist das für eine Firma? Stellen die Waschmaschinen her oder was machen die? Nein, BBTF stellt keine Waschmaschinen her. Mein Name ist, wie gesagt, Thomas Friehoff. Ich habe in Karlsruhe Informatik studiert, hatte den Professor Karl Dürre dort als Lehrer und zufällig war es, dass eine Tochter hatte, die blind war. Im K. Dürre, der jetzt in den Vereinigten Staaten lebt, und der hat mir früh gesagt: Da müsste man doch eigentlich was machen können für die Blinden. Und ich hatte schon ganz früh mich mit diesen Anfängen der Personalcomputer auseinandergesetzt beziehungsweise mich dafür interessiert. Und zu dem Zeitpunkt gab es eigentlich zwei Geräte: Tandy TRS-80 und dann Apple II. Und ich hatte mich für Apple II entschieden. Da waren noch diese 6502-Prozessoren mit 32, aufrüstbar auf 48 Kilobyte Hauptspeicher und 1,2 Megahertz Taktfrequenz. Und schon diese Rechner waren in der Lage, gute Dinge für Blinde zu rechnen, beziehungsweise die zu unterstützen. Da habe ich dann, weil das so ein Name war, der an dem Institut vorhanden war – Butler – den Braille-Butler gemacht. Und mein erster kundenerfahrener Nutzer von dem Ganzen oder von der Studienarbeit war im Codeur und die hat dann Dateimanagement und Textverarbeitung und Datenbank und Kontakte und so weiter in dem Braille-Butler auf ihrem Apple IIe gemacht. Mit einer zwanzigstelligen Piezo-Braillezeile der amerikanischen Firma TeleSensory mit dem VersaBraille. Das war so ein Gerät, das nutzte Musikkassetten zum Speichern der Daten – also keine CDs oder keine Floppy-Disks, sondern Musikkassetten. Und da konnte man dann sowohl Musik drauf hören als auch Texte, die man da drauf geschrieben hat, speichern und davon laden. Und die hatten auch eine serielle Schnittstelle, diese VersaBraille bereits, und der Apple hatte auch eine serielle Schnittstelle – musste man eine Einsteckkarte kaufen, die ganz schön teuer waren. Und damit konnte man dann eben die Daten zwischen dem Apple II und dem VersaBraille austauschen. Naja, und so hat das dann halt begonnen. Und weil der Distributor für dieses VersaBraille damals der Herr Baum beziehungsweise die Firma Baum waren, habe ich mich mit dem auseinandergesetzt oder zusammengesetzt. Und der sah natürlich auch die Möglichkeit, das vertrieblich zu nutzen, und dann haben wir viele Jahre lang partnerschaftlich zusammengearbeitet – eben Software zu machen, die Blinde unterstützt. So ist das Ganze passiert. Und dann gab es natürlich die Baum GmbH und GAI – das war damals meine Firma, Gesellschaft für angewandte Informatik, aber ich die hochtrabend genannt – und wir haben ewig und drei Tage gute Geräte gemacht. Da kam natürlich der PC und da gab es dann Overlays, also Software, die auf dem Windows-PC und MS-DOS liefen, die ich entwickelt habe. Da gab es diese lange Diskussion, ob jetzt nun Hardware-Lösungen oder Software-Lösungen das Richtige waren. Die Software-Lösungen erforderten, dass im Betriebssystem Software installiert wurde, die den Bildschirm auslas und an das Gerät übertrug. Und die Hardware-Lösungen protokollierten den Zugriff auf den Bildschirmspeicher, der an einer speziellen Adresse des Adressbereichs des PCs lag, und konnten dann daraus die Texte ermitteln. Und dieser Kampf, was besser ist, zwischen Hardware- und Softwarelösung, ging lang hin, bis irgendwann klar wurde, dass die Hardware-Lösungen einfach nicht mehr mithalten konnten mit der Entwicklung. Und dann haben wir eben auch alle irgendwie da auf Software-Lösungen gesetzt. Naja, das waren die Anfänge, die Sie da angesprochen haben, und da habe ich jetzt einen kurzen Überblick drüber gegeben. Vielen Dank erstmal dafür. Jetzt haben Sie schon ganz wichtige Punkte angesprochen und die zeigen, dass Sie wirklich lange im Geschäft sind. Denn wer schon länger mit Blindentechnik zu tun hat, der weiß ganz genau: Das war nicht immer alles so, wie es heute ist. Denn sind wir mal ganz ehrlich: In den Achtzigern – und wenn wir hier vom Apple II reden, dann reden wir von Mitte der Achtziger – ja, das war noch ein bisschen vor meiner eigenen Zeit. Dann muss ich ganz ehrlich sagen: Schon eine Hausnummer damals, ja, wenn man sich so vorstellt. Heute sind wir wieder beim Apple gelandet, nachdem Sie zwischendrin ja mit der Baum GmbH hochinteressante Produkte hatten. Gut, jetzt haben wir so die Anfänge gehört. Wie ging das Ganze denn dann weiter? Denn ja, Baum war soweit aus der Taufe gehoben, aber das war ja nun nicht alles. Es kam ja danach noch einiges mehr. Ja, also nachdem quasi diese Text-Bildschirm-Zeit vorbei war und grafische Benutzeroberflächen kamen, kamen die Screenreader auf Windows – Windows, JAWS, Virgo – die alle auch ihren Markt suchten beziehungsweise ihre Kunden suchten und versuchten, das, was diese neuen grafischen Benutzeroberflächen beginnen, mit Windows 3.11, 95, NT, 2000, XP und so weiter machten. Da haben die Hersteller viel gemacht und haben auch viel entwickelt. Ich hatte eine ganze Entwicklungsabteilung, die Virgo entwickelt hat. Und wir haben viele Geräte verkauft – auch im Ausland bei der Firma Baum – aber leider, es sind immer die anderen schuld, aber darauf, dass wir einfach nicht richtig auf die Marktsituation reagiert haben. Ging die Firma Baumretec AG leider in Insolvenz und ich als Anteilseigner hatte da eben mitzutragen. Ich habe mir das sozusagen zu Herzen genommen, hatte dann auch eine Herzoperation in 2018, 2019 und stand danach eben quasi mit leeren Händen da und wusste nicht so richtig, was ich machen sollte. Wir hatten aber zum Schluss noch ein Projekt angesetzt gehabt für die Library of Congress in Washington – denen eine Braillezeile zu bauen. Die hatten so eine Vorstellung wie Kindle. Die wollten einfach ein Konsumgerät haben, mit dem Blinde Bücher lesen konnten, und haben diese Braillezeilen spezifiziert und geben die kostenlos in Amerika an blinde Menschen ab, die Bücher lesen wollen. Da gab’s Ausschreibungen, die haben wir gewonnen, dann gab’s Proteste, dann gab’s Wiederausschreibungen, haben wir auch wieder gewonnen, und wir haben den Irida gemacht – Zoomax, Irida – Zoomax war die Kampagne, nee, die das dann im Prinzip produziert hat in China. Und davon haben wir siebentausend Stück an die Library of Congress verkauft mit zwanzig Braille-Elementen und sind damit eigentlich sehr erfolgreich. Das ist jetzt nichts Gekauftes und die geben sie jetzt an ihre blinden Interessenten. Aber es gibt da jetzt eigentlich im Augenblick keine Nachfolgeprodukte mehr. Die denken an mehrzeilige Braillezeilen, aber da machen wir nicht mit. Und parallel dazu, also das eben machen zu können, habe ich die Firma BBTF ins Leben gerufen und ab da mit den Resten der rumänischen Mitarbeiter, die wir früher hatten, diese Software und die Hardware und die Firmware für diesen E-Reader gemacht. Und leben wir einfach von den ganzen Wartungsaufträgen, die wir dafür haben – jetzt nicht Hardware-Wartung, sondern Software-Wartung – einfach immer mehr Formate zugänglich zu machen für Blinde und die zu formatieren und so weiter und so weiter. In der Zeit war mein alter Freund und Kollege von der Firma Baum bei der TIBS aktiv und es kamen die ganzen neuen Kategorien von Geräten, die für Blinde interessant waren – nämlich Smartphones mit eingebautem Screenreader, Apple iPhones mit eingebautem VoiceOver. Die im Wesentlichen darauf basierten, dass man mit Gesten und auch mit Schrifttastatur-Interfaces diese Geräte bedienen konnte, aber mit den Gesten eher wie so ein Derwisch auf dem Bildschirm rumwischen musste. Das gefiel dem Joseph nicht und er hat gesagt: Können wir nicht irgendwie eine Braille-Tastatur machen, sodass man eben diese iPhones auch über eine traditionelle kleine Eingabemöglichkeit steuern konnte. Und dieses MyKey haben wir 2022/23 entwickelt. MyKey hat die TIBS sehr stark unterstützt – also nicht finanziell, aber durch Ideen und durch Beta-Tests und dadurch Kunden zu finden. Und wir haben über dreihundert Kunden in Deutschland erreicht und diese MyKeys verkauft. Und das war eigentlich ein ganz schöner Erfolg. Und der Joseph hat da auch viel mitgearbeitet und wir haben auch die Software weiter gepflegt und weiterentwickelt und auf neue iOS-Versionen angepasst. Aber es kam halt immer auch wieder die Nachfrage nach: Wäre es nicht schön, auch eine Braillezeile zu haben beziehungsweise diese Braille-Eingabemöglichkeit, die wir da geschaffen hatten, auch noch um eine Braille-Ausgabemöglichkeit zu erweitern. Und dieses Projekt haben wir dann aufgesetzt 2024/25. Und Anfang des Jahres beziehungsweise noch kurz vor seinem Tod im Dezember habe ich ihm das erste Gerät quasi in die Hand drücken können, was tatsächlich Braille-Punkte vom iPhone anzeigte und ein sehr ähnliches Benutzerinterface hatte wie das MyKey. Und das haben wir seit Mai jetzt eben in Deutschland auf den Markt gebracht unter dem Namen MyKey Pro. Das MyKey Pro ist eine Braillezeile im ganz klassischen Sinne – kann man das so sagen – die eine Eingabe und Ausgabe von Braille am iPhone ermöglicht, aber das Ganze hat noch Zusatzfeatures, die eine normale Braillezeile nicht bietet. Ist das richtig? Ja, also vom technischen Aufbau ist es natürlich eine Braillezeile. Also wir haben die zwanzigstellige Braillezeile mit Braille-Elementen da drin. Das sind die gleichen Braille-Elemente, die wir auch wieder beim Irida von der Library of Congress verwendet haben, womit wir sehr zufrieden sind – mit den Braille-Elementen, Stromverbrauch, Zuverlässigkeit, Wartung ist alles völlig okay bei dieser Braillezeile. Und dann hat’s die Tasten – Tasten für die Finger, also Braille-Eingabemöglichkeiten, Tasten für die acht Punkte, die man mit den Fingern berührt, dann vier Daumentasten unterhalb der Braillezeile, ein paar Systemtasten in der Mitte, ein Joystick und dann in der Mitte des gesamten Gerätes die zwanzig Braille-Stellen. Mit den baumtypischen, mir von Karl Dürre und der IMK Darstelleraufbau von D1 bis D6 – nämlich drei Displaytasten links und drei Displaytasten rechts, die wir da zusammen erfunden haben oder den Aufbau erfunden haben. Und die sind deswegen so schön, weil man die auch in Kombination drücken kann und man muss sich jetzt nicht irgendwelche komischen Zahlenwerte merken oder Reihenfolgen merken, sondern man kann sich da auch Braille-Buchstaben vorstellen, die man auf diesen Displaytasten drückt, um Funktionen zu erreichen. Und dann hat – wir haben gerade gesagt – eine Braillezeile ist natürlich selbst batteriebetrieben, hat einen recht großen, aber flachen Akku eingebaut, der unter den Braille-Elementen liegt. Das Gerät ist trotzdem nicht so hoch insgesamt – von Boden bis zur Oberkante der Tasten zweieinhalb Zentimeter. Der Akku ist kein 18650-Akku, kein Rund-Akku, sondern ein flacher Akku, hat 3 Amperestunden Lithium-Ionen-Kapazität – also 3,7 Volt mal 3 Amperestunden – und kann das Gerät sehr lange batteriebetrieben. Und ja, es ist eine Braillezeile, es hat ein USB-C-Interface, also USB-C-Buchse, und darüber können Daten ausgetauscht werden und darüber wird das Gerät geladen. Und die Hauptkommunikationsrichtung ist Bluetooth, Bluetooth 5. Und insofern ist es eine normale Braillezeile, die aber über Bluetooth nicht nur – wie die meisten Braillegeräte dies heute per Bluetooth auf dem Markt gibt – und ich kann da jetzt nicht wirklich für alle sprechen und in die Details von allen gehen und nicht sagen, dass ich bei allen Geräten kompetent bin – aber wir haben ein kombiniertes HID-Gerät einprogrammiert in das MyKey Pro, was zum einen das Braille-HID unterstützt. Und Braille-HID ist die moderne Schnittstelle, die jetzt eigentlich alle Screenreader unterstützen – JAWS, NVDA out of the box, ohne dass man einen Treiber installieren muss, VoiceOver von Apple unterstützt. Und wir arbeiten auch mit Microsoft zusammen beziehungsweise über einen Partner in Amerika auch die Unterstützung für Braille-Reader, die für den Narrator oder die Microsoft-Produkte da auf die Beine zu stellen. Und dass es eben ein Mehrfach-HID-Gerät ist, zeigt sich daran, dass es eben nicht nur eine Braillezeile ist, sondern auch eine QWERTY-Tastatur und ein Batteriegerät und noch ein Touch-Gerät, wovon ich mir viel verspreche, wenn wir da an die Software-Implementierung kommen. Denn dann kann man mit dem MyKey über Eingaben auch Touch-Gesten für VoiceOver simulieren. Also grundsätzlich klingt das Ganze jetzt natürlich erstmal sehr umfassend, denn wir haben natürlich hier ein Gerät, das vieles macht, das andere auch tun, ne? Also ich persönlich nutze seit vielen Jahren meine kleine Focus 14 am iPhone – da hatten wir auch schon mal drüber gesprochen, habe ich auch in der Veranstaltung dazu informiert am Montag. Ist aber eben der neueste Bluetooth-Standard, Bluetooth 5. Das bedeutet halt auch wieder ein Stück weit: Wir haben schnellere Reaktionen, wenn alles funktioniert. Und das ist tatsächlich etwas, von dem ich mich selbst überzeugen durfte. Wenn alles rund läuft, dann ist das schon unglaublich, auch wie verzögerungsfrei das MyKey Pro am iPhone arbeitet. Ja, also der Bluetooth-5-Standard funkt auf dem gleichen 2,4-GHz-Standard wie das Bluetooth 2, verwendet aber eine ganz andere Paketstruktur, kleinere Pakete mit anderen Wiederholraten. Also Bluetooth 5 ist auch als Bluetooth LE entstanden, glaube ich, mit Bluetooth 4 und dann kam BLE und dann BLE 5. Und es hat eben die Möglichkeit, seine Sende- und Empfangsleistung zu skalieren. Das MyKey hatte noch einen Nordic-Chip eingebaut – also das MyKey ohne Braillezeile – was schon bei vier, fünf Metern Distanz zum Teil Schwierigkeiten kriegt, die Verbindung aufrechtzuerhalten. Das MyKey Pro hat eine deutlich, deutlich weitere Reichweite. Also auch zwanzig Meter – jetzt ohne Betonwände oder so dazwischen – sind durchaus möglich. Und ich habe von einem Kunden gehört, der hat sein iPhone auf dem Tisch liegen, auf dem Schreibtisch, auf dem Bürotisch an der Hauswand, und sobald er unten in die Tür reinkommt, macht’s blib und es verbindet sich – also über ein Stockwerk und einige Wände. Also die Reichweite ist deutlich besser. Und sie sagen, wenn es funktioniert, ja – Bluetooth BLE 5 ist neu. Wir unterstützen auch nur iPhones, die dieses BLE 5 selber nativ unterstützen. Man kann die eigentlich daran erkennen, dass sie auf iOS 26 aufrüstbar sind. Unter älteren iOS-Versionen unterstützen wir keine iPhones. Und wir sagen ja auch – oder nicht nur sagen, es ist ja auch so – dass unser MyKey Pro auch auf dem PC arbeitet. Und damit Joystick und NVDA direkt out of the box, ohne dass ein Treiber installiert wird, gekoppelt werden kann – aber nur dann, wenn der PC auch einen BLE-Bluetooth-Adapter verbaut hat. Das ist eigentlich bei allen Notebooks der Fall – also alle halbwegs modernen Notebooks haben BLE. Und bei Desktops, die normalerweise ja kein BLE haben, kommt es eben auf diesen USB-Dongle an, den man da reinsteckt. Und es gibt da alte USB-2-Dongles, bei dem man schon einige Kundenanfragen hat und sagt: Ihr habt doch gesagt, es funktioniert, und es funktioniert nicht. Und dann müssen wir immer sagen: Ja, du musst einen neuen Dongle kaufen – bei Amazon gibt’s die für zehn Euro oder wenn man Glück hat auch für sieben Euro fünfzig. Und in ihrer Anfrage, wenn es dann funktioniert. Meine Wahrnehmung ist: Es funktioniert meistens und meistens sehr gut. Aber alles ist noch ein bisschen neu und wir müssen alle noch ein bisschen lernen – sowohl die Betriebssystem-Hersteller als auch wir mit unserem MyKey – dass wir die Protokolle richtig bearbeiten und richtig behandeln. Und ich denke, dann kommen wir jetzt zu einem ganz wichtigen Punkt. Sie haben es gerade angesprochen: Ein bisschen lernen. Es ist wertes – das MyKey Pro herum gibt’s ja auch eine ganz tolle Support-Community. Das heißt, Sie haben eine Google-Group ins Leben gerufen, wo sich MyKey-Kunden dann eintragen können, das Ganze dann auch per E-Mail zugestellt bekommen und das Ganze im Endeffekt sehr ähnlich wie eine Mailingliste funktioniert, wo dann auch fleißig diskutiert, getauscht, neue Versionen besprochen werden. Und das finde ich so schön und ja auch ein Stück weit außergewöhnlich, wo auch Sie als Entwickler wirklich sehr, sehr nah an der Community dran sind. Möchten Sie da noch was dazu sagen? Ja, ich habe ja von der Community beziehungsweise von unseren Kunden des MyKeys gesprochen. Wir haben 300 MyKeys verkauft. Ich bin mir nicht wirklich sicher, wie viele davon in tatsächlicher Benutzung sind oder in der Schublade rumliegen und alt werden, aber ich gehe davon aus, dass es schon zwischen hundert und zweihundert wirklich aktive MyKey-Kunden gibt. Es gibt einen kleinen Gebrauchtmarkt für MyKey. Wir bauen jetzt im Augenblick keine MyKeys mehr – die MyKey-Version eins ist ausverkauft. Und von den MyKey-Kunden haben wir, als wir das angekündigt haben, von den bestehenden MyKey-Kunden haben wir alle – wirklich sehr erfreulich – quasi auf einen Schlag, nicht auf einen Schlag, aber in zwei, zweieinhalb Monaten fünfundvierzig Geräte verkauft. Und wir haben, ich glaube, überwiegend zufriedene Kunden. Von den fünfundvierzig hat ein Kunde sein Gerät zurückgeschickt, aber nicht weil er nicht damit zufrieden war, sondern weil er sagte, dass mit seinen Arthrose-Fingern und dem anderen Layout des MyKeys das Tastatur-Layout halt auch nichts für ihn ist. Ansonsten verkaufen wir das Gerät quasi per Versand online mit 14-Tage-Rückgaberecht. Wir zahlen den Preis umgehend zurück, wenn es einer zurückgeben würde. Und durch diese Art Direktversand sind wir eben sehr nah an unseren Kunden dran. Und ich lese jede einzelne Mail in dieser Google-Gruppe und ich antworte auch – warte manchmal ein bisschen, ob innerhalb der Gruppe geholfen wird. Unser ehemaliger Mitarbeiter Steffen König – also umsatzstark bei Baum – ist auch in der Gruppe, der hat auch so ein Gerät und der beantwortet das. Und dann gibt es in der Schweiz verblüffenderweise zehn Kunden, die das auch sofort gekauft haben, das Gerät, und da gibt es auch einige, die da aktiv sind. Und ich würde sagen: Die meisten Fragen können da gelöst werden. Und ich nehme auch eben Vorschläge, Kritik, Fehlermeldungen auf und mache neue Versionen. Also wir haben in den ersten zwei, drei Monaten quasi alle drei Wochen eine neue Version da gebracht. Im Augenblick ist es mit einer neuen Version etwas ruhig geworden. Die Version 1.2.5, die wir auf dem Markt haben, ist eigentlich sehr gut und wird verwendet. Und wir haben – oder ich habe von Anfang an gesagt – das ganze Ding ist ein, das ganze Projekt ist ein dreistufiges Projekt. In der ersten Grundausbaustufe muss sichergestellt werden, dass das MyKey Pro als Braillezeile gut an VoiceOver und am PC mit JAWS und NVDA läuft. Da sind wir jetzt eigentlich angekommen. Hinter den Türen arbeite ich an der Softwarestufe zwei. Es gibt lokale Funktionalität im Gerät. Der Prozessor, der da eingebaut ist, ist ein Dual-Core-Prozessor, 240 Megahertz, hat – wenn ich vorhin über den Apple geredet habe – eine ganz andere Kategorie an Speicher: hat 8 Megabyte RAM – Megabyte, nicht Kilobyte – und 16 Megabyte Flash. Und die lokale Funktionalität ist dann eben, dass man auf das Dateisystem zugreifen kann – man hat also einen Dateimanager da drin, man hat einen Textviewer da drin, es kommt ein Editor und die ganzen Settings, die im Alltag noch so quasi per Tastendruckkombinationen Bluetooth an, Bluetooth aus, WiFi an, WiFi aus geschaltet werden können, damit ein nettes Benutzerinterface geschaltet und konfiguriert werden. Das ist die Softwarestufe zwei und da wird im August die erste Version von geben. Super, also das ist auch schon wieder eine Sache, die jetzt direkt unterwegs ist. Also man sieht: Es entwickelt sich richtig viel bei MyKey Pro. Ich persönlich hab mir dieses Produkt auch angesehen. Ich bin ganz ehrlich mit einiger Skepsis, weil ich gesagt habe: Gut, ich hab eine normale kleine Braillezeile fürs iPhone, mit der ich prima zurechtkomme, die genau das tut, was sie muss – und das war ganz nett. Sie hatten dann zu mir gesagt: Naja, Herr Schulze, gucken Sie sich’s doch einfach mal an – bietet es für Sie einen Mehrwert. Und dann muss ich sagen: Gut, man hat hier wieder etwas, was man schon in der Baumzeit gut verstanden hat. Man hat hier vieles mit reingepackt, was andere Hersteller gerne mal vergessen – möchte ich es jetzt erstmal formulieren. Und da fällt natürlich zuallererst auf, dass man hier einen sehr schönen Formfaktor gewählt hat. Also die zwanzigstellige Braillezeile kommt optional in einer Tasche daher, wo die gut aufgehoben ist, wo man sich die aber auch mal schnell umhängen kann und wo man dann tatsächlich auch mal sagen kann: Hey, ich muss jetzt gar nicht irgendwo sitzen, sondern ich kann im Endeffekt auch auf meinem Bauch arbeiten. Ich habe das in der Veranstaltung gezeigt, dass man wirklich sagen kann: Ja, ich hab das Ding jetzt umhängen und das iPhone in der Tasche und kann damit arbeiten, wenn ich jetzt zum Beispiel den Ton auf der Brille habe. Also das ist natürlich eine unglaublich nützliche und unglaublich tolle Funktion und das hat mich auch dazu bewogen, nachdem Sie mich da angesprochen haben, Herr Friehoff, dass ich gesagt hab: Okay, wir übernehmen gerne Schulungen, wenn jemand sagt: Hey, ich komme so weit mit dem MyKey einfach nicht klar von der Bedienung – wie läuft das Ganze – dass wir dann eben auch gerne das zu unseren bekannten Preisen mit euch uns anschauen und euch da weiterhelfen, mit dem MyKey Pro besser euer iPhone zu bedienen. Ganz klar muss man natürlich sagen: Wer jetzt eine Braillezeile hat, die auch mit dem iPhone gut funktioniert und wo man sagt: Okay, das passt ja eigentlich alles – da muss man dann schon die Frage stellen: Gut, brauche ich dann dafür ein MyKey Pro? Und ich glaube, da gibt’s schon so das ein oder andere Argument, wo dann jeder einzelne überlegen kann. Ihr kennt den Smütech alle gut – ihr wisst: Gekaufte Werbung gibt’s hier nicht. Und deswegen bin ich da auch ganz ehrlich. Ja, natürlich ist die Lösung der Umhängetasche eine coole Sache. Natürlich finde ich persönlich, sind die Braille-Elemente richtig, richtig toll gearbeitet. Das muss man ganz klar sagen. Das sieht man auch gerne heute, wenn man mal eine alte Vario in der Hand hat von Baum – die Zahlen sind meistens auch nach sechs oder acht oder zehn Jahren noch ziemlich gut in Schuss. Das liegt einfach nicht zuletzt auch daran, dass die Braille-Elemente sehr, sehr hochwertig sind und Sie haben es vorher schon angesprochen: Wartung und Reinigung werden natürlich da einfacher. Und man muss natürlich auch ganz klar sehen: Es ist schon auch ganz viel wert, dass hier so viel Entwicklung reingesteckt wird. Also man sieht natürlich ganz klar: In das MyKey Pro da wird viel reininvestiert – Zeit, Ressourcen und Kundenfeedback langt natürlich schneller in die Entwicklung, wenn der Entwickler mitliest beziehungsweise auch aktiv mit dabei ist. Das ist natürlich schon etwas, was man bei vielen anderen Preisen nicht hat. Und jetzt sehe ich hier auch auf der Internetseite steht das hier auch drauf: Im Moment ist die Zertifizierung als Medizinprodukt im Gange. Wollen Sie uns dazu noch mal ein bisschen was erzählen – was ist da geplant, Herr Friehoff? Ja, also für das MyKey hätten wir diesen Schritt nicht gemacht – das als Medizinprodukt anzumelden beziehungsweise zertifizieren zu lassen. Für das MyKey Pro war das natürlich eine Grundüberlegung, eine Grundvoraussetzung, dass es auch eben als Hilfsmittel von Kassen akzeptiert wird. Wir haben sowohl die CE-Prüfung als auch die Funkprüfung und die ganzen Dinge im Vorfeld durchgeführt und da zertifiziert worden. Danach mussten wir noch einen großen Katalog von Formalismen – will ich mal das nennen – erfüllen: welche Schriftart, welche Schriftgröße, welche Texte auf das Typenschild kommen, welche, wie die Verpackung auszusehen hat, was auf die Verpackung aufgedruckt werden muss, was auf die Umverpackung aufgedruckt werden muss, welche Art die Bedienungsanleitung haben muss und so weiter. Das haben wir alles gemacht. Das hat länger gedauert, als aber alle – also unser Antrag ist seit vorletzter Woche als formal komplett aufgenommen worden und liegt im Augenblick beim Techniker, was eben nicht nur das Formale, sondern auch das Tatsächliche überprüft. Wir haben ein Gerät, wir haben ein iPhone – jetzt müssen wir einfach der Dinge harren, die da kommen, und gucken, wann das Gerät oder wann das MyKey Pro dann zertifiziert ist. Im Augenblick ist es noch nicht als Medizinprodukt zertifiziert. Ich gehe davon aus, dass das aber im Laufe des Jahres passieren wird. Ich habe keine Ahnung, wie lange die brauchen und ob das Wochen oder Monate gehen wird – weiß ich nicht. Auf jeden Fall werden Sie davon hören, wenn wir so weit sind. Machen wir nochmal eine Rundmailing und beschreiben diese Situation. Zu den Braille-Elementen, die Sie angesprochen haben, muss ich mal sagen: Das ist jetzt nicht nur die Qualität der Braille-Elemente, sondern es hat auch ein bisschen was zu tun mit der Hochspannungserzeugung und der Glättung der Hochspannung und wie das alles gemacht wird und wie viel Strom die braucht und wie die hochgefahren wird, die Spannungsversorgung. Und deshalb haben wir bei Baum sehr viel gelernt und sehr viel dran gearbeitet und diese ganze Erfahrung ist natürlich da eingeflossen – auch Batterielaufzeit von Braillezeilen. Ich denke, da mussten wir uns nie verstecken, wie lange Vario und Vario Pro und SuperVario und Vario Connects auf Batterie liefen. Und auch das jetzige MyKey Pro läuft gut über 30 Stunden mit Bluetooth und so weiter und so. Es ist jetzt ein bisschen untechnisch, aber wenn man mit den Braille-Elementen unter 200 Volt Betriebsspannung sanft umgeht, dann hilft das auch bei der Lebensdauer. Ja, also was ich wirklich sagen kann: Das Schriftbild der Braillezeile macht wahnsinnig Spaß zu lesen, macht wahnsinnig Spaß zu arbeiten. Sie haben es vorher schon gesagt: Es ist natürlich so, dass gewisse Mindestvoraussetzungen bei den iPhones – sprich iOS 26 – man sein muss, ansonsten klappt’s nicht. Das ist eine ganz klare Aussage, die muss man einfach mitnehmen, und das macht ja auch Sinn, dass man guckt, dass man eben die aktuellsten Standards unterstützt. Ja, und wenn ich mir das Ganze jetzt so anhöre – auch von Ihnen – kann ich nur sagen: Da haben wir wirklich vieles, das ineinandergreift. Wir haben einen breiten Erfahrungsschatz, den Sie aus dem Bereich der Blindentechnik eingesammelt haben, der natürlich wahnsinnig viel wert ist. Man hat dann natürlich auch entsprechende Beziehungen für Hersteller beziehungsweise für Herstellung und die Verkäufer und Lieferanten. Ich wollte jetzt gerade sagen: Das ist alles sehr, sehr viel wert, wenn sowas läuft. Denn das heißt halt auch am Ende: Wir haben nicht irgendwann in einem halben oder einem Dreivierteljahr das Problem: Jetzt kriegen wir aber keine Braille-Elemente für die MyKey Pro – jetzt müssen wir uns was einfallen lassen, wie das ja bei anderen Produkten sehr häufig ist. Also das ist, denke ich, alles schon sehr, sehr, sehr viel wert und Sie haben ja einiges auf die Beine gestellt. Ich bin gespannt, was wir noch alles vom MyKey Pro hören werden und was sich da noch alles tut. Ich denke, Sie sind auf einem ganz bemerkenswerten Weg mit diesem Gerät und ja – ich freue mich noch auf viele Stunden damit und bin mal gespannt, was so noch alles kommt. Haben Sie abschließend noch was, was Sie unseren Hörenden mitgeben möchten, Herr Friehoff? Ich würde nur kurz darauf eingehen, was Sie gesagt haben: Umhängetasche, am Bauch bedienen, iPhone kann in der Hosentasche oder in der Tasche sein und Kopfhörer sind über Brille oder mit Stopfen im Ohr. Ein Ziel – und da sind wir schon ziemlich weit – es gibt noch ein, zwei Sachen, kleine Bereiche – sind, dass Sie im Prinzip Ihr iPhone nicht mehr in die Hand nehmen müssen. Ich hatte vorhin gesagt, ganz am Anfang: Das iPhone wie so ein Derwisch auf dem Bildschirm rumwischen – es besteht eigentlich bis auf das Ein- und Ausschalten – also nicht aktivieren, sondern ein- und ausschalten – kaum mehr die Notwendigkeit, das iPhone überhaupt in die Hand zu nehmen. Wir können – und das kommt halt daher, dass wir mehrere HID-Geräte sind – wir können, wir sind nämlich auch ein Consumer-Control-Device – wir können das Gerät aus dem Schlafzustand rausholen, wir können den Passcode im MyKey Pro hinterlegen und den automatisiert eingeben lassen. Wir können die Lautstärke lauter und leiser machen und alle möglichen Funktionen. Wir können die Home-Taste drücken, auch wenn das Gerät keine Home-Taste hat. Wir können alle möglichen Funktionen aus dem iPhone aus dem MyKey Pro direkt steuern und die leistungsfähige und tolle Rechenkapazität und das VoiceOver und die Sprachausgabe sind die Basis, erfolgreich mit dem Gerät umzugehen – aber Sie müssen es nicht mehr in die Hand nehmen. Ich setze alles daran, wenn einer sagt: Was noch fehlt und wo doch noch auf den Bildschirm gedrückt werden muss oder getastet werden muss – dass wir das realisieren können. Und da komme ich nochmal ganz kurz darauf zurück, dass wir eben nicht nur eine Tastatur, ein Consumer-Control-Gerät und eine Braillezeile sind, sondern auch ein Touch-Interface – also so ein digitales Touch-Interface – und damit glaube ich, dass wir in Zukunft alles machen können, was man mit dem Finger auf dem Bildschirm machen kann. Gut, das klingt auf jeden Fall nach einem tollen Plan und auch vielen interessanten Möglichkeiten. Sicher viele von unseren Hörern, die mit dem iPhone seit Jahren per Touchscreen arbeiten – wie ich auch – brauchen natürlich nicht ständig eine Braillezeile am iPhone und sind auch gar nicht auf die Bedienung des iPhones per Braille angewiesen, weil das natürlich für jemanden, der es kann – und das sind ja doch die Mehrheit der Blinden und Sehbehinderten – überhaupt keine Schwierigkeit darstellt. Aber – und das ist mir jetzt nochmal wichtig, das einzustreuen am Schluss – es gibt natürlich auch einen Personenkreis, für die ist die Touchscreen-Bedienung einfach nicht mehr umsetzbar. Und ich betone ganz bewusst „nicht mehr umsetzbar“, weil ich ganz ehrlich sage – und das sage ich aus meiner täglichen Berufspraxis – wer rechtzeitig anfängt zu lernen, wenn die Erblindung ansteht, solange Alter und – ja, ich sage jetzt mal – digitale Abstinenz noch nicht allzu fortgeschritten sind, der kriegt das eigentlich ganz gut hin, auch mit dem Touchscreen – und dann ist das halt ein schönes Add-on. Aber ich sehe natürlich die Leute, bei denen genau das einfach nicht mehr klappt – ja, die diesen Sprung nicht mehr schaffen können – und da denke ich: Da wird das MyKey Pro eine ganz große Lücke schließen. Damit bedanke ich mich ganz herzlich, Herr Friehoff, für Ihre Zeit. Es war ein sehr interessantes Gespräch, hat mich sehr gefreut, Sie kennenzulernen. Ja, und ich wünsche Ihnen ganz viel Erfolg mit dem MyKey Pro und ja – vielleicht ergibt sich es mal wieder, dass man wieder mal voneinander hört. Bis dahin, alles Gute und auf Wiedersehen. Herzlichen Dank. Es hat mir auch gefallen, dass Sie sich dafür interessiert haben und vielleicht können wir ja, sobald die Softwarestufe zwei mit den lokalen Funktionalitäten da ist, nochmal ein weiteres Interview machen. Und es kommt auch noch eine Stufe drei, aber darüber haben wir heute nicht geredet. Das kriegen wir bald zu Gute. Genau, da freue ich mich und bis dahin wünsche ich Ihnen alles Gute und bei euch bedanke ich mich natürlich wie immer recht herzlich fürs Zuhören. Schulze IT Schulung und Dienstleistungen – dein Spezialist für Audioanleitungen, Schulung, Fernwartung und Fritzbox-Optimierung. Mehr Infos findest du auf: www.schulze-graben.de.