Smütech

Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen

132 Umgebungsassistent

Können Gehassistenz, Umgebungsbeschreibungen wirklich überzeugen?

30.09.2026 34 min

Zusammenfassung & Show Notes

**132 Umgebungsassistent**

Umgebungsassistent im Praxistest: CO2-Display, Geh-Assistenz, Zebrastreifen und Hauseingang – lohnt Perceive World Assist für knapp 6 Euro im Monat, oder bleibt OOrion die bessere Outdoor-App?

Joachim Schulze „Jockl“ räumt zuerst mit dem Münchner Startup SmartAIs auf: große Pläne zur Hinderniserkennung am Langstock, später letzte Meile, am Ende Fördergeld verbrannt und Projekt beendet. Danach der eigentliche Test mit Till: Umgebungsassistent aus China, kostenlos im Store, brauchbar erst mit Abo. Monatlich knapp 6 Euro, Jahresabo rund 5 Prozent günstiger, Einstieg auch über 1.000 Erkennungen für 99 Cent.

Drinnen liest die App am CO2-Messer 919 ppm richtig, hängt beim nächsten Blick aber bei 25,1. Draußen piept und vibriert die Geh-Assistenz bei Personen und einem vorbeifahrenden Auto, sagt aber nicht, *was* vor einem liegt. Den Zebrastreifen findet sie erst nach mehreren Anläufen und nennt ihn „vor Ihnen in mittlerer Entfernung“, obwohl die Stelle bewusst gewählt war. Am Hauseingang kommt Hausnummer 6, nicht aber Optiker, Schildtext oder QR-Code. Smartglasses-Anbindung fehlt.

Was du in dieser Folge mitnimmst:

- Warum SmartAIs als Randnotiz endet und nicht als Testkandidat
- Was kostenlos, Monatsabo, Jahresabo und das 99-Cent-Paket wirklich freischalten
- Wo Displaylesen und Szenenbeschreibung funktionieren – und wo die App hinterherhinkt
- Warum Vibration allein als Geh-Assistenz für Stockgänger zu wenig ist
- Weshalb OOrion draußen und an der Brille weiter vorn liegt
- Warum Jockl künftig seltener jede gehypte Neue App testet und sich auf Apps konzentriert, die im Alltag tragen

Niemals auf eine App verlassen. Sinne und Mobilitätstraining bleiben die Grundlage.

Umgebungsassistent im App Store: https://apps.apple.com/de/app/umgebungsassistent/id6756039728

OOrion im App Store: https://apps.apple.com/de/app/oorion/id1567957213  
OOrion-Website: https://www.oorion.fr  
Folge 116 OOrion: https://podcast.schulze-graben.de/episode/116-oorion

Visionauta im App Store: https://apps.apple.com/app/visionauta/id6780104967  
Visionauta bei Google Play: https://play.google.com/store/apps/details?id=br.com.alphamob.aie  
Folge 130 Visionauta: https://podcast.schulze-graben.de/episode/130-die-app-visionauta

Smütech-Klub: Basic 29 € oder Plus 49 € monatlich, inklusive zwei bzw. vier Stunden Schulung, Fernwartung oder Beratung pro Quartal.  
Alle Infos und Anmeldung: https://schulze-graben.de/smuetech-klub  
Freiwillige Unterstützung mit Rechnung: https://danke.schulze-graben.de

Weitere Folgen und Angebote: https://schulze-graben.de  
Podcast: https://podcast.schulze-graben.de  
Live: https://radio.schulze-graben.de sowie Siri/Alexa „starte den Sender Schulze-Funk von TuneIn“  
YouTube: https://youtube.com/schulze-it

Bleib neugierig, interessiert und vor allem selbstbestimmt!

#Smütech #Umgebungsassistent #PerceiveWorldAssist #OOrion #Visionauta #SmartAIs #VoiceOver #iPhone #Barrierefreiheit #PodcastFürBlinde #Mobilität #Langstock #KIAssistenz #ITSchulung #Fernwartung #JoachimSchulze #Jockl #Till

Transkript

Jockl & Friends
00:00:00
Smütech, Smütech, ist wieder da. Endlich gibt's was Neues, das ist wunderbar. Smütech, Smütech, Trends und Technik satt. Endlich neuer Podcast, der einfach alles hat. Endlich neuer Podcast, der einfach alles hat.
Ansage
00:00:20
Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen. Dein Spezialist für Audioanleitungen, Schulung, Fernwartung und Fritzbox-Optimierung. Mehr Infos findest du auf www.schulze-graben.de. Und hier ist euer Gastgeber, Joachim Schulze, Master of Business Administration, JAWS-Certified, IT-Trainer für Blinde und Sehbehinderte.
Joachim Schulze
00:00:43
Einen wunderschönen guten Montag heißt es heute wieder. Ich freue mich, dass ihr euch Zeit genommen habt für eine weitere Montagsveranstaltung mit einer interessanten Assistenz-App, die wir heute wieder mal testen. Und einer kleinen Randnotiz von einem Versuch, der mal wieder unternommen wurde, was ganz Tolles für Blinde zu erfinden, und dann doch eben wieder mal gescheitert ist. Heute bei mir wieder der Till. Schön, dass du dir Zeit genommen hast, wieder mal mitzumachen. Macht immer besonders Spaß, mit dir Apps zu testen.
Till
00:01:23
Ich freu mich auch wieder dabei zu sein, und ich freu mich auch immer, mit dir neu zu testen.
Joachim Schulze
00:01:30
Das ist für dich auch immer ganz interessant, weil du da schon fast so ein bisschen das allsehende Auge bist. Denn du siehst natürlich auch schon langsam die Stärken und Schwächen vieler Apps.
Till
00:01:42
Ja, das ist tatsächlich so wahr.
Joachim Schulze
00:01:46
Und wir wollen als Allererstes mal mit dem Thema aufräumen, was ja hier noch im Subtext der Veranstaltungsausschreibung drinsteht. Was hat es nun mit dem Münchner Startup SmartAIs auf sich, das ja irgendwie mal als Beta-Test-App ausgerollt wurde? Man hatte hier große Pläne bei einem Startup der Technischen Universität München und wollte hier einen Assistenten zur Hinderniserkennung für den Langstock schaffen. Das Ganze ist dann immer kleiner geworden, sollte dann irgendwann eine App für die letzte Meile werden, zum Hauseingänge finden und so weiter und so fort. Und inzwischen ist es halt da angelangt, wo so viele Projekte irgendwann stehen, nachdem man viele, viele Fördergelder verbrannt hat. Es spielt keine Rolle mehr. Man hat das Projekt jetzt runtergefahren, und es hat sich damit erledigt. Schön, dass damit wieder ein paar Leute ihren Doktor machen konnten und vielleicht auch eine Projektarbeit abschließen konnten. Aber – und man merkt vielleicht auch ein bisschen Verbitterung bei mir zu diesem Thema – es ist ganz, ganz toll, dass so viele Leute sagen: Mensch, wir wollen Apps entwickeln, wir wollen Systeme entwickeln, die Blinden das Leben erleichtern. Aber bitte, bitte, bitte, entwickelt doch nicht alle das Gleiche. Es gibt hunderttausend Anwendungsfälle und Möglichkeiten, und es gibt auch Experten wie uns, die sich darauf spezialisiert haben, was wirklich Sinn macht. Es gibt auch Verbände, die sich im Bereich der Blinden engagieren. Blindenverbände, da gibt es auch den GBSV als Bundesverband, und, und, und. Die können euch alle unterstützen bei der Ideenfindung. Aber bitte, entwickelt doch nicht alle immer wieder das Gleiche. Nämlich Assistenten, die uns dabei helfen sollen, uns in unserer Umgebung besser zurechtzufinden. Und das bringt uns genau zu dem Thema, das wir heute wieder testen, nämlich den sogenannten Umgebungsassistent oder den Perceive World Assistant. Also wir hören schon: Es ist auch wieder keine deutsche App, es ist eine App eines chinesischen Herstellers. Und dank der Mitglieder unseres Smütech-Klubs und all derjenigen, die uns immer wieder unterstützen für unsere ehrenamtliche Arbeit. Wenn euch das näher interessiert, guckt doch einfach mal nach schulze-graben.de und schaut euch dort den Smütech-Klub an. Bietet euch viele Mehrwerte, unter anderem auch Preisnachlässe bei Schulung, Fernwartung und Beratung. Aber nicht zuletzt gibt's auf unserer Homepage auch die Möglichkeit der freiwilligen Unterstützung. Wenn ihr sagt: Mensch, ihr macht ein cooles Projekt oder habt ein cooles Projekt gemacht im Podcast, das möchte ich einfach mal unterstützen. Das hilft uns natürlich immer ganz gewaltig, denn solche Tests kosten oft auch Geld. Wie jetzt in diesem Fall Gott sei Dank nicht so viel, denn der Umgebungsassistent ist erst mal eine ganz coole App. Hat aber natürlich auch wieder den Nebeneffekt: kostet was. Denn wir reden hier von einer App, die erst mal kostenlos im App Store verfügbar ist. Ich hab sie ausprobiert und hab gesehen: Kostenlos ist gut, bringt aber praktisch gar nichts. Denn am Ende brauchen wir einen Abo-Plan, das Ganze zu benutzen. Und der ist schon ein bisschen preiswerter als damals bei der App, die wir das letzte Mal getestet haben zusammen. Till, weißt du noch, welche das war?
Till
00:05:34
Ich weiß den Namen nicht mehr.
Joachim Schulze
00:05:37
Visionauta, genau. Wo wir gesehen haben: 14, fast 15 Euro pro Monat. Okay, das ist eine Hausnummer für gar nicht so wahnsinnig viel KI-Unterstützung, nämlich nur 20 Stunden, und das ist jetzt nicht so richtig viel. Wir haben jetzt zum Ausprobieren die App Umgebungsassistent. Bei der sieht das anders aus. Die kostet nämlich nur knapp 6 Euro pro Monat, was schon mal viel günstiger ist. Und was ich persönlich auch ganz toll finde: Sie bietet uns die Möglichkeit, dass wir das Ganze auch mit einem Jahresabo noch mal knapp 5 Prozent günstiger bekommen. Gut, das ist jetzt nicht so die Riesenersparnis, aber wenn man das möchte, kann man das machen. Interessant ist auch: Sie will eine Hinderniserkennung beim Gehen bieten. Erst mal eine richtig coole Sache, wenn man sich das jetzt mal so überlegt. Denn Hinderniserkennung beim Gehen – sind wir mal ganz ehrlich – das wär schon ziemlich revolutionär, oder Till? Wenn man da so denkt: Okay, ich kann mir mein iPhone umhängen, hab dann zum Beispiel meine Smartglasses auf und kann dann wirklich sagen, okay, die App erklärt mir, wenn irgendwelche Hindernisse in meinem Weg stehen. Und wir haben uns was ganz Cooles vorgenommen: Wir wollen das nämlich nachher mal testen. Die App soll nämlich auch Ampeln erkennen und soll auch herannahenden Verkehr beherrschen. Hier einfach noch mal der Hinweis vom letzten Mal, ich kann's gar nicht oft genug sagen: Dabei darf man sich niemals auf eine App verlassen. Denn das wissen wir alle, das ist einfach lebensgefährlich. Da muss man sich auf seine Sinne verlassen und auf das, was man im Mobilitätstraining gelernt hat. Aber bitte, bitte, bitte niemals auf eine App. Und ich hab mal etwas gemacht, das kann man nämlich auch machen bei dieser App, und das finde ich persönlich ehrlich gesagt ganz cool. Man muss keinen Monat abschließen, sondern man kann auch einfach tausend Erkennungsvorgänge buchen. Das ist dann auch wieder so ein bisschen schwammig, was man damit wirklich machen kann, aber man hat erst mal einen Schwung, mit dem kann man sich orientieren und mit dem kann man arbeiten. Und die kosten tatsächlich nur 99 Cent. Kann man lassen. So als Einstieg einfach mal zum Gucken, ob's was ist, finde ich völlig in Ordnung. Und genau das probieren wir jetzt mal. Du darfst mal wieder unseren lieben CO2-Messer holen. Der ist ja immer unser erstes Versuchskaninchen. Und ich stell euch mal hier wieder die Stimme. Und ich bin mal gespannt, wie sie sich schlägt. Wir haben heute wieder draußen Sonne, Rollo ist ein bisschen offen. Ich denke, Licht müsste eigentlich reichen. Müsste. Schauen mal. Starte die App Umgebungsassistent.
VoiceOver
00:08:34
Visuelle Hilfe bereit.
Joachim Schulze
00:08:42
Genau, also wir haben hier wieder einen Zoom-Bereich. Also es geht hier wieder los mit dem klassischen Menü, wie wir's kennen. Da sind die Apps alle relativ ähnlich. Wir fangen mal ganz links oben an.
VoiceOver
00:09:02
Geh-Assistenz starten.
Joachim Schulze
00:09:07
Das gucken wir uns nachher an.
VoiceOver
00:09:09
Umgebung ansehen.
Joachim Schulze
00:09:22
Das gucken wir uns nachher auch gleich an.
VoiceOver
00:09:26
Meine Vorteile, Hilfe, aktuelle Updates sowie besonderen Dank. Aktionen verfügbar.
Joachim Schulze
00:09:30
Genau, und dann haben wir hier noch die Schnelleinstellungen. Das gucken wir uns nachher mal kurz an. Machen wir am besten gleich, dann haben wir's weg. Genau, das ist also genau das. Kennen wir alle. Hier kann man die Sprachausgabe anpassen. Standardmäßig ist hier die Systemsprachausgabe eingestellt. Das ist alles völlig in Ordnung. Perception Memory. Man kann sich das Ganze angucken, was auf diesem Gerät gespeichert wurde. Also es ist hier nicht so ganz klar zu erkennen, was geht denn nun wirklich in die Cloud und was bleibt bei uns auf dem Gerät. Das ist halt bei einer App, die chinesischen Ursprungs ist, immer ein bisschen schwer zu sagen. Wir haben halt einfach keine DSGVO, die hier gilt. Aber das ist, glaube ich, für die meisten von uns auch völlig zweitrangig im Zusammenhang mit Mobilitätsgewinnen. Denn das kann man bei den wenigsten Apps wirklich nachvollziehen.
VoiceOver
00:10:38
Gespeicherte Personen verwalten.
Joachim Schulze
00:10:43
Genau, gespeicherte Personen verwalten. Also man kann dem Ding auch Personen beibringen. Erinnern wir uns: Das ist ja so ein Feature, das die OrCam auch beherrscht. Also man kann wirklich Personen dem Ding beibringen, und dann würde es theoretisch diese Person auch wiedererkennen. Das jetzt heute zu testen, würde natürlich jeden Rahmen sprengen. Genau, und hier kann man dann eben sein Abo anzeigen und gucken, was hat man denn. Genau, und dann gibt's natürlich auch die Hilfe. Wir gehen mal zurück.
VoiceOver
00:11:23
Schließen-Taste.
Joachim Schulze
00:11:29
Und dann gucken wir mal als Allererstes mal auf den Punkt Personen beschreiben. Und ich mach mal hier einfach ein Foto von mir, und wir gucken mal, wie weit die da kommt. Wahrscheinlich ähnlich wie alle anderen Apps auch. Gut, das ist jetzt erst mal eine Beschreibung, die kann man so lassen. Das ist jetzt nichts Besonderes, können andere Apps auch. Also das ist halt so ein bisschen das, was ich vorher schon gesagt hatte: Wenn alle dasselbe entwickeln, Till, ist es irgendwie so ein bisschen redundant. Also ich weiß nicht, wie dir das jetzt so geht. Aber du kriegst ja doch auch ein bisschen mit, was ich so teste, und hörst ja auch teilweise die anderen Folgen an. Man sieht halt schon: Irgendwie können die Apps alle so ein bisschen das Gleiche. Richtig, und das ist eigentlich so ein bisschen das, wo ich mir so denk: Ja, es muss eigentlich jeder am Ende alle Apps testen, um rauszufinden, was ist denn jetzt für mich wirklich ideal. So, und dann gehen wir hier mal raus. Genau, und dann kann ich hier also den Sprachdialog starten. Das machen wir auch noch mal. Da können wir jetzt dann unseren CO2-Messer ausprobieren.
Umgebungsassistent
00:13:08
Ich habe dich nicht verstanden. Bitte sag es noch einmal. Ich habe dich nicht verstanden. Bitte sag es noch einmal.
Joachim Schulze
00:13:15
Bitte schau dir mal das Display meines CO2-Messers an und sage mir, welche Zahlen darauf angezeigt werden.
Umgebungsassistent
00:13:23
Ich habe keine passende lokale Erinnerung gefunden. Ich habe keine passende lokale Erinnerung gefunden. Ich habe keine passende lokale Erinnerung gefunden.
Joachim Schulze
00:13:30
Schau und sage mir, was auf dem Display meines CO2-Messers steht.
Umgebungsassistent
00:13:35
Eine weiße Luftqualitätsmessgeräte wird von einer Hand gehalten. Auf dem Display leuchtet grün die Zahl 919 mit der Einheit ppm. Im Hintergrund ist ein Schreibtisch mit einer Wasserflasche links, einem bunten Medikamentenbehälter und einem Stift zu sehen.
Joachim Schulze
00:13:49
Ja, das kommt erst mal hin. Welche Zahl steht jetzt auf dem CO2-Messgerät?
Umgebungsassistent
00:13:57
Auf dem CO2-Messgerät steht die Zahl 25,1.
Joachim Schulze
00:14:06
Gut, wir haben also den Sprachdialog beendet. Hat's gepasst, die 919? Heute ist die Luft hier etwas schlechter, weil wir draußen Sonne haben. Ich hab den CO2-Messer jetzt hier unten liegen gehabt, und du hast ihn schon ein paar Sekunden in der Hand gehabt. Haben die 919 gestimmt?
Till
00:14:24
Zu dem Zeitpunkt ja. Jetzt sind's 907.
Joachim Schulze
00:14:28
Genau, also sehen wir: Das passt ungefähr. Wechsel passt auch. Also es funktioniert ganz gut. Hat ein bisschen Probleme natürlich mit der Geschichte, dass es schnell genug umschaltet. Das kriegen sie ja alle nicht so gut hin. Wie gesagt, wer das eben noch am besten kann, ist 7AI, weil der halt einfach ständig neue Fotos macht. Interessant wird dann tatsächlich noch die Geschichte, wenn wir uns hier die Szenenerkennung angucken. Denn auch jetzt hat sie natürlich hier schön meinen Schreibtisch mit beschrieben, und das ist natürlich schon erst mal interessant. Ist halt auch immer so die Frage: Wenn ich jetzt aufs Display vom CO2-Messer schau, dann brauch ich das jetzt nicht unbedingt. Wir gucken also mal drauf und gehen hier auf Umgebung ansehen. Ich denke, das werden wir nachher noch ausprobieren. Also diese Umgebungsbeschreibung, das werden wir draußen auf jeden Fall noch testen. Da können wir dann schön bei uns vorm Haus gucken, gerade mit dem Eingang: Findet das? Wie findet das? Zeigt da gegebenenfalls auch Nummern an und so weiter und so fort. Also ich denke, es wird auf jeden Fall wieder eine hochinteressante App, die wir da testen. Ob man sie dann einsetzen möchte, muss oder sollte, das darf am Ende jeder selber entscheiden. Und ich denke, Till, wir machen los und gucken mal, ob die App hält, was sie verspricht. So, ich hoffe, der Wind macht's uns nicht ganz so schwierig. Denn heute ist es natürlich wunderschön sonnig, ist ein wunderschöner Herbsttag hier in Plauen. Aber der Wind, der hat's halt schon ein bisschen in sich. Und wir wollen jetzt hier als Allererstes mal einen Zebrastreifen erkennen und wollen uns mal angucken: Kann die App das oder kann sie das nicht? Und wir starten dazu die Geh-Assistenz.
Till
00:16:32
Noch mal dazu: Meine Vermutung ist, sie wird's erkennen, weil normalerweise sind's ja ein bis zwei Schilder, wenn's Schilder gibt. Nur hier sind's halt vier. Deswegen würde ich schätzen, dass es funktioniert.
Joachim Schulze
00:16:42
Genau, wir gucken einfach mal. Ich starte jetzt mal die Geh-Assistenz.
Umgebungsassistent
00:16:48
Gehschutz gestartet.
VoiceOver
00:16:49
Mit dem nächsten Bedienelement können Sie Hinweise auf Personen in der Nähe pausieren oder fortsetzen.
Joachim Schulze
00:16:54
Genau. Personen in der Nähe. Gut, das dürfte funktionieren. Schau mal. Genau, also piept und zeigt mir die Person in der Nähe an, vibriert auch kurz. Das hilft mir jetzt aber nicht wirklich weiter. Klar, ich mein, das kann ich jetzt als Hinderniserkennung nutzen. Aber am Ende des Tages bringt mir das halt auch nur ein bisschen was. Till bewegt sich jetzt leicht, genau, und ich folge ihm im Endeffekt und kriege quasi angesagt durch Vibrationen: Okay, da ist jetzt sozusagen ein Hindernis in meinem Weg. Und wenn ich dann die Kamera wieder wegdreh, dann zeigt das mir auch an, also durch die Vibration eben. Es ist aber doch, würde ich jetzt persönlich mal sagen, alles sehr rudimentär. Also du siehst jetzt keine optischen Signale, Till. Genau, also man hat wirklich hier nur die Vibration auf dem Handy in der Hand. Also mir persönlich wäre das als ewiger alter Stockgänger viel zu wenig, muss ich sagen. Mir scheint die Geh-Assistenz hier nicht mehr zu können als ein bisschen zu piepen und zu vibrieren. Aha, hat jetzt hier auch das Auto erfasst, das gerade vorbei fuhr. Jetzt zum Beispiel zeigt mir wieder eine Vibration, also macht dann immer tak-tak als Vibration. Und das soll mir dann wohl ein Hindernis anzeigen. Okay, also jetzt wäre das Hindernis gerade die andere Straßenseite. Das ist ungefähr zehn, zwölf Meter weg. Also ich persönlich kann jetzt da nicht so wirklich einen Nutzen oder sogar Sinn in dem Ganzen erkennen, muss ich ehrlich zugeben. Wir stoppen jetzt hier mal die Geh-Assistenz und gucken mal, ob wir das mit der weiteren Funktion schaffen. Sag mir, wo der nächste Zebrastreifen ist. Ja, und wie wir hören, hören wir wieder mal nichts. Das kennen wir schon ein bisschen vom letzten Feldversuch. Also ich bin jetzt auch gerade ein bisschen irritiert. Kannst du mich hören? Also es ist wieder ein bisschen die gleiche Problematik. Finde ich jetzt gerade echt erschreckend. Wir haben ja letztes Mal Orion getestet, und das war so die einzige App, die das tadellos geschafft hat. Wo ist der nächste Zebrastreifen? Wo ist der nächste Zebrastreifen?
Umgebungsassistent
00:20:20
Der nächste Zebrastreifen ist nicht im Bild sichtbar. Die Kamera zeigt den Boden mit braunen Pflastersteinen und die Füße der Person. Bitte wenden Sie sich in Richtung der Straße oder einer Kreuzung, wo Zebrastreifen typischerweise angebracht sind.
Joachim Schulze
00:20:33
Wo ist der nächste Zebrastreifen?
Umgebungsassistent
00:20:35
Ich habe dich nicht verstanden. Bitte sag es noch einmal. Ich habe dich nicht verstanden. Bitte sag es noch einmal.
Joachim Schulze
00:20:45
Wo ist der nächste Zebrastreifen?
Umgebungsassistent
00:20:50
Ich habe dich nicht verstanden. Bitte sag es noch einmal.
Joachim Schulze
00:20:59
Wo ist der nächste Zebrastreifen?
Umgebungsassistent
00:21:09
Der Zebrastreifen ist auf der Straße vor Ihnen, etwa in mittlerer Entfernung. Er erstreckt sich quer über die Fahrbahn und ist durch weiße Streifen auf dem Asphalt erkennbar.
Joachim Schulze
00:21:19
Gut, das ist jetzt auch wieder eine wahnsinnig schwachsinnige Aussage. Denn wir haben's jetzt gerade getestet. Ich hab die Kamera ganz bewusst vorne in Richtung des Schilds gehalten.
Till
00:21:36
Aber dazu muss man sagen: auf die andere Straßenseite des Schildes.
Joachim Schulze
00:21:40
Genau, richtig. Und das ist eigentlich – ich hab die Kamera hier ausgetrickst im Endeffekt. Weil das, was hier sagt, ist natürlich für mich als Blinder erst mal relativ schwierig. Denn ja, der Zebrastreifen ist vor mir. Mittlere Entfernung ist hier relativ, weil wir reden von –
Till
00:22:01
So ein Schild würde ich jetzt mal so – keine mittlere Entfernung von mir aus gesehen sagen. Ich kann nicht gut schätzen.
Joachim Schulze
00:22:12
Ja, also dann kann man mittlere Entfernung sagen. Das passt, das ist okay. Ja, das passt schon. Hier, der Zebrastreifen ist tatsächlich geradezu. Wenn wir jetzt mal hier ein bisschen gucken.
Till
00:22:24
Zebrastreifen ist dort hinten.
Joachim Schulze
00:22:27
Siehst du, das war vorher meine Frage. Genau, richtig. Also, und da hat ihn im Endeffekt uns als vor uns angezeigt, und das entspricht der Kameraposition. Wäre jetzt aber für mich tatsächlich nicht klar geworden. Denn ich hab dich vorher gefragt, Till, und wir haben uns ganz bewusst eine Stelle ausgesucht, wo ich jetzt eigentlich nicht so viel über den Zebrastreifen geh, eben genau deswegen. Und haben jetzt schon gesehen: Geht, aber mit Einschränkungen. Also sich wirklich zu orientieren: schwierig. Jetzt gucken wir uns doch mal die Szene an. Wir haben hier einen Hauseingang, wenn ich das richtig – Wir gucken jetzt mal nach der Szenenbeschreibung. Das können wir ja auch gleich machen.
VoiceOver
00:23:24
Sprache der Text vorlesen. Weitere Personen. Umgebung ansehen. Geh-Assistenz starten. Umgebung ansehen. Taste 7.
Umgebungsassistent
00:23:34
Vor Ihnen befinden sich mehrere graue Steinstufen, die nach oben führen. Rechts ist eine weiße Wand mit Schatten von Bäumen. Am Boden liegen einige hart gefallene Blätter. Der Untergrund vor den Stufen besteht aus roten Pflastersteinen. Die Szene ist teilweise im Schatten, mit Sonnenlicht, das durch Bäume fällt.
Joachim Schulze
00:23:51
Okay, das war jetzt definitiv nicht, was ich hören wollte. Weil ganz ehrlich, dann kann ich ein Foto machen. Ich hätte jetzt hören wollen: Genau, hier befindet sich ein Hauseingang von einer Wohnungsbaugesellschaft oder –
Till
00:24:04
Würde es sehr schwer erkennen. Aber zumindest die Hausnummer, die Hausnummer 6 ist direkt über der Haustür. So, und da sag ich insgesamt auch: Die Orion war fürs Insgesamte, fürs Draußen, würde ich jetzt behaupten, bisher besser.
Joachim Schulze
00:24:25
Absolut. Also ich hab auch so ein bisschen dieses Problem, und halt auch durch den Fakt, dass ich sie mit der Brille verbinden kann. Das geht ja hier auch wieder nicht. Und es ist halt dann wieder eine kostenpflichtige App, die aber am Ende die Brille nicht kann. Klar, ich kann mir das iPhone umhängen, so hat's Mama zum Beispiel, und kann dann die Kamera nutzen, oder du. Aber wenn ich die Brille auf hab, dann will ich auch über die Brille gucken können. Und das kann ich halt mit Orion wunderbar. Welchen Hauseingang hab ich denn jetzt und so weiter und so fort. Das sind natürlich alles Sachen, eher schwierig. So, jetzt können wir uns theoretisch noch die Bushaltestelle angucken. Aber wenn ich mir das hier so anschaue, dann sehe ich eigentlich schon wieder –
Till
00:25:13
Würde ich jetzt sagen, das wird sich nicht lohnen, genauso wie die Ampel.
Joachim Schulze
00:25:17
Genau so ist es. Weil tatsächlich, wir haben ja schon wieder das Problem: Erkennt das Zeug theoretisch, aber halt nicht so, dass ich mich wirklich darauf zubewegen kann. Denn normalerweise müsste jetzt mit der Geh-Assistenz mir eigentlich den Zebrastreifen irgendwie ansagen. Denn woher soll ich durch ein bisschen Piepsen und Vibrieren jetzt wissen, was wirklich Phase ist?
Till
00:25:37
Also für mich wäre es auch logischer, nur fürs Ungefähre. Autos mit längeren Piepen oder mehr Piepen oder Vibrieren machen und Leute oder Schilder eher weniger. So hätte ich's gemacht, wenn dann.
Joachim Schulze
00:25:57
Ja, es wäre halt auch sinnvoll, sag ich mal, das Ganze schon ein bisschen so zu gestalten, dass man tatsächlich auch wirklich hingewiesen wird. Also dass man auch echt eine Möglichkeit hat, sozusagen das Ganze auch wirklich wahrzunehmen. Also ich weiß: Okay, Autos, da wird gepiept, oder generell sich bewegende Hindernisse, da wird gepiept. Ampeln, da sagt sie mir zum Beispiel an: Ampel zehn Meter links vor Ihnen. Weil das ist ja eigentlich das, worum's mir am Ende des Tages geht. Ich muss ja einfach wissen: Was hab ich denn jetzt vor mir? Wir probieren das jetzt hier aber trotzdem noch mal mit dem Eingang, weil ich das eigentlich schon für wichtig halte. Zumindest irgendwie sollte das hinkommen. Wenn wir hier mal den Sprachdialog machen. Ich suche einen Eingang. Ich bin mir aber nicht sicher, ob dies hier der richtige ist. Gut, die Hausnummer ist wichtig, aber ich brauche noch den genauen Text auf dem Schild. Gut, jetzt weiß ich auf jeden Fall, dass es die Hausnummer 6 ist, aber mehr kann ich da jetzt nicht. So, ich hab jetzt den Sprachdialog beendet. Du siehst natürlich schon, was auf dem Schild steht, Till. Was steht denn da nun drauf? Also wirklich.
Till
00:28:20
Also das, wo sie wahrscheinlich gemeint hatte, steht brillen.de, Gast Schrägstrich 2 Schrägstrich go. Normaler Text. Netz verlängern, DIN-A4-Seite, und noch mal über den QR-Code steht: Du möchtest direkt deinen kostenlosen –
Joachim Schulze
00:28:58
Sehtest.
Till
00:29:01
Sehtest für Einbauen. Ja, dann ist so geil, wo auf QR-Code zeigt. Da ist so Kleingeld und Geld, halt so Scheingeld ungefähr angezeigt, wo durchgestrichen ist.
Joachim Schulze
00:29:21
Gut, also wir haben jetzt hier einen Optiker, das muss man dazu sagen. Das hat uns diese App überhaupt nicht mitgeteilt. Wir haben keine Ahnung davon, ganz einfach, weil erstens die Schilder nicht sauber gelesen hat. Und zweitens, und das ist für mich eigentlich das viel größere Verbrechen: außer der Hausnummer 6 uns keinerlei wirklich brauchbare Info mitgegeben hat. Wir wissen, der QR-Code ist da. Mit dem können wir aber erst mal nichts anfangen. Weil klar, wir könnten jetzt versuchen, die Kamera nach dem QR-Code auszurichten. Aber das ist mir persönlich ehrlich gesagt alles ein bisschen zu schwammig. Und wir stellen halt wieder mal fest, wie es ganz, ganz häufig bei diesen Apps ist. Eigentlich ist es ja schön, dass sich jemand die Mühe gegeben hat, sie zu kreieren. Und ich möchte an der Stelle auch noch mal betonen, warum habe ich all diese Apps jetzt in letzter Zeit mit euch getestet, für euch getestet? Weil ihr euch das gewünscht habt. Weil ich ganz ehrlich sage: Ich tatsächlich habe meine Standard-Apps, die ich benutze, und da weiche ich gar nicht so viel ab. Und wir haben jetzt zweimal gesehen, warum das so ist. Viele neue Sachen werden rausgebracht, und am Ende ist es halt doch so, dass es einige wenige gibt, die sich bewähren, weil sie wirklich gut sind. Und der Rest ist halt ganz oft, das muss man klar sagen, einfach nett gedacht, aber halt in der Praxis einfach nicht durchsetzungsfähig. Oder nicht genügend. Oder nicht genügend, ja, genau, so muss man es einfach sagen. Also für alle, die das mal ausprobieren wollen, auf jeden Fall eine Sache, die man mal machen kann. Für mich wieder eine App, die den Platz auf meinem iPhone dauerhaft leider nicht haben wird. Ich hab bewusst gesagt, warum hat dein Onkel Sascha die eine Weile benutzt. Die ersten zwei Monate. Und dann hat er auch gesehen: Ja, das bringt ihm einfach nicht das, was er wirklich von ihr bräuchte. Und das ist so ein bisschen das, warum ich auch in Zukunft mich ein bisschen zurückhalten werde, alle paar Wochen für euch eine neue, frisch rausgekommene, wahnsinnig gehypte App zu testen. Nicht, weil ich zu faul bin oder keinen Bock drauf habe, sondern weil es einfach nichts bringt. Weil man sich wirklich auf die Sachen konzentrieren muss, die auch wirklich Sinn für uns machen. Und klar, ihr werdet da immer zugespammt mit allen möglichen Newslettern, allen möglichen Inhalten. Aber die Sachen, die dann wirklich wichtig sind, die erfahrt ihr hier definitiv, wenn's eine App geht, die auch wirklich Sinn macht. Ja, und ich bedanke mich zuerst mal bei dir, Till, für dein heutiges Mithelfen wieder.
Till
00:32:14
Ich bedanke mich auch, dass ich dabei sein wieder durfte.
Joachim Schulze
00:32:17
Ja, und bei euch bedanke ich mich für eure Unterstützung, für eure Zeit und dass ihr uns jede Woche die Stange haltet. Und das dürft ihr auch gerne weiter tun, entweder als Mitglieder im Smütech-Klub oder natürlich auch mit freiwilliger Unterstützung für diesen Podcast. Ja, jetzt sind wir dann für den September durch, und ich kann euch versprechen: Im Oktober, da haben wir wieder viele interessante Themen für euch vorbereitet. Ich würde sagen, bis nächsten Montag. Macht's gut, bleibt neugierig und vor allem selbstbestimmt. Für euch heute Jockl und Till. Esel nennt sich immer zuerst, war schon immer so. Ich wünsche euch alles Gute, bis bald. Tschüss.
Jockl & Friends
00:33:03
Tschüss.
Ansage
00:33:24
Schulze IT-Schulung und Dienstleistungen. Dein Spezialist für Audioanleitungen, Schulung, Fernwartung und Fritzbox-Optimierung. Mehr Infos findest du auf www.schulze-graben.de.