Smütech

Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen

136 Die Onlinefunktion des Personalausweis

Online-Ausweis für Blinde: PIN-Rücksetzbrief, AusweisApp und iPhone mit NFC – Konto und SIM-Karte selbst verifizieren, ohne Video-Ident.

28.10.2026 31 min

Zusammenfassung & Show Notes

Online-Personalausweis (eID) für Blinde und Sehbehinderte: PIN, AusweisApp, iPhone mit NFC und VoiceOver – Konto, SIM-Karte und Verträge selbst online bestätigen.

Bankkonto eröffnen, Kredit beantragen, SIM-Karte aktivieren: Früher hieß das für uns Blinde Video-Ident, an dem wir meist scheiterten, oder Postident mit dem Gang zur Filiale. Joachim „Jockl“ Schulze erklärt, wie die Online-Funktion des Personalausweises (oder Aufenthaltstitels) funktioniert: Das Smartphone liest den Chip per NFC aus, du gibst deine PIN ein und bist rechtsgültig identifiziert. Bei der Aktivierung einer SIM-Karte in der congstar-App dauerte das nur zwei Minuten.

Seit Oktober 2026 kannst du einen PIN-Rücksetzbrief wieder online bestellen, statt dafür aufs Bürgeramt zu müssen. Jockl ordnet außerdem die kommende European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) ein und sagt klar, warum ohne Smartphone die Selbstbestimmung schwindet.

Was du in dieser Folge mitnimmst:
- Wie du Ausweis und iPhone zusammenbringst, damit der Chip erkannt wird
- Was du tust, wenn die PIN fehlt: PIN-Rücksetzbrief oder Bürgeramt
- Dass die Nutzung der Online-Funktion kostenlos ist
- Wofür die AusweisApp und die EUDI-Wallet wichtig werden
- Welches iPhone sich für sicherheitsrelevante Apps noch eignet

Links aus der Folge:
- PIN-Rücksetzbrief online bestellen: https://www.pin-ruecksetzbrief-bestellen.de/
- AusweisApp: https://www.ausweisapp.bund.de/
- Schulung, Fernwartung und Beratung (36 Euro pro angefangene 30 Minuten): https://schulze-graben.de

Kapitel:
00:00 Intro
00:49 Warum der Online-Ausweis für Blinde zählt
03:24 Was die Online-Funktion ist
04:48 PIN, Bürgeramt und PIN-Rücksetzbrief
06:59 Bankkonto, Video-Ident und Postident
09:22 SIM-Karte registrieren mit eID
12:00 Wo der Chip sitzt: Ausweis ans iPhone
15:50 EUDI-Wallet und AusweisApp
17:23 Kosten: Aktivierung kostenlos
18:39 Selbstbestimmt statt abgehängt
24:27 Welches iPhone sich eignet
27:02 So kommst du zum Online-Ausweis

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Weitere Folgen und Angebote: https://schulze-graben.de
Live: https://radio.schulze-graben.de
YouTube: https://youtube.com/schulze-it

Bleib neugierig, interessiert und vor allem selbstbestimmt!
Hashtags: #OnlinePersonalausweis #eID #AusweisApp #Barrierefreiheit #Blind #Sehbehinderung #iPhone #VoiceOver

Transkript

Jockl & Friends
00:00:00
[Musik]
Ansage
00:00:20
Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen. Dein Spezialist für Audioanleitungen, Schulung, Fernwartung und Fritzbox-Optimierung. Mehr Infos findest du auf www.schulze-graben.de.
Joachim Schulze
00:00:32
Und hier ist euer Gastgeber, Joachim Schulze, Master of Business Administration, JAWS Certified, IT-Trainer für Blinde und Sehbehinderte. Einen wunderschönen guten Montag wünsche ich wieder einmal. Schön, dass ihr euch alle Zeit genommen habt und heute wieder dabei seid bei einer neuen Montagsveranstaltung. Und heute geht es um die Online-Funktion des deutschen Personalausweises oder einem entsprechenden Aufenthaltstitel. Ja, eine hochinteressante Funktion für uns Blinde, denn sie ermöglicht uns etwas, was ehrlich gesagt in den letzten Jahren ein ziemliches Problem geworden ist, nämlich uns rechtlich gültig zu authentifizieren. Ja, okay, jetzt kann man natürlich die Frage stellen, Moment, wenn ich jetzt von der Polizei gefragt werde, ja, wer sind Sie denn? Und ich sage, ich bin der Joachim Schulze und dann sagen die, bitte zeigen Sie uns mal Ihren Ausweis. Und da steht dann aber ganz ein anderer Name drauf. Dann würde das ja bedeuten, dass man sich auch rechtlich identifizieren kann. Ja, im Offline-Kontakt. Aber tatsächlich gibt es heute immer mehr Situationen, wo wir uns online identifizieren und unsere Identität verifizieren müssen. Und es klingt ein bisschen verrückt für viele Leute, wenn man sich denkt, wie online verifizieren, wo denn? Denn wenn ich zum Beispiel als Blinder ein Bankkonto eröffne, dann bin ich dafür in der Vergangenheit eigentlich immer auf die Sparkasse oder die Raiffeisenbank gegangen und habe dort mein Bankkonto eröffnet. Ich bin dann hingegangen, hatte meistens das Problem, wer geht denn jetzt mit, denn da muss man ja so viele Formulare ausfüllen und alles das kann man inzwischen online machen. Und dann wird das Ganze plötzlich richtig interessant, denn dann kann ich diese ganzen vielen Formulare, die es da auszufüllen gibt und wofür ich sonst immer einen Sehenden bitten musste, mir doch mal freundlicherweise zu helfen, selber ausfüllen. Und da sind wir dann an dem Punkt, wo es plötzlich mit der digitalen Kompetenz wieder richtig interessant wird, denn da brauchen wir keine Hilfe mehr. Und überall, wo wir keine Hilfe mehr brauchen, das hat der eine oder die andere schon selbst erfahren, ja, da können wir plötzlich komplett autark agieren und ehrlich gesagt, das ist ein ziemlich cooles Gefühl, aber auch eine Freiheit, die für Menschen ohne Sehbehinderung ganz oft selbstverständlich ist. Für uns wird sie das aber erst seit einiger Zeit immer mehr. Und da spielt die Online-Funktion des Personalausweises eine riesengroße Rolle. So, jetzt habe ich ganz viel geschwafelt, wofür das gut ist. Aber was ist denn nun eigentlich diese Online-Funktion des Personalausweises? Ja, es handelt sich hier um die Möglichkeit, unseren Personalausweis nicht nur offline als Identitätsdokument, sondern auch online zur Verifizierung unserer Identität zu verwenden. Und das wird möglich mit einem elektronischen Chip, der eingebaut ist und der von Terminals, aber auch von unseren Smartphones über das NFC-Modul, also Near Field Communication, ausgelesen werden kann. Und da wird es richtig interessant, denn da sind die Infos zu unserer eID oder eben dem Online-Personalausweis gespeichert und sobald die in einer App erkannt werden, gibt es unsere persönliche Identifikationsnummer. Die können wir dann eingeben. Die müssen wir einmal vergeben. Ja, und dann sind wir verifiziert, identifiziert. Das heißt, es ist genauso, wie wenn wir jetzt irgendwo auf einem Amt oder in einem Büro bei einer Firma persönlich unseren Ausweis gezeigt hätten. Und die hätten bestätigt, das ist die Person, die sich hinter diesem Ausweis gezeigt hat. Und das ist der Online-Personalausweis. Ja, die Funktion gibt es jetzt schon ein paar Jährchen, aber sie ist ein bisschen in Vergessenheit geraten bei vielen, weil man immer gesagt hat, naja, die können Sie nutzen. Wollen Sie die aktivieren? Nö, eigentlich nicht. Ich glaube, das brauche ich nicht. Naja, Sie kriegen mal einen Brief, da ist die Transport-PIN drauf und mit der können Sie dann eine PIN erstellen. Ja, so war das. Konnte man dann mal online zurücksetzen lassen und mit der Transport-PIN kann man die auch jetzt noch erstellen. Aber wenn man dann diese Transport-PIN nicht mehr hatte, dann musste man seit Ende 2024 auf ein Bürgeramt gehen und musste dort eine neue PIN setzen lassen und nicht immer waren diese Terminals auf den Bürgerämtern barrierefrei. Ich muss tatsächlich sagen, ich hatte zweimal mit ihnen zu tun, einmal in Bayern und einmal hier in Plauen und ich muss sagen, beide Male konnte ich die PIN selbst eingeben. Also ja, ich denke, es hängt auch immer ein bisschen von der einzelnen Behörde ab. Aber ja, es ist natürlich immer richtig und wichtig, dass man das auch selbst eingeben kann und im Normalfall sollte das auch barrierefrei sein. Aber, und jetzt kommt das Positive, seit Oktober 2026, also noch ganz frisch, gibt es auch wieder die Möglichkeit zur Online-Rücksetzung der Personalausweis-PIN. Ich werde den Link zur entsprechenden Seite, wo man das beantragen kann, auch in die Beschreibung setzen, sodass man sich das dann da auch nochmal nachlesen kann. Denn tatsächlich war diese Funktion lange nicht verfügbar und bietet uns Blinden eben die Möglichkeit, einen Brief zu bestellen, dass wir dann eben diese PIN auch wieder zurücksetzen können. Wenn wir zum Beispiel die Funktion bisher nicht genutzt haben oder die PIN nicht haben, denn dann brauchen wir die PIN, sonst können wir den Ausweis online nicht nutzen. Ja, jetzt habe ich vorher schon das Thema gebracht, Bankkonto erstellen. Da ist natürlich die Online-Verifikation absolut notwendig. Ja, sie kommt aber auch bei anderen Gelegenheiten zum Einsatz. Jetzt sind wir schon wieder bei einem Bankbeispiel. Wenn ich nämlich zum Beispiel heute einen Kredit beantrage, dann passiert das ganz oft online. Auch da muss ich mich verifizieren. Und das kann ich natürlich auch mit dem Online-Personalausweis. Und ihr könnt euch vielleicht erinnern, früher hatten wir immer dieses Video-Ident-Verfahren. Und das war ziemlich tricky für uns Blinde, denn das haben wir zu 90 Prozent nicht geschafft. Da musste man den Ausweis dann in bestimmten Formen drehen und es musste mal das, es musste mal jenes zu sehen sein und am Ende musste man der Person am anderen Ende der Videoleitung irgendwie begreiflich machen, hey, ich bin leider blind, das heißt, bitte führe mich da durch. Und das war dann immer ein ziemlich großes Problem, denn die meisten haben einfach aufgelegt, weil sie das Risiko natürlich nicht auf sich nehmen wollten. Denn da reden wir ja von Call-Centern, wo es ganz klare Sicherheitsvorgaben gibt. Wenn man dann irgendjemanden mit im Raum hatte, der einen da ein bisschen unterstützt hatte und der kam irgendwie ins Blickfeld, dann war eigentlich auch vorprogrammiert, es wurde aufgelegt. Also das war absoluter Mist und dann blieb uns letztlich meistens nur für kritische Vorgänge das Postident-Verfahren und das hieß halt meistens, wir mussten in eine Postfiliale marschieren und dort uns mit Ausweis verifizieren und dann im Endeffekt die Papiere oder Anträge, was wir auch immer hatten, sozusagen beglaubigt abschicken lassen. Das war natürlich möglich, aber ehrlich gesagt, es hat alles verzögert und es hat natürlich auch einen Haufen Papier erzeugt. Und wir wissen alle, Deutschland ist eines der bürokratischsten Länder auf dieser Welt und das hängt auch ein bisschen damit zusammen, dass wir so unglaublich viel Papier brauchen für Dinge, die man eigentlich längst digital erledigen sollte. Und da geht natürlich eine Online, eine eID, ein elektronischer Personalausweis in die ganz richtige Richtung. Denn da hat man genau das Gegenteil, denn alles das fällt plötzlich weg. Ein weiteres Beispiel, das man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann, ist die Registrierung einer Prepaid-Karte. Ja, das war früher gar kein Problem. Man ging in den Laden, holte sich die Prepaid-Karte, legte die zu Hause ins Handy und los ging's. Ja, zur Terrorismusabwehr musste das aber geändert werden. Und das ist auch ganz wichtig und richtig, dass man eine Prepaid-Karte nur noch als registrierter Ausweisinhaber auf seinen Namen registrieren darf. Denn ansonsten ist die einfach nicht aktivierbar. Und das ist eines der wichtigsten Gesetze, würde ich mal sagen, zur Terrorismusabwehr. Denn da kann man natürlich klar vorbeugen, dass mit mobilen Leitungen Schindluder getrieben wird, dass hier illegale Aktivitäten vor sich gehen. Denn letztlich ist jede SIM-Karte mit einem Inhaber eines elektronischen ID-Dokuments verbunden oder eben eines normalen Ausweises geht natürlich auch noch. Aber da war es dann eben immer so Video-Ident oder Postident. Was anderes blieb uns nicht. Und jetzt kommen wir also mal zum Thema, wie funktioniert sowas letztlich? Was bringt mir der Online-Personalausweis, wenn ich kein Smartphone habe? Ja, dann wird es erstmal sehr schwierig, wenn ich kein NFC-Gerät für den PC habe. Da gibt es auch Adapter, aber im Großen und Ganzen ist das Ganze eigentlich für Smartphones gedacht. Und das muss man ganz klar sagen, auch die ganzen Dienste sind ja im Normalfall fast immer irgendwie per App zu steuern. Und da kommen wir jetzt schon wieder zu dem Punkt, was wir schon oft besprochen haben. Um ein Smartphone kommt man heute fast nicht mehr rum als Blinder, denn es ist natürlich der Türöffner für ganz viele Dinge. Das heißt, wenn wir dann zum Beispiel uns für eine neue SIM-Karte registrieren möchten, dann können wir, ich kann das jetzt gerade am Beispiel der congstar-App erzählen, weil ich das eben voriges Jahr gemacht habe. Dann habe ich also in der App mein Kundenkonto erstellt, habe dann meine Rufnummer ausgewählt und wurde dann eben aufgefordert zur Aktivierung der SIM-Karte, welches Verfahren möchte ich nutzen und ich habe dann eben eID ausgewählt und wurde dann gebeten, meinen Ausweis an die NFC-Antenne meines iPhones zu halten. Ja, hier ist jetzt natürlich die Frage, wie mache ich das als Blinder? Wo sitzt überhaupt die RFID unseres Personalausweises, unseres Ausweisdokuments? Wo können wir die finden? Ja, die ist eingearbeitet, sodass man die auch gar nicht sieht. Wenn wir unseren Ausweis so haben, dass links das Lichtbild ist, rechts die Seriennummer, dann muss man im Endeffekt entweder das iPhone über den Ausweis führen oder den Ausweis über das iPhone. Ja, an sich heißt es, an der Oberseite, rückseitig befinden sich die NFC-Antennen. Und tatsächlich gibt es auch Leute, die sagen, es hat bei ihnen besser geklappt, wenn sie den Ausweis vorne angelegt haben ans iPhone. Das ist auch eine Sache, die kam aus der Community. Dafür vielen Dank an den Jochen. Ich persönlich kann das so nicht reproduzieren, denn ganz ehrlich gesagt, egal ob es jetzt die elektronische Gesundheitskarte oder mein Ausweisdokument war, ich habe es immer so gemacht, ich habe das iPhone aufrecht in die Hand genommen und dann den Ausweis ganz langsam von oben nach unten entlang geführt am Handy. Ich konnte das sogar in der Hülle lassen und dann hat es eigentlich immer wunderbar geklappt. Tatsächlich ist der Rat, gegebenenfalls die Hülle entfernen und dann auch wirklich gucken, dass das Handy auch gut geladen ist, dass dann eben wirklich der Kontakt auch klappt. Denn in dem Moment, wo also der Ausweis erkannt wurde und ganz wichtig, eine App muss sozusagen nach dem Ausweis suchen, also die muss das NFC auch aktivieren, sonst geht das nicht. Und wenn dann der Kontakt da ist, dann werden wir nach unserer PIN gefragt und die müssen wir dann eingeben und dann sind wir tatsächlich verifiziert. Und das war für mich ein echtes Aha-Erlebnis, denn ich kann mich noch erinnern an meine letzte SIM-Karten-Aktivierung. Das war damals eben per Postident und es war ein Riesentheater. Es war damals noch in Bayern, da hatten wir keinen Postident im Ort. Das heißt, ich musste erst mal in den Nachbarort fahren, musste dort in die Postfiliale, die in einem Supermarkt untergebracht war und immer hoch frequentiert war. Ja, dann haben sich die Leute immer ganz, ganz, ganz doll gefreut, die Angestellten, wenn da 20 Leute hinten dran standen und ich dann mit meinem Postident daherkam. Und jetzt war das also wirklich innerhalb von zwei Minuten erledigt. Und dann war ich verifiziert und die SIM-Karte aktiviert. Und ganz ehrlich gesagt, das war so der Moment, wo ich mir gedacht habe, das sieht so ein bisschen aus wie das BFSG, heute habe ich es mit meinen Buchstaben drin, Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Denn hier hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht. Und ganz ehrlich, die Umsetzung funktioniert. Und ich glaube, das ist so die große Quintessenz, die man wirklich bei dieser ganzen Sache bedenken muss, wenn es um das Thema Online-Ausweis geht. Deutschland hat in den letzten 30 Jahren ganz klar in einem digitalen Winterschlaf gelegen. Aber man muss tatsächlich bemerken, und da muss man auch fair bleiben. In den letzten drei Jahren sind wir da am Aufwachen und tatsächlich wird viel nachgeholt bei der Digitalisierung. Nur das sind halt immer nicht die den Alltag bestimmenden Themen, denn da passiert einfach vieles im Hintergrund und ist gar nicht so sehr in der öffentlichen Debatte. Und plötzlich ist es da und man muss dann feststellen, das bringt ja richtig was und vor allen Dingen es funktioniert. Denn es gibt ja auch und das kommt auch auf uns zu und da dürfen wir uns schon freuen, für uns ab nächstes Jahr eine digitale EU-weite Brieftasche, in der wir unseren Personalausweis, aber auch Dokumente wie Führerschein, elektronische Gesundheitskarte oder auch E-Rezepte tatsächlich ablegen können. Und ganz ehrlich, da sehen wir schon wieder, das ist ein ganz klarer Schritt zum Bürokratieabbau, der uns natürlich wahnsinnig viel bringt. Wie soll das gute Stück heißen, das da auf uns zukommt? Ihr glaubt es nicht, denn wenn man das so liest, dann muss man sich erstmal überlegen, was soll das denn jetzt heißen? Das Ding heißt EUDI-Wallet. Okay, also wenn man es jetzt mal englisch ausspricht, EUDI-Wallet. Was bitte soll das sein? Eine European Digital Identification Wallet. Und dann macht das Ding plötzlich wieder Sinn. Da sollen also dann zukünftig rechtlich bindend für uns alle Sachen drin sein, sodass wir uns dann auch direkt mit dem Smartphone authentifizieren können. Und die Grundlage dafür wird natürlich die deutsche AusweisApp und der Online-Ausweis werden. Das heißt also, man muss in jedem Fall über ein Online-Ausweis-Dokument mit seiner PIN verfügen, ansonsten läuft das Ganze nicht. Ja und jetzt fragt man sich natürlich, wie ist denn das nun? Kostet das Ganze was? Nein, tut es tatsächlich nicht. Bei den Bürgerämtern gibt es diesen Service kostenlos, dass man auch wirklich die eID nutzen kann. Denn tatsächlich ist es gewollt und ist es auch wichtig, dass möglichst viele Menschen möglichst schnell umsteigen. Und tatsächlich haben auch schon ganz viele den Online-Personalausweis, weil er eben so unglaublich viele Vorteile bietet. Denn klar, als Blinder werde ich damit zum ersten Mal richtig unabhängig, wenn es eben wirklich um digitale, sensible Registrierungen geht. Denn auch zum Beispiel, wenn ich mich bei anderen Sachen als jetzt nur einem Stromanbieter registrieren will, dann brauche ich ganz häufig eben meinen Ausweis. Und das ist eigentlich immer auch da notwendig und wichtig, wo ich zum Beispiel meinen Wohnort nachweisen muss und und und. Da gibt es unzählige Beispiele, wo man wirklich sagen kann und sagen muss, wenn ich mich da nicht ausweisen kann, dann wird es eben auch immer schwieriger, das Ganze offline zu tun. Und da kommen wir jetzt zu einem weiteren wichtigen Punkt. Natürlich gibt es auch Blinde, die sagen, Mensch Jockl, das ist ja toll, dass wir das alles digital machen können, aber ich habe keinen Computer, ich habe kein Smartphone und ich will das einfach auch nicht. Ja, und dann muss ich leider wieder sagen, und ich weiß, es gibt viele Leute, die die Nase rümpfen, ja, dann bedeutet das aber auch immer mehr, wenn ich eine Sehbehinderung habe und digitales Handeln ablehne, dann stelle ich mich heutzutage ganz klar ins persönliche Abseits. Kann das vielleicht noch ein paar Jährchen ein bisschen steuern, solange ich noch irgendwo in eine Bankfiliale gehen kann, wenn ich noch eine um die Ecke habe. In dem Moment, wo aber diese letzte Offline-Bastion wegbricht und es passiert immer mehr, da muss ich ganz klar sagen, dann bin ich plötzlich nicht mehr selbstbestimmt, sondern dann muss ich plötzlich ganz klar sagen, hey, wer macht mir denn jetzt meine Überweisungen, wer macht mir denn jetzt meine Bankgeschäfte, ich weiß ja gar nicht mehr, was ich auf dem Konto habe. Und deswegen ist es ganz klar, alles das, was wir hier vorstellen, das sind für uns riesengroße Fortschritte. Aber jeder, der das nicht nutzt, muss man ganz klar sagen, der disqualifiziert sich ein ganz gewaltiges Stück vom selbstbestimmten Leben. Und das ist nicht einfach nur so dahergesagt, sondern das ist schlichtweg Realität. Ich möchte das gar nicht weiter auswalzen, einfach nur nochmal für alle, die hier immer zuhören und sich überlegen, ich weiß ja nicht so richtig, ich traue mich einfach nicht so recht ran an diese ganze digitale Technik. Wir gehen diesen Weg mit euch. Wir begleiten euch mit Schulung, Beratung und am PC auch Fernwartung Stück für Stück durch den Prozess und wir haben viele Kunden auch dieses Jahr schon wirklich von absolut Zero to Hero gebracht. Wenn es um das Thema zum Beispiel das iPhone für sich entdecken und erobern geht, da können wir große Erfolge vorweisen. Und jetzt kommt natürlich dem einen oder der anderen auch der Gedanke in den Sinn, ich bin aber jetzt so und so alt, habe mich die letzten 30 Jahre kaum mit Technik befasst. Ich habe ein schnurloses Telefon und soll ich mir jetzt dann auch ein Smartphone kaufen? Dann ist mein ganz klarer Rat an euch, lasst uns erst mal drüber reden. Denn es gibt natürlich Fälle, da muss man ganz klar sagen, da hat man einfach zu lange gewartet. Und wenn man dann vielleicht auch noch ein bisschen die Haltung hat, boah, ich möchte mich damit eigentlich auch gar nicht befassen, ja, dann muss man natürlich auch fair und ehrlich sein, dann wird es richtig schwierig. Und dann liegt es nicht unbedingt am Smartphone und dann liegt es nicht unbedingt an der Technik, die da einfach zu kompliziert ist, sondern dann liegt es vielleicht auch daran, dass man als Einzelner diesen Weg einfach nicht mehr schafft. Dann heißt es aber auch nicht automatisch, dass man gescheitert ist, sondern dann kann man sich auch durchaus noch überlegen, möchte man diesen Weg vielleicht in kleineren Portionen gehen. Das heißt, okay, ich möchte halt nicht gleich das Online-Banking für mich erobern, sondern ich fange halt erstmal an, das iPhone stückweise in meinen Alltag zu integrieren und beginne, das Ding zum Telefonieren zu benutzen. Beginne mal meine E-Mails damit zu lesen und beginne eben einfach mal langsam mich an die Bedienung heranzutasten und das ist eigentlich der Moment, wo wir dann wirklich auch bei ganz vielen, die eigentlich sehr ablehnend dem Ganzen gegenüberstehen, wirklich große Erfolge verzeichnen und wo dann tatsächlich oftmals auch irgendwann die komplette iPhone-Bedienung möglich wird. Das ist bei uns alles sehr transparent. Wir arbeiten da wirklich stundenweise. Das heißt, ihr habt einen festen Preis, 36 Euro pro angefangene 30 Minuten für Schulung, Fernwartung und Beratung, wo ihr genau wisst, was auf euch zukommt und wo wir auch nach zwei, drei Sitzungen mal Bilanz ziehen. Ja, Sitzungen sind meistens so zwei Stunden, wo wir dann auch wirklich mal Bilanz ziehen und sagen, hey, wo stehen wir denn? Also kommen wir auch dahin, wo der Kunde oder die Kundin hin möchte? Das ist ja immer das Wichtige. Und dann kann man wirklich auch sagen, okay, in welchen Schritten können wir diesen Weg gehen? Und ich freue mich wirklich zu sagen, dass wir dieses Jahr einen hohen zweistelligen Kundenanteil von Zero to Hero gebracht haben und das heißt wirklich, das sind Leute, die haben absolut bei Null angefangen und die sind jetzt wirklich auf einem Weg, wo ihnen das iPhone ganz klar die Alltagsgeschäfte erleichtert. Ja und da kommen wir jetzt natürlich nochmal kurz zurück auf das Thema Online-ID und auch die digitale europaweit gültige Brieftasche. Das sind natürlich alles Dinge, die bringen mir am PC nur bedingt was. Denn am Ende brauche ich halt einfach ein Smartphone, um mich zu verifizieren. Und auch wenn ich am PC vielleicht den Vorgang durchlaufe, dann muss ich mich letztlich einfach am Smartphone verifizieren. Und das ist auch so ein bisschen der Brainteaser für alle, die überlegen, was schenke ich einem lieben Menschen zu Weihnachten? Was schenke ich vielleicht auch mir selbst zu Weihnachten? Ja, ist ja auch durchaus eine vernünftige Überlegung, sich selbst eine Freude zu Weihnachten zu machen. Dann darf es ruhig ein iPhone sein. Warum denn kein Android? Ganz einfach, weil iPhones mit VoiceOver einfach standardisierter zu bedienen sind. Ja, natürlich kann man argumentieren, sie sind etwas teurer. Wenn man ein qualitativ hochwertiges Android-Gerät möchte, dann bezahlt man dafür aber auch sehr ordentliches Geld. Wir machen iPhone-Schulung seit 2012. Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe auch schon öfter mal Android-Geräte in den Fingern gehabt. Sie konnten mich aber im Allgemeinen einfach nie so überzeugen. Denn es ist halt bei jedem Gerät alles immer ein bisschen anders. Und wenn wir uns die Frage stellen, welches iPhone auch dafür, haben wir schon Episoden gemacht hier im Podcast. Ein iPhone sollte natürlich nie zu alt sein. Wenn man sich überlegt, ich habe dann immer solche Fälle, da kriegen dann blinde Angehörige ein iPhone, das hatte zuerst die Tochter, dann die Enkelin und dann kriegt das eben die Oma oder der Opa und das ist dann halt vielleicht ein iPhone 5S oder ein iPhone 7. Ja, das ist auch zum Einsteigen nicht mehr adäquat. Also ein iPhone ohne aktuelle Software, das bedeutet, dass keine aktuellen Software-Updates mehr kriegt. Das hat unterm Weihnachtsbaum nichts verloren. Das gehört in Apple Trade-In, also sprich zurückgegeben, eingetauscht gegen ein neues Gerät. Denn es ist halt einfach so, sicherheitsrelevante Apps laufen nur auf Geräten, die noch Softwareunterstützung erhalten und da ist ganz klar, das sollte auf jeden Fall ein iPhone 14, 15 oder was ähnliches sein. Ja, Pro-Geräte müssen es jetzt nicht unbedingt sein. Das geht auch ohne. Das ist keine Frage. Warum erwähne ich das gerade jetzt hier im Rahmen mit dem Online-Personalausweis? Weil natürlich ganz klar das Smartphone hier das Tool der Türöffner ist, der für uns eigentlich unabdingbar ist, um das Ganze zu meistern. Ja, und wenn ihr sagt, Online-Personalausweis, das klingt interessant, wie bekomme ich den? Ja, dann am besten mit eurem aktuellen Ausweis. Wenn ihr nicht sicher seid, habt ihr denn schon den Online-Personalausweis? Mal zu euch aufs Bürgeramt gehen, mal nachfragen, das Ganze überprüfen lassen und gegebenenfalls die Aktivierung des Online-Personalausweises beantragen. Es kann unter Umständen sein, da fehlt mir jetzt leider der ganz genaue Überblick, dass ein Ausweis dann auch mal früher getauscht werden muss. Das ist ganz klar, für einen neuen Ausweis werden Gebühren fällig, aber die Nutzung der Online-Personalausweisfunktion oder der Online-Ausweisfunktion, gilt ja auch für Aufenthaltstitel, die ist kostenlos. Und ich hoffe, es nehmen sich diese Info viele Leute zu Herzen, die den Smütech hören und bisher noch keinen Online-Personalausweis haben. Ich muss dazu sagen, ich war auch relativ spät berufen. Ich habe ihn mir erst letztes Jahr besorgt und habe eigentlich auch immer gedacht, es geht auch noch ohne, es geht auch noch ohne. Aber ich habe dann plötzlich eben festgestellt, zum ersten Mal letztes Jahr tatsächlich, als wir den Handyanbieter gewechselt haben, wie unglaublich einfach solche Prozesse werden, wenn man einen Online-Personalausweis hat und sich eben nicht mehr durch Video-Ident und Postident plagen muss. Ich hoffe, ihr habt wieder ein bisschen was mitgenommen. Ja, im November warten viele tolle neue Veranstaltungen auf euch. Das wisst ihr schon. Am 2. November geht's los. Ich nehme euch mit auf meinen KI-Arbeitstag. Das heißt, ich zeige euch einmal, wo KI mich unterstützt in meiner alltäglichen Arbeit. Und mir ist es besonders wichtig, euch das mal zu zeigen. Denn klar, ich betone ja immer, eure Daten werden niemals von einer KI erfasst und bearbeitet. Und genau das möchte ich nächste Woche einmal transparent zeigen. Wie läuft das eigentlich bei mir ab? Und ich möchte euch auch zeigen, wie weit die KI inzwischen wirklich schon ist, was es bedeutet, dass die KI mir inzwischen wirklich zwei Vollzeitarbeitskräfte ersetzen kann und was damit auch an Zeit und Möglichkeiten entstanden ist, wirklich für euch da zu sein. Und nicht nur das Ganze in Schulungen und Fernwartung zu stecken, sondern tatsächlich auch sehr viel mehr Zeit für persönliche Kommunikation zu haben. Und ich freue mich drauf, wenn ihr nächste Woche wieder mit dabei seid. Ich kann jetzt schon verraten, am Samstag gibt es eine ganz spezielle Podcast-Folge zu Halloween. Man könnte fast schon sagen, ein Gegenentwurf, denn am Samstag wird mal nicht gegruselt. Das geht auch mal andersrum. Und am kommenden Montag sind wir dann wieder zusammen zur nächsten Montagsveranstaltung. Achso, und die Sonntagsmusik, die gibt es natürlich auch wie gewohnt. Bis dahin, bleibt neugierig und vor allen Dingen selbstbestimmt, euer Jockl, Joachim Schulze.
Ansage
00:30:53
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